In Nagolds Stadtpark gibt es eine neue Attraktion. Nein, es geht nicht um Spielgeräte für Kinder. Vom neuen Biodiversitätsgarten profitiert der Insektennachwuchs.
Zwischen der Klebwiese und dem Schlossberg befinden sich an prominenter Stelle die Nagolder Schlossbergterrassen. Dieser in der Landesgartenschau 2012 gestaltete Parkbereich, beherbergt künftig den neuen Biodiversitätsgarten.
Was ziemlich sperrig klingt, ist ein echtes Vorzeigeprojekt. Ein Projekt, das als Beispiel gelten kann, auch für den eigenen Garten daheim. Alles, was es hier in diesen Gärten zu entdecken gibt, ist aus ökologischer Sicht zur Nachahmung empfohlen.
Um Nagolds neuen Biodiversitätsgarten zu verwirklichen, bedurfte es dem Zusammenspiel einiger Akteure - allem voran aus dem Fokum Nagold. Ein offener Arbeitskreis, der sich unter anderem dem Klimaschutz in der Stadt verschrieben hat. Und dessen Mitglieder bei der Eröffnung bereits deutlich machten: „Wir haben noch viele Ideen.“ Das Schöne am Fokum, es bleibt nicht bei der Idee. Die Akteure sind auch bereit, selbst Hand anzulegen.
Mitglieder der Projektgruppe Stadtgrün des Fokums brachten den Biodiversitätsgarten im Kleb also nicht nur ideell sondern auch tatkräftig zusammen mit dem Bauhof voran. Und sie engagieren sich auch in Zukunft in der Pflege des Gartens.
So viel Engagement, das beeindruckt. Nagolds Bürgermeister Hagen Breitling jedenfalls freute sich bei der Einweihung, dass die 2012 für die Landesgartenschau angelegten Schlossbergterrassen zeigen würden, wie nachhaltig eine Landesgartenschau wirke. „Wir zeigen hier, was für Dinge möglich sind“, sieht auch Breitling den neuen Garten als Praxisbeispiel für Nachahmer. Dankbar war er, dass es eine so aktive Gruppe in der Stadt gebe. „Es braucht Menschen vor Ort, die da Zeit und Herzblut einbringen können.“
Das überzeugte auch im Landratsamt, wo Mittel aus einem Investitionsfonds in Sachen Klimaschutz für das Projekt freigegeben wurden. Sandra Hinke als zuständige Fachfrau von der Klimaleitstelle des Kreises verdeutlichte, dass der Kreis 19 Projekte mit insgesamt 1,2 Millionen Euro fördere. Das Besondere am Nagolder Projekt ist die Bürgerbeteiligung. „Das gibt es sonst eher nicht so“, freute sich Hinke. „Das ist hier schon beeindruckend, dass da die Bürger einbezogen sind, dass eine Gruppe dahintersteht.“
Und wie sie dahintersteht. Die ehrenamtlichen Bürger, die zur Eröffnung anwesend waren, gaben Einblicke, in den Aufwand, der für den Biodiversitätsgarten betrieben wurde. Noch wird zum Beispiel bewässert. Doch Thomas Ebinger verdeutlichte, dass die Gärten ab nächstem Jahr ohne zusätzliche Bewässerung zurechtkommen sollen.
Und Klaus Kälber warnte schonmal vorsorglich: „Das wird nicht immer so schön aussehen wie jetzt. Da wird es auch einen Wandel geben“, verdeutlichte er. Aber: „Das bleibt immer eine Servicestelle für Insekten.“
Die Wildbienen werden‘s lieben
Tatsächlich flattert, brummt und wuselt es schon zur Eröffnung des Biodiversitätsgartens gewaltig. Dabei gibt es zum Beispiel auch ein Sandarium – also einen Bereich mit sandigem Boden und viel Totholz. Die Wildbienen werden‘s lieben.
Nagolds Klimamanager Kevin Mack freut sich über das Projekt und lobte das Fokum. Die Gruppe sei eine wichtige Schnittstelle zur Bevölkerung. Er erörterte die Grundideen der Anlage, die auch inspirieren soll für den eigenen Garten.
Infotafeln klären auf
Ausführliche Infotafeln stehen am neuen Garten ebenso zum Entdecken bereit. Auf Ihnen gibt es viel über die Grundprinzipien der naturnah gestalteten ökologisch wertvollen Beete zu erfahren.
Es geht um den wertvollen Lebensraum Sandbeet, über Totholz als Lebensraum bishin zu der Frage, wieso Insekten so wichtig sind und wie es sich in einem Insektenhotel lebt. Über QR-Codes abrufbare Infos, zum Beispiel zu den Pflanzlisten, sollen noch folgen.