Rudolf Rebholz, hier in der einstigen Praxis in der Schillerstraße Foto: Hopp

Der Frauenarzt Rudolf Rebholz hat mit seiner Frau Margarete in 35 Jahren fast 4000 Kindern auf die Welt geholfen. Jetzt schließt sich sein Lebenskreis.

Rudolf Rebholz und seine Frau Margarete – 25 Jahre hatten sie die Frauenarztpraxis in der Schillerstraße und sorgten als Team dafür, dass zwischen 3000 und 4000 Kinder auf die Welt kamen. Jetzt ist er gestorben.

 

Seine Frau Margarete: „Er war ein Mensch mit vielen Facetten. Ruhig. Mit Humor. Er wollte niemanden wehtun, das Streiten war unmöglich mit ihm.“

Zusammen arbeiten. Nicht nur die Arztpraxis teilen, sondern auch das Leben. Ein echtes Team – Rudolf und Margarete Rebholz. In der Woche der Hochzeit 1986 kauften beide die Praxis in Horb am Neckar.

Rudolf Rebholz – Frauenarzt mit Leib und Seele

Margarete: „Er war Frauenarzt mit Leib und Seele. Er ging immer gerne zum Arbeiten.“ Was auch Bände spricht: Beide Rebholz’ waren den Patienten so verbunden, dass sie erst aufhörten, als Nachfolger für die Frauenarzt-Praxis gefunden waren. Das war im Jahr 2021.

Seitdem genoss Rudolf Rebholz den Ruhestand. Seine Frau Margarete engagierte sich noch als FD/FW-Fraktionschefin im Gemeinderat und im Kreistag, ehe sie den Rückzug aus allen Gremien vor gut einem Jahr bekannt gegeben hatte.

Eigentlich wollte Rebholz Tierarzt werden

Die Jagd, die Medizin. Rudolf Rebholz wollte eigentlich Tierarzt werden, doch damals sagten seine Vorgesetzten beim Militär, dass der Beruf keine Zukunft habe. Deshalb sattelte Rebholz auf die Gynäkologie um.

Seine Frau betont, dass Rudolf ein Familienmensch war: „Er war immer für mich, die beiden Kinder und die Enkelkinder da. Verständnis, ohne vorzuschreiben – das zeichnet Rudi aus.“

Rudolf Rebholz war Mitglied im Sportverein, Schwarzwaldverein, Musikverein und der Narrenzunft. Immer, wenn es helfende Hände brauchte, stand Rebholz trotz seiner vielen Pflichten immer für die Vereinskameraden da, betont seine Frau: „Er liebte die Geselligkeit, aber auch die Ruhe in unser gemeinsamen Heim in Dießen.“

Er lernte die Natur in Dießen lieben

Rudolf Rebholz war immer naturverbunden. In seinem Elternhaus in Dießen – dem Haidenhof – lernte er früh von seinem Vater und Onkel die Jagd und den Naturschutz kennen. Seine Frau Margarete: „Die Jagd und die Familie waren das Wichtigste für ihn.“ Das sieht man auch im Garten der Rebholz: Nachdem sie vorher mit den beiden Kindern über der Praxis wohnten, zogen die beiden ins neue Heim nach Dießen: mit Blick aufs Tal und die Burg.

Naturschützer und ein großer Gartenliebhaber

Als Naturschützer war Rudolf Rebholz der große Garten wichtig: naturnah mit Bäumen, Insekten,Eidechsen, die zwischen Weinreben und Wildblumenwiese blühen und gedeihen können. Alles selbst eingesät von „Rudi“ – wie er in der Familie genannt wurde – und gepflegt. Jetzt blüht diese Pflanze namens Rudolf Rebholz nicht mehr. Seine Frau Margarete: „Mein Rudi war positiv bis zum Ende.“