Horst Rettich leitete viele Jahre die Traditionsfirma J.G. Weisser. (Archivfoto) Foto: Dieter Vaas

Der früherer Geschäftsführer von J.G. Weisser, Horst Rettich, ist mit 81 Jahren verstorben.

Maschinenbau und Fechten hatten für Horst Rettich immer eine besondere Rolle gespielt. Der Maschinenbau war für den früheren Geschäftsführer in fünfter Generation von J.G. Weisser Söhne in die Wiege gelegt. Ebenso das Fechten, denn die Eltern Dora, geborene Weisser, und Gottfried hatten sich beim Fechten kennengelernt.

 

Horst Rettich war das Nesthäkchen unter den drei Geschwistern. Nach Volksschule, Progymnasium in der Bergstadt und Höherer Handelsschule in Villingen absolvierte er eine kaufmännische Lehre bei der Firma Binder in Villingen, bevor er dann in Pforzheim Betriebswirtschaft studierte.

Als ihn die Familie rief, kehrte er gerne in die Bergstadt zurück, um im Jahr 1968 in die 1856 gegründete Firma einzutreten. Im Jahr 1981 wurde er Geschäftsführer. Gemeinsam mit seinem Vetter Helmut Weisser führte er viele Jahre das Maschinenbau-Unternehmen. „Dabei haben sie viele schwankende Zeiten“ erlebt, sagte er noch anlässlich seines 70. Geburtstages.

Zeiten des Umbruchs

Zeiten des Umbruchs erlebte das Unternehmen, das hochpräzise multifunktionale Drehmaschinen herstellt, auch in den vergangenen Jahren. So wurde die Traditionsfirma aus St. Georgen im Jahr 2021 vom US-amerikanischen Konzern Hardinge übernommen.

Im vergangenen Jahr jedoch musste J.G. Weisser einen Insolvenzantrag stellen, nachdem Hardinge selbst im Sommer vergangenen Jahres Insolvenz nach Chapter 4 anmeldete. Seither laufen Bemühungen um einen neuen Investor für J.G. Weisser. Die Produktion läuft währenddessen weiter.

Horst Rettich hatte sich stark in der Firma engagiert. Der Zehn-Stunden-Arbeitstag sei für ihn die Regel gewesen, hieß es anlässlich seines 70. Geburtstags im August 2013. Auch am Sonntagnachmittag sei er oft im Büro gewesen, um in Ruhe arbeiten zu können.

Eine langjährige Mitarbeiterin bei J.G. Weisser, Karin Beha, bestätigt, dass er bei den Beschäftigten angesehen und beliebt war. Er habe jeden einzelnen gekannt und sich für ihre Belange interessiert. In der Geschäftsführung sei Horst Rettich bis zum Jahr 20215 gewesen, um die Leitung dann an seine beiden Söhne Thorsten und Robert Rettich sowie Hansjörg Weisser weiterzugeben. Auch danach sei er immer wieder mal in der Firma anzutreffen und beratend tätig gewesen.

Beerdigung folgt am Donnerstag

Auch sportlich war er aktiv, wanderte gerne im Sommer, und im Winter war er als Skilangläufer unterwegs. Viele Jahre führte er die Fecht-Abteilung im Turnverein. Engagiert war Horst Rettich auch als Kassierer im Vorstand des Badischen Fechterbunds. Seine Frau Hilde Zimmermann hatte er beim Fechten kennengelernt und im Jahr 1970 vor den Traualtar geführt. Drei Kinder waren der Ehe beschieden.

Der 81-Jährige verstarb am 24. April. In seiner Traueranzeige heißt es: „Sein Leben war geprägt von Liebe, Arbeit und der steten Fürsorge für die Seinen.“ Die Beerdigung findet am Donnerstag, 8. Mai, um 11 Uhr auf dem Waldfriedhof in St. Georgen statt.