Günter Behre ist im alter von 78 Jahren gestorben. Foto: Bohnert-Seidel

Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und ehemaliger Schulleiter der Realschule und Werkrealschule Friesenheim. Behre ist am 1. März im Alter von 78 Jahren gestorben.

Günter Behre sagte einmal gegenüber unserer Redaktion: „Die schönste Melodie ist das Kinderlachen.“ Behre war er mehr als 20 Jahre Schulleiter an der damaligen Haupt- und Realschule Friesenheim. Mehr als 40 Jahre war die heutige Realschule und Werkrealschule Friesenheim seine Schule und es waren seine Kinder, auf die er immer ein wachsames Auge geworfen hatte. „Für mich geht es immer um die Kinder“, wurde er nie müde zu betonen.

 

Für seine Schüler wollte er nie „Schreibtischtäter“ sein. „Lehrer ist der beste Beruf auf der ganzen Welt“, sagte er selbst nachdem er schon längst in Pension war. Mit seinen Fähigkeiten, seinem Biss und seiner Konsequenz im Umgang mit der Bürokratie und sich über Gremien und auch Gesetze hinwegzusetzen, hätte er es weit in den Schulämtern bis nach oben bringen können. Nie war das für ihn auch nur Ansatzweise eine Überlegung wert. „Das hätte mich doch aus der Lebendigkeit der Schule herausgerissen“, lautete sein Bekenntnis. So war auch dank ihm die Friesenheimer Schule eine Einrichtung mit Vorreiterfunktion und teilweise Vor- und Maßgabe von Entwicklungen aus dem Kultusministerium. „Immer schon haben wir gute Schule gemacht“, wusste Behre. Gute Schule ließ er sich amtlich mit dem ersten TÜV-Siegel bestätigen. Damit war 2005 erstmals guter Unterricht mit besonderen Qualitätsstandards gemessen und geprüft.

Das einzige, was ihn am Schulleiterdasein gestört hatte, war nicht mehr Lehrer zu sein. Denn Schulleitung heißt anleiten. Dass er das manchmal etwas sehr wörtlich genommen hat, dafür dankt ihm wohl bis heute manches Elternteil: So holte er so manch müden Schüler aus den Federn. Morgens vom Vater den Haustürschlüssel in die Hand gedrückt, stand Behre vor der Bettdecke eines unpässlichen Schülers. Die Decke weggezogen und der Junge war in Sekundenschnelle bereit für die Schule. Ab diesem Zeitpunkt sei der Junge immer pünktlich ohne Probleme in die Schule gekommen. Gesetze bezeichnete Behre als „nette Denkanstöße“.

Um auch finanzielle Freiräume zu haben, hat er Förderkreise gegründet

Für ihn galt der Maßstab: „Ich habe immer nach oben geärgert.“ Gesunder Menschenverstand wider der Erlasslage, das war sein Motto. „Krumme-Wege-denken“, so nannte er das. „Für die Kinder muss ich das Beste tun. Sie haben ihr ganzes Leben noch vor sich“, das war seine Messlatte.

Um auch finanzielle Freiräume zu haben, hat er Förderkreise gegründet. Für seine Lebensleistung um die Schule und Gesellschaft hat er 2014 das Bundesverdienstkreuz erhalten. Von dem Zeitpunkt an als er im Jahr 1972 als Lehrer für Physik und Mathe an die Realschule gekommen ist, war er maßgeblich an deren Ausbau beteiligt. ISO-Zertifizierung, Erweiterungsbau, Gründung von drei Fördervereinen, TÜV-Siegel, Nachmittagsbetreuung mit Mittagessen, Methodenfach für besseres Lehren, Schulkleidung, Leitbild der Schule, Arbeitsgemeinschaften, Zirkusprojekt, Projekt „Mein Baum“ - Behre wollte bewegen und hat bewegt. „Ich hatte einfach nur Freude an meiner Arbeit“, sagte Behre. Wenn Kinder Lächeln war das seine größte Belohnung.

Die Trauerfeier für Behre findet am Montag, 9. März, ab 14 Uhr in der St. Laurentius Kirche in Friesenheim statt. Im Anschluss erfolgt die Beerdigung.