Mit Karla Mahne verliert Haslach eine „Grande Dame“ der Kommunalpolitik. Drei Jahrzehnte lang gestaltete die Kommunalpolitikerin der Stadt mit.
Karla Mahne, die Grande Dame der Haslacher Kommunalpolitik, lebt nicht mehr. Bereits kurz vor der Fastnacht ist die langjährige Haslacher Stadträtin und Bürgermeisterstellvertreterin gestorben. Das gibt die Stadt Haslach bekannt. Mahne war Trägerin des Ehrentellers der Stadt Haslach. Für ihre herausragende kommunalpolitische Lebensleistung durfte sie sich 2018, anlässlich ihrer Verabschiedung aus dem Stadtrat, nach fast 30 Jahren Gremiumsmitgliedschaft in das Goldene Buch der Stadt Haslach eintragen. „Heimat ist dort, wo die Seele sich öffnet. Danke Haslach, geliebte Heimat, für diese große Ehre“, schrieb sie damals. Sie musste es wissen, denn sie war keine Ur-Haslacherin, sondern setzte sich als gebürtige Berlinerin Zeit ihre Lebens für das Wohl ihrer Wahlheimat Haslach ein. In den 70er-Jahren war sie gemeinsam mit ihrem Mann Klaus nach Haslach gezogen und hatte mit ihm eine Hausarztpraxis gegründet.
Sie betrieb mit ihren Mann eine Hausarztpraxis
Geboren wurde sie 1941 in Berlin, wo sie nach ihrem Abitur 1960 ein Medizinstudium an der Freien Universität aufnahm. Nach dem Physikum setzte sie dieses an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg fort und schloss es mit der Promotion ab. 1971 heiratete sie Klaus Mahne; mit ihm betrieb sie bis 2006 die Arztpraxis.
Im Oktober 1989 wurde sie auf der Liste der CDU erstmals in den Haslacher Stadtrat und gleichzeitig in den Ortschaftsrat von Bollenbach gewählt. Sie habe „mitmischen, mitdenken, mitentscheiden, mitgestalten und mitbestimmen“ wollen, begründete sie ihre Motivation. „Ich wollte nie in den Chor der ewig Unzufriedenen einstimmen.“ Mit stetig wachsenden Stimmenzahlen wählten sie die Haslacher fünf weitere Male in das Stadtratsgremium. 2002 wurde sie zur ersten Bürgermeisterstellvertreterin vom Ratsgremium bestimmt, seit 2004 hatte sie auch den Fraktionsvorsitz der CDU im Rat inne. Mahne war Mitglied in zahlreichen kommunalen Ausschüssen und Gremien, darunter der Verwaltungs- und Finanzausschuss, der Werksausschuss und der Sozialausschuss, welcher später im „Jour Fixe Kommunale Jugendarbeit“ aufging, dem sie ebenfalls angehörte. In die Zeit ihres kommunalpolitischen Engagements fielen von ihr mit vorangetriebene richtungsweisende Beschlüsse des Rates und ausgesprochene Großprojekte der Kommune, so der Neubau der Eichenbachsporthalle (1994), der Bau des Sozialzentrums mit Bürgerhaus, Bücherei und Seniorenwohnungskomplex (1996), der Neubau und Sanierung des Rathauses (2002), der Umbau der Schwarzwaldstraße 16 für das Polizeirevier (2005), der Neubau des Feuerwehrhauses (2007) und des Alfred-Behr-Hauses (2008), sowie der Um- und Neubau des Hauses der Musik (2009) und die Errichtung des Urenkopfturms (2014). Zahlreiche Sanierungsprojekte und Erschließungen von Wohnbaugebieten sowie die stetig voranschreitende Stadtsanierung trugen ihre Handschrift.
Die Kommunalpolitikerin galt als „Sitzungskönigin“
Als erste Bürgermeisterstellvertreterin nahm sie zahlreiche Termine, Ehrungen und Sitzungsleitungen wahr. Sie galt als „Sitzungskönigin“, die kaum je eine Ratssitzung verpasste. Karla . Mahne zeichnete sich aus als sachbezogene und kompetente Kommunalpolitikerin, die sich auch in komplexe Themen schnell einarbeitete.
Nachdem sie 29 Jahre lang im Stadtrat aktiv war, zog sie sich 2018 aus gesundheitlichen Gründen aus diesen Ämtern zurück. Zum Abschied durfte sie sich ins goldene Buch der Stadt Haslach eintragen.
Darüber hinaus war Karla Mahne mehr als 40 Jahre Mitglied der CDU und hat die Arbeit der lokalen und regionalen Parteiverbände mitgestaltet. So war sie unter anderem von 2005 bis 2013 stellvertretende Kreisvorsitzende. Von 1996 bis 2016 war sie Zweitkandidatin für den Landtagsabgeordneten Helmut Rau und brachte sich über die Region hinaus als Delegierte in zahlreichen Bundes-, Landes- und Bezirksparteitagen der CDU und der Frauen Union ein.
Trauerfeier
Auf Wunsch der Verstorbenen findet die Trauerfeier und Beisetzung ausschließlich im kleinen Kreis statt.