Die Calmbacherin Renate Maier ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Sie ist Zeit ihres Lebens im kirchlichen und kommunalen Bereich außergewöhnlich engagiert.
Mit Renate Maier als Frau des von 1969 bis 1990 amtierenden Calmbacher und Wildbader Bürgermeisters Ulrich Maier ist im Alter von 80 Jahren eine Persönlichkeit verstorben, die sich über Jahrzehnte hinweg in außergewöhnlicher Art und Weise im kirchlichen und kommunalpolitischen Ehrenamt verdient gemacht hat und in Calmbach als Mitbürgerin überaus geschätzt war.
Geboren wurde Renate Maier am 6. Mai 1943 als Tochter der Pfarrfamilie Hartmann in Urach und kam mit einem berufsbedingten Wohnungswechsel ihrer Familie über Böhringen auf der Schwäbischen Alb nach Schorndorf, wo sie sich schon in jungen Jahren neben ihres Studiums des Lehramts in der evangelischen Jugendarbeit engagierte. So lernte sie den im Remstal aufgewachsenen Verwaltungsfachmann Ulrich Maier kennen, der in der Jugendarbeit des Kirchenbezirks Schorndorf Pfarrer Hartmann bei Campingmissionseinsätzen in Südfrankreich unterstützte und dabei dessen Tochter Renate kennenlernte. 1969 erfolgte die Hochzeit und im selben Jahr nach der Wahl zum Bürgermeister der seinerzeit noch selbstständigen Gemeinde Calmbach der Umzug in die Enztalgemeinde. 1984 wechselte die Familie Maier mit ihren Kindern Dorothea, Gabriele, Christoph und Michael in das an der Mittleren Steige erworbene Eigenheim.
Lehrerin in Calmbach und Wildbad
Nach ihrem Zuzug fand Renate Maier eine Anstellung als Lehrerin in Calmbach und Wildbad und als Dozentin der Volkshochschule Oberes Enztal in der sprachlichen Integrationsarbeit mit Asylbewerbern. Wiederholt sprachen ihr die Angehörigen der Kirchengemeinde in den Jahren 1989 bis 2007 und nochmals ab 2016 für vier Jahre als Kirchengemeinderätin das Vertrauen aus, wobei sie in den Jahren 2001 bis 2007 als gewählte Vorsitzende dieses Gremiums fungierte. In ihre Dienstzeit fielen die Sanierungen der evangelischen Kindertagesstätte und des evangelischen Gemeindehauses.
Auch im Kirchenbezirk Neuenbürg übernahm sie über 30 Jahre Verantwortung in der Bezirkssynode, davon 26 Jahre als Vorsitzende und im Kirchenbezirksausschuss. Ans Herz gewachsen war ihr besonders die Kinder- und Jugendarbeit beim Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) in Calmbach und beim Jugendwerk des Kirchenbezirks. 2014 wurde Renate Maier von der evangelischen Landeskirche Württemberg in Würdigung ihres jahrzehntelangen mehrfachen kirchlichen Engagements die Johannes-Brenz-Medaille als höchste landeskirchliche Auszeichnung für das kirchliche Ehrenamt verliehen. Bis zuletzt leitete sie den Bibelgesprächskreis und das Friedensgebet. „Sie war hochengagiert in unserer Kirchengemeinde und darüber hinaus“, stellten Emanuel Ruccius-Rathgeber (Höfen) als Pfarrer im Calmbacher Pfarrbezirk II und Jochen Barth als derzeit amtierender Vorsitzender des Kirchengemeinderates in ihrem Nachruf fest.
Auch als Stadträtin aktiv
Neun Jahre nach dem Ausscheiden ihres Ehemannes Ulrich Maier als Bürgermeister ließ sich Renate Maier 1999 über die Unabhängige Bürger- und Kulturliste (UBKL) zur Stadträtin wählen und war Vorsitzende dieser Fraktion, die sich als Leitlinien die Themen Wirtschaft, Unternehmen, Arbeit, Soziales und Infrastruktur gesetzt hatte. Nicht mehr angetreten war diese Liste bei der Gemeinderatswahl im Jahr 2014. Über zehn Jahre hinweg gehörte Renate Maier von 1999 bis 2009 als Kreisrätin in der Freien Wählervereinigung (FWV) dem Kreistag des Landkreises Calw an.
Außergewöhnliche Freundschaft
Während der Amtszeit von Ulrich Maier als Bürgermeister in Wildbad, genauer gesagt im Oktober 1981, wurde die Städtepartnerschaft zu Cogolin begründet. In die sich daraus entwickelnden Freundschaften zwischen Familien aus Wildbad und Cogolin war auch diejenige zwischen der Familie Maier und der Familie Christiane und Patrick Glo, Bürgermeister dort von März 1977 bis Juni 1997, so tief eingebunden, dass dieser zur Trauerfeier und zur Beisetzung von Renate Maier aus der fast 1000 Kilometer entfernten Partnerstadt kommen wird.
Die Trauerfeier findet am Freitag, 15. Dezember, ab 12 Uhr in der evangelischen Kirche in Calmbach mit anschließender Beisetzung auf dem Wildbader Waldfriedhof statt.