Der SV Seedorf unterliegt Tübingen mit 0:4. Das Ingrao-Team startet enorm schwungvoll in die Partie und vergibt gute Chancen. Ein Traumtor bringt den SSC jedoch auf die Siegerstraße.
Markos Chatziliadis gilt beim SSC Tübingen seit vielen Jahren als Unterschiedsspieler. Dieser Beschreibung wurde der Grieche am Mittwochabend im so wichtigen Landesliga-Nachholspiel mehr als gerecht.
In der 10. Minute verlängerte er eine Hereingabe mit Glück und Geschick per Hacke von der Strafraumkante über SVS-Keeper Marcel Bender in die Maschen. Zehn Minuten später wurde er wieder in ähnlicher Position angespielt, drehte sich einmal und legte den Ball zum 0:2 ins lange Eck. Er frohlockte gegenüber unserer Redaktion: „Es ist toll mal wieder zu treffen. Das klappt nicht immer so wie heute, aber ich habe es einfach mal versucht. Beim 2:0 habe ich bewusst durch die Beine geschossen.“
Nur an die Latte
Umso bitterer aus Sicht der Hausherren: Das Team von Emanuele Ingrao war richtig gut in die Partie gestartet und wagte sich sofort in die Offensive. Einen strammen Schuss von Luis Holzer parierte Ramon Peter im Tor des SSC ganz stark (6.). Die noch größere Chance hatte Kapitän Marvin Roth in der 7. Minute, als er nach einem Freistoß die Latte traf.
„Es war in Ballbesitz mit das beste Spiel in dieser Saison. Wir machen aber einfach keine Tore. Dieses Problem haben wir seit dem Saisonbeginn“, ordnete Ingrao das Geschehen ein. Und in der Tat sind die Probleme seines Teams im Torabschluss unübersehbar. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte nach einem Ballgewinn Frieder Mauch die große Gelegenheit auf den Anschlusstreffer, schoss den Ball aber freistehend an der langen Ecke vorbei. So ging es für die Hausherren mit einem 0:2 in die Pause.
Kein Anschlusstreffer
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Seedorfer noch mehr die Spielkontrolle, Tübingen konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Defensive. Einen Drehschuss von Timmy Haag klärte Peter zur Ecke (60.), Marvin Roth verpasste das 1:2 nach einer Ecke (73.). Und als der Ball dann doch einmal im Tor landete, lag eine Abseitsstellung vor (79.).
Stattdessen machten die Gäste in Person von Lars Lack den Deckel auf die Partie: Sein Linksschuss in der 82. Minute besorgte das 3:0 aus ihrer Sicht, Joschka Kralewski ließ blankstehend nach einem Eckball sogar noch den vierten Treffer folgen (90+2.).
Auch Albstadt verliert
So stehen die Seedorfer trotz einer deutlich engagierteren Leistung als am Sonntag zum dritten Mal in diesem Jahr ohne Punkt und eigenes Tor da. Beim SSC war die Stimmungslage hingegen gegenteilig. Chatziliadis, der „Mann des Abends“, erklärte: „Wir kamen zu spät hier an, haben uns nur 20 Minuten warm gemacht, aber der Wille war heute brutal da. Es ist eine krasse Genugtuung, wenn man sieht wie es im ersten Spiel hier gelaufen ist.“ Beide Teams trennen in der Tabelle nun satte acht Punkte. Ebenfalls am Mittwochabend unterlag der FC 07 Albstadt in seinem Heimspiel dem SC 04 Tuttlingen mit 0:2. SV Seedorf – SSC Tübingen 0:4 (0:2). SVS: Bender; M. Roth, J. Roth Grimmeißen (82. Braitsch), Haag, Krizman, Ha. Föll, Mauch, Scheck, Holzer (75. He. Föll), Huss. Tore: 0:1, 0:2 Markos Chatziliadis (10, 20.), 0:3 Lars Lack (82.), 0:4 Joschka Kralewski (90+2.). Schiedsrichter: Jean-Marcel Kirigenda mit Claudius Strobel und Max Müller.