Albert Hug in Salzstetten ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Selbst bescheiden, hat er sich durch vorbildliches bürgerschaftliches Engagement große Verdienste erworben. Foto: Walter Maier

Der Minigolfplatz ist sein Lebenswerk. Dem im Alter von 82 Jahren Verstorbenen ist die Existenz der Freizeitanlage „Im Hofacker“ und der Erhalt des Schlössle zu verdanken.

Eine große Trauergemeinde nahm Abschied von einem der verdienstvollsten Bürger von Salzstetten. Albert Hug ist ein leuchtendes Vorbild in bürgerschaftlichem Engagement. Während andere überlegen, hat Hug sich 60 Jahre lang wie selbstverständlich in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Ehrenamtliche Tätigkeiten waren stete Begleiter in seinem Leben, das er bescheiden und nicht im Rampenlicht führen wollte.

 

„Seit der Gründung des Verschönerungsvereins 1966 war Albert Hug die treibende Kraft“, würdigt Ortsvorsteher Friedrich Hassel auch für den Verein den Mann der ersten Stunde als eine prägende Persönlichkeit. Schon als Beiratsmitglied übernahm er Verantwortung für die Wanderwege und Ruhebänke. 1978 wurde er Schriftführer. Unermüdlichen Einsatz zeigte er 24 Jahre lang von 1982 bis 2006 als Vorsitzender des Verschönerungsvereins. Der Schwarzwälder Bote bezeichnete ihn damals treffend als „das Zugpferd des Vereins.“ Unter seiner Leitung wurden viele Blumenschmuckwettbewerbe, Minigolfturniere und Bau- und Pflegemaßnahmen auf der Freizeitanlage unternommen. Zusammen mit Karl Kneißler (1946-2024) schuf er den Salzstetter Minigolfplatz, der zu den schönsten in der Region zählt und heute als Dorf-Treffpunkt nicht mehr wegzudenken ist.

Erster Preis für Salzstetten

Die Ortsverschönerung war ihm stets ein großes Anliegen. 1971 bekam Salzstetten beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ einen ersten Preis. Ein wachsames Auge warf er auf die Sauberkeit des Wald- und Wander-Parkplatzes Salzstetten/Haiterbach.

1995 ist ihm für seine herausragenden Verdienste die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen worden. Zum 30. Vereinsgeburtstag 1996 wurde ihm und seiner Frau Cäcilia für ihre gemeinsame vorbildliche Arbeit höchste Anerkennung bescheinigt und 2024 ist er zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden. „Albert Hug ist ein Vorbild an Fleiß und Heimatliebe. Sein Herz schlug für die gesamte Dorfgemeinschaft“, stellt Ortsvorsteher Hassel heraus. Zum Gedenken widmet ihm der Verschönerungsverein jetzt eine Ruhebank.

Hug war Oldtimer-Fan und sein Leben lang mit NSU- und BMW-Motorrädern unterwegs. Foto: Walter Maier

Handwerklicher Sachverstand

Der Förderverein Schlössle hat seinem Gründungsmitglied Albert Hug viel zu verdanken. Förderverein-Vorsitzender Eberhard Armbruster lobt seinen großen handwerklichen Sachverstand. Er hat bei vielen Renovierungsmaßnahmen mit seinem Maler-Team unzählige Arbeitsstunden geleistet. Schon vor der Gründung des Fördervereins setzte er sich für den Erhalt des Schlössle ein. Zur 900-Jahrfeier von Salzstetten 1985 hat er zusammen mit Malermeister Alfred Randecker und weiteren ehrenamtlichen Helfern das historische Gebäude neu gestrichen wie später auch das Rat- und Gemeindehaus. Für ihn war es eine Ehrensache, dass das Gebäude nicht zerfällt, sondern der Nachwelt erhalten bleibt.

1984 verfolgte Hug die Idee, aus dem Schlössle mehr zu machen. 1999 wurde ein Förderverein gegründet. Ohne seine Beharrlichkeit würde es das heutige Schlössle als Kulturtempel nicht geben, sagte Armbruster am 80. Geburtstag. „Hug war ein herausragender Handwerker, eine echte Persönlichkeit. Immer bescheiden, nie im Vordergrund, aber immer hilfsbereit und um die Gemeinschaft bemüht.“, sagt Eberhard Armbruster. „Der Förderverein wird sein herausragendes Engagement immer in dankbarer Erinnerung behalten.“

Lange Zeit Oberlöschmeister

Als Oberlöschmeister stellte er sich fast 50 Jahre lang, von 1968 bis 2016, in den Dienst der Allgemeinheit. Das Gründungsmitglied des Veteranenclubs Salzstetten 1984 organisierte viele große Oldtimer-Treffen mit und besuchte auswärtige Treffen. Das Ehrenmitglied der Sportfreunde Salzstetten engagierte sich früher als Fußball-Jugendleiter. Der frühere katholische Waldachtal-Pfarrer Anton Romer hielt die bewegende Trauerfeier.

Albert Hug

Lebensstationen
Albert Hug ist der Sohn von Albert Hug senior, Salzstetten, und Anna Steimle, geborene Ade aus Obertalheim, verwitwete Hug. Seine Geschwister sind Ingrid Dettling und Gebhard Steimle. Er war gerade mal zwei Monate, als sein Vater 1943 in Wien an Fleckfieber gestorben ist. Ab 1957 erlernte er den Beruf des Malers bei seinem Onkel Abdon Hug in Freiburg, wo er 1960 den Gesellenbrief bekam. Sieben Jahre war er in Freiburg, wo er bis 1965 bei seinem Onkel und der Firma Emil Rath tätig war. 1965 bis 2005 arbeitete er Frank-plastic, heute Röchling Medical Waldachtal, in Salzstetten und sorgte dafür, dass die Ware mit dem Lkw zum Kunden kommt. Und das teilweise mit Polizei-Eskorte, wenn es Behälter in XXL-Größe zu transportieren gab. Bis zu seiner Altersteilzeit 2005 engagierte er sich auch als Betriebsrat. Er war auf der Straße zu Hause, ob mit dem Lkw, dem Auto oder seinen Oldtimer-Motorrädern. Die NSU Fox (1952) und die BMW R2 (1935) waren sein Heiligtum. Bis im Herbst 2024 hat er regelmäßig Ausfahrten gemacht und bis zuletzt daran geschraubt und gepflegt. Er war ein Macher mit technischem Verständnis. 1970 heiratete er Cäcilia Saier aus Grünmettstetten, eine gute Seele von Ehefrau. Stolz war er auf seine vier Enkelkinder Luca, Chiara, Tim und Lio. Mit seiner ruhigen, besonnenen Art vermittelte er Werte und Wissen an seine Enkelkinder. Leidenschaftlich gern hielt er das Ortsgeschehen mit seiner Super-8-Filmkamera und später mit der Videokamera für die Nachwelt fest. So wie er die Kilometer auf der Straße runtergerattert hat, bespielte er viele Kassetten an Filmmaterial. Er liebte es, im Urlaub in die Berge zu fahren. Auch mit den Vatertagswanderern war er unterwegs.