Trauer um Haltingens ehemaligen Ortsvorsteher Peter Hunkler, der im Alter von 86 Jahren gestorben ist. Foto: ter

Er war ein leidenschaftlicher Lehrer und ein populärer, besonnener Kommunalpolitiker: Peter Hunkler, langjähriger Ortsvorsteher von Haltingen, ist im Alter von 86 Jahren gestorben.

Trauer um einen Haltinger mit Leib und Seele, der sich um seinen Heimatort verdient gemacht hat. Schon seit einiger Zeit hatte sich Peter Hunkler, der neben seiner Frau Ilse zwei Kinder und einen Enkel hinterlässt, aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Am Samstag ist der geschätzte SPD-Kommunalpolitiker, nach längerer Krankheit zuhause in dem Zimmer gestorben, in dem er geboren wurde. Hunkler hatte sich 35 Jahre als Gemeinde- und Ortschaftsrat engagiert und war auch zwölf Jahre bürgernaher Ortsvorsteher.

 

Blick über Kirchturm hinaus

Sein Herz schlug immer für „sein“ Haltingen, hier ist er geboren und aufgewachsen, hier war sein Zuhause, hier engagierte er sich ehrenamtlich in mehreren Funktionen. Trotz dieser engen Verbundenheit zu seinem Heimatort war Peter Hunkler einer, der auch immer über den Kirchturm hinausblickte und die Interessen der Gesamtstadt im Blick hatte. Das bewies er als langjähriger Gemeinderat in Weil am Rhein, wobei sich der Sozialdemokrat mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn nie als parteipolitische Speerspitze verstand, sondern sich stets als ein Mann des Ausgleichs präsentierte. Für Peter Hunkler, der beruflich passionierter Lehrer und Studiendirektor der Kaufmännischen Schulen in Lörrach war und dort Wirtschaftsfächer und das Fach öffentliche Verwaltung unterrichtete, war ehrenamtliches Engagement immer selbstverständlich.

Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Gemeinde- und Ortschaftsrat war Peter Hunkler auch einige Jahre Vorsitzender des Haltinger SPD-Ortsvereins. 1971 war er der SPD beigetreten. „Wenn man mit 51 Prozent eines Parteiprogramms übereinstimmt, sollte man einer Partei beitreten“, hatte er es mit der früheren Empfehlung seines Geschichtslehrers gehalten. Es war auch das Jahr, in dem er in der damals noch selbstständigen Gemeinde Haltingen erstmals in den Gemeinderat gewählt wurde.

Zwölf Jahre an der Spitze

Dass er sich nicht vor Verantwortung drückte, zeigte sich auch 1987, als ein Nachfolger für Alt-Bürgermeister und Ortsvorsteher Walter Fribolin gesucht wurde. Schließlich erklärte er sich nach anfänglichem Zögern zur Kandidatur bereit. Zwölf Jahre stand er an der Spitze Haltingens als ehrenamtlicher, war stets verlässlicher , souveräner Ortsvorsteher und vertrat engagiert die Interessen Haltingens, ehe Christoph Huber sein Nachfolger als hauptamtlicher Ortsvorsteher wurde.

Zukunft Weil liegt in Haltingen

2006 zog sich Peter Hunkler aus dem Gemeinderat zurück und 2009 auch vom Amt des SPD-Vorsitzenden. Doch auch im politischen Ruhestand verfolgte er mit großem Interesse die Entwicklung Weils und insbesondere die von Haltingen. „Die Zukunft Weils liegt in Haltingen“, hatte er einmal schmunzelnd mit Blick auf die Flächenreserven im größten Weiler Stadtteil gesagt. Und wie sehr er mit Haltingen verwurzelt und wie heimatverbunden er war, lässt sich auch an folgender Äußerung festmachen, die er im Gespräch mit unserer Zeitung vor ein paar Jahren getätigt hat: „Ich habe immer mehr Heimweh als Fernweh.“

Über Kommunalpolitik hinaus engagiert

Über die Kommunalpolitik hinaus engagierte sich Peter Hunkler auch für die Haltinger Bücherei, deren Mitgründer und Vorsitzender des Fördervereins er war. Denn die Förderung der Jugend war ihm stets ein wichtiges Anliegen. Ebenso zeichnete er nach der Eingemeindung Haltingens als Außenstellenleiter des damaligen Haltinger Bildungswerks für das Programm verantwortlich.

Philatelie war sein liebstes Hobby

Peter Hunkler war ein leidenschaftlicher Briefmarkensammler – und das schon von Jugendzeiten an. Die Philatelie war sein liebstes Hobby. Dem Sammeln, Sichten, Einordnen von Briefmarken und deren Geschichte widmete er sich im Ruhestand intensiv, wobei er seinem Hobby auch im Briefmarken-Sammler-Bund Lörrach nachging. Und solange es seine Gesundheit zuließ, konnte man Peter Hunkler immer wieder in Museen der Region und bei besonderen Ausstellungen auch weit darüber hinaus antreffen. Er war eine vielseitig interessierte und aufgeschlossene Persönlichkeit.