Der langjährige Stadt- und Kreisrat Manfred Senk (Archivbild) ist verstorben. Foto: Winnie Gegenheimer

Der Stadt- und Kreisrat Manfred Senk ist in der vergangenen Woche verstorben. Der ehemalige Förster war seit 2014 im Bad Herrenalber Gemeinderat und im Kreistag.

Der langjährige Stadt- und Kreisrat Manfred Senk ist tot. Senk starb Ende vergangener Woche im Alter von 76 Jahren.

 

1987 kam der gebürtige Neckar-Odenwälder nach Bad Herrenalb, war 27 Jahre lang Gaistäler Revierförster. Sieben Jahre davon außerdem stellvertretender Leiter des Infozentrums Kaltenbronn, wo er als Waldpädagoge arbeitete. Der Förster in Ruhestand war bei der Bergwacht, ehrenamtlicher Naturschutzwart der Siebentälerstadt und besonders in Sachen Wanderfalkenschutz aktiv.

Politische Karriere startet mit dem Ruhestand

Seine politische Karriere startete Senk im Jahr 2014 – nach dem beruflichen Ruhestand. In diesem Jahr zog er sowohl in den Bad Herrenalber Gemeinderat als auch in den Calwer Kreistag ein – damals noch für die Grüne Liste. 2019 wurde er dann zum zweiten Mal gewählt.

Doch dann kam es zu „politischen Differenzen“. Der ehemalige Förster (Jahrgang 1949) trat 2020 aus der Grünen-Fraktion aus und agierte daraufhin als fraktionsloser Kreisrat. In einer schriftlichen Pressemitteilung vermeldete die AfD in den Kreisen Calw und Freudenstadt im Sommer 2022, dass Senk der AfD-Fraktion im Calwer Kreistag beitrete. Dieser verstehe sich als überzeugter Christ und Naturschützer, wurde informiert. „Es war für mich menschlich nicht erträglich, wie die Grünen – aber auch die anderen Altparteien – die demokratisch gewählten AfD-Kreisräte behandeln“, wurde Senk in der AfD-Mitteilung zitiert. Es liege an den Personen, dass er zur AfD wechsle, war des Weiteren zu erfahren. Daraufhin wurde er in Bad Herrenalb aus der Grünen Liste ausgeschlossen. Er blieb zwar im Gemeinderat, allerdings fraktionslos.

Erst Grüner, dann – kurz – bei der AfD

2024 trat er erneut an: In Bad Herrenalb mit der Liste Manfred Senk, für den Kreistag auf der Liste der AfD. Doch auch dort blieb er nicht allzu lange. Im Juli 2025 trat Senk aus der AfD-Fraktion aus, gemeinsam mit Günther Schöttle und Werner Kriech. Mit weiteren Kreisräten gründeten sie eine neue Fraktion im Calwer Kreistag.

Was Senk in der beruflichen Laufbahn Grundanliegen war, war es ihm auch als Stadt- und Kreisrat: der Schutz der Umwelt. „Die Politik muss sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen orientieren“, sagte er etwa im Jahr 2019, kurz nach seiner Wiederwahl, und weiter: „Ich betrachte die Dinge immer unter dem Umweltschutzaspekt“. Senks große Leidenschaft war stets der Forst. Wald und Wild in Einklang zu bringen, das war sein Anliegen bereits als aktiver Förster. Zimperlich ging er dabei nicht vor, sondern konsequent, was beispielsweise die Abschussquoten durch die Jäger bei zu starkem Wildverbiss anbelangte. Er war zudem ein vehementer Verfechter der Nationalparkidee und bedauerte noch Jahre danach, dass der Kaltenbronn nicht Nationalpark wurde.