„Wir waren alle schockiert“, sagt Sonja Rajsp-Lauer für die UBL angesichts des plötzlichen Todes von Sibylle Zerr, die im Alter von 60 Jahren verstarb. Bei der Beerdigung am Mittwoch in ihrem Heimatort Oppenau war eine große Lauterbacher Delegation.
Die langjährige UBL-Beisitzerin Sibylle Zerr war bereits seit einiger Zeit krank. Im November ließ sie sich daher nicht mehr für eine Wahl in den Ausschuss aufstellen. Sie wolle aufgrund ihrer Erkrankung pausieren, sagte sie.
Am Silvestertag hatte sie sich noch Büroarbeit für die kommenden Tage hingerichtet. Dann klagte sie über Rückenschmerzen. Ein Rettungswagen wurde alarmiert, doch dann setzte ein Herzstillstand ein und Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg.
In Oppenau aufgewachsen
Schon immer kommunalpolitisch engagiert, kandidierte Sibylle Zerr mehrfach für den Gemeinderat und im Jahr 2022 gar für den Bürgermeisterposten.
Aufgewachsen ist Sibylle Zerr im badischen Oppenau, bevor sie in Heidelberg Ethnologie, Kunstgeschichte und Soziologie studierte. Anschließend war sie Assistentin an der Universität Heidelberg und absolvierte eine Ausbildung in Public Relations.
Seit 2000 war sie in diesem Bereich selbstständig. Sie organisierte Konferenzen, arbeitete für Dienstleistungsunternehmen und auch für die AWO in Heidelberg. Die Marketingberaterin hatte sogar ein Buch mit dem Titel „König Katz“ geschrieben.
In Lauterbach übernahm sie 2012 das Haus ihrer verstorbenen Tante. In ihrem kleinen Verlag bot sie unter anderem Bücher und Kalender an. 2019 heiratete sie, ihr Mann wohnt nach wie vor in dem Haus in der Hauptstraße.
In der Flüchtlingshilfe aktiv
„Sie stand für Gemeinsinn und Weltoffenheit“, charakterisiert Sonja Rajsp-Lauer ihre UBL-Kollegin Sibylle Zerr. Sehr engagiert sei beispielsweise in der Flüchtlingshilfe gewesen, wo sie eine Mitgründerin des Helferkreises war. In der ersten Welle kamen 2015 auf einen Schlag 50 Personen nach Lauterbach – Sibylle Zerr unterstützte dabei nach Kräften. Zudem lag ihr der ÖPNV am Herzen, wo sie mit viel Detailwissen punkten konnte.
Neben der UBL engagierte sich Sibylle Zerr auch im Kunstverein Wilhelm Kimmich. Daher war es nur folgerichtig, dass es bei der Beerdigung in Oppenau zwei Nachrufe aus Lauterbacher Sicht gab – einmal von Siegfried King für die UBL und zum anderen von Hubert Nagel für den Kunstverein.
„Sie wollte viel Gutes aus Lauterbach und den Menschen herauskitzeln“, sagt Sonja Rajsp-Lauer.