Hubert Marquardt (86) starb im Kreise seiner Familie. Warum sich Dankbarkeit mit Trauer mischt.
Das Leben geht einmal zu Ende. Das gilt leider auch für Hubert Marquardt. Der ehemalige Bauunternehmer starb jetzt mit 86 Jahren. Ein Nachruf.
In der Gesellschaft von Horb war er sehr exponiert, daheim suchte er dann seine Ruhe. Hubert Marquardt – ein Mann, der mit vielen Bauten in Horb verbunden wird. Das Alten- und Pflegeheim Ita von Toggenburg, Neckarbad, Schulen. Alles vom Bauunternehmer Marquardt gebaut. Doch der gelernte Bauingenieur baute auch den Zusammenhalt in Horb auf.
Musikverein Horb, Gospelchor, Stiftskirchenchor, Schauspieler im Nordstetter „Kultur- und Theaterforum“. Sein Sohn Christoph: „Immer, wenn ein Verein oder Kolping etwas aufbauen wollte, dann stellte mein Vater die Baumaschinen zur Verfügung. Die Musik war sein Leben. Wenn er nicht die Baufirma übernommen hätte, dann wäre er im musischen Bereich gelandet.“
Ehefrau Trudel: „Ich bin dankbar, dass er 86 Jahre alt geworden ist. Wir haben nicht nur seinen Geburtstag noch zusammen gefeiert, sondern einen Tag später auch unseren 58. Hochzeitstag.“
Fit im Kopf bis zuletzt
Hubert Marquardt – er war fit im Kopf bis zuletzt. Tochter Beate: „Er saß mit seinem Enkel vor dem Fernseher. Beide haben zusammen den Jauch geguckt. Der Enkel sagte: Opa, wie intelligent Du bist.“ Trudel schmunzelt: „Er war klar im Kopf bis zuletzt. Er hat die Zeitung durchgelesen und mir immer gesagt, was ich noch nicht gelesen habe.“
Irgendwann war klar, dass es mit Hubert zu Ende gehen würde. Trudel: „Wir haben uns vorgenommen, dass er daheim im Kreis seiner Lieben bleiben soll. Mit Hilfe der Palliativ-Station haben wir es geschafft, dass er nicht leiden musste. Sondern friedlich im Kreise der Liebsten die Augen schließen konnte.“
Und Hubert bekam von seiner Familie das zurück, was er ihnen sein Leben lang gegeben hatte. Trudel: „Unsere Kinder waren wochenweise in der letzten Zeit da, um bei ihm zu sein. Unsere Tochter Beate aus Schweden hat sogar von dort den Weihnachtsbaum mitgebracht, der jetzt unseren Garten schmückt.“
Sohn Christoph: „Hubert war der einzige Sohn. Er musste damals die Baufirma übernehmen. Als er die Firma im Jahr 2001 abgewickelt hatte, kam er nie auf uns Kinder zu und hat gefragt, ob wir weitermachen. Da gab es keinen Druck. Das ist auch ein Grund, warum wir immer wieder gerne nach Horb gekommen sind.“
Beerdigung im engsten Kreise
Eine innige Gemeinschaft, die zum Ende von Hubert Marquardt noch enger zusammengewachsen ist. Deshalb findet die eigentliche Beerdigung im engsten Kreise der Familie statt.
Trudel Marquardt: „Weil Hubert durch sein Wirken in Horb viele Menschen berührt hat, machen wir ein Requiem am 22. Mai um 18.30 Uhr in der Auferstehungskirche in Horb am Südring. Sein geliebter Kirchenchor wird für die Musik sorgen. Das ist für alle Bürger, die von ihm Abschied nehmen wollen.“
Sohn Christoph: „Unser Klavier haben wir der Musikschule geschenkt. Es steht jetzt in Bildechingen und wird fleißig genutzt.“ Am 21. April 2026 schloss er seine Augen für immer.