Die Foodsharing-Initiative stellte sich bei der Stadtmühle vor – auch Tilman Petters (rechts) informierte sich dort. Foto: Baublies

Essen gerechter verteilen oder ein Garten für alle in der Innenstadt: Der Nachhaltigkeitstag am Samstag hat gezeigt, dass sich viele Menschen in Lahr für eine umweltverträgliche Lebensweise einsetzen.

Lahr - Foodsharing ist eine Initiative gegen Lebensmittelverschwendung, die es bundesweit gibt – auch in Lahr. Ihre Vertreter stellten sie am Samstag bei der Stadtmühle vor. Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft, und Obst, das sich nicht mehr verkaufen lässt, könnten noch sehr gut geteilt werden, so die Idee.

Platz für Kühlschrank wird gesucht

Doch um sie in Lahr umzusetzen, braucht es noch mehr Händler, die sich beteiligen wollen. Gesucht wird auch ein Stellplatz für einen öffentlichen Kühlschrank. Finanziert wird er mit dem Geld, das die Foodsharing-Initiative vom Stadtgulden erhalten hat.

Direkt daneben präsentierten Mitarbeiterinnen der Mediathek und ihres Förderkreises ihre Ideen zur Nachhaltigkeit. Denn auch ein Bücherflohmarkt passte zum Konzept des Aktionstags. Interessant ist, dass es in der Mediathek auch eine Bibliothek der Dinge gibt – dort kann etwa auch eine Bohrmaschine entliehen werden. Am Samstag gehörten Samentütchen zu den Dingen, die ihren Teil zur Nachhaltigkeit beitragen sollen.

Eine andere Initiative, die es seit acht Jahren gibt, stellte der Bund für Umwelt und Naturschutz im Garten an der Kirche St. Peter und Paul vor. Denn der ehemalige Pfarrgarten kann gemeinschaftlich bewirtschaftet werden. Wer Interesse hat, engagiert ist und – idealerweise – einen grünen Daumen besitzt, kann dort säen, pflegen und ernten. Wer sich das alles nicht alleine zutraut: Es gibt auch die Möglichkeit, Beete gemeinschaftlich anzulegen und zu unterhalten. Am Samstag konnten Besucher dort Saatbälle fabrizieren. Das sprach vor allem Kinder und deren ältere Begleiter an.

Nur die Kaffeemaschine funktioniert nicht

Auf dem Schlossplatz stellten unterschiedliche Initiativen ihre Beiträge vor. Dazu gehörten die Carsharing-Initiative, die Stadtverwaltung, das Jugendcafé "Wildberry", Fairtrade oder die Young-Caritas. Die Passanten konnten etwa erfahren, dass Lahrer von der Stadt ein Lastenrad (mit oder ohne Batterie) ganze sieben Tage kostenlos entleihen können. Beim Kauf eines Lastenrads gibt es aus der Kämmerei dann sogar Zuschüsse. Einziger Wermutstropfen: Die Kaffeemaschine im Waggon des Jugendcafés streikte. Aber der Weg zum Repair-Café an der Stadtmühle war ja so weit nicht...

Manfred Kaiser, der im Rathaus für die Stabsstelle Umwelt verantwortlich ist, war am Mittag mit der Resonanz zufrieden. Man habe zahlreiche interessierte Nachfragen erhalten. Einen Verbesserungsvorschlag hatte Kaiser aber auch: Die Plätze in der Stadt sollten bei einem neuen Nachhaltigkeitstag anders bespielt werden.

Der Sonnenplatz wäre zum Beispiel besser erreichbar gewesen als der Rathausplatz und das Quartier an der Stadtmühle. Allerdings muss der Samstagsmarkt derzeit aufgrund der Baustelle bei der ehemaligen Marktschenke auf den Sonnenplatz ausweichen. Katinka Mangei, die Vorsitzendes des Bund in Lahr, sah es ähnlich: Ein Stand in der Innenstadt, der für den gemeinsamen Garten wirbt, wäre bei einer Neuauflage von Vorteil.

Veranstaltet worden war der Nachhaltigkeitstag von der Gruppe "Wir für die Zukunft" – engagierter Lahrer, die die Bedeutung eines nachhaltigen Lebens in den Fokus rücken wollten: Nur so viel nutzen, wie vorhanden ist; nur so viel verbrauchen, wie sich wieder erneuern kann; genügend Ressourcen hinterlassen.