Ab sofort liefert eine neue Photovoltaikanlage einen Teil des Stroms für den so genannten Blauen Bau – eine Premiere für die Musikhochschule in Trossingen.
Es ist die erste Anlage, die auf einem der Hochschulgebäude realisiert werden konnte. Die neue Anlage hoch über der Hauptstraße 13 speist nun Solarstrom in das interne Netz ein.
Auf einer Fläche von rund 120 Quadratmetern erzeugen 60 Module mit einer Gesamtleistung von 27 Kilowatt-Peak künftig einen Teil des Strombedarf des Gebäudes. Mit dem Projekt leistet die Musikhochschule einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Landesziele beim Ausbau der Photovoltaik und zur angestrebten Klimaneutralität der Landesgebäude bis 2030, so die Mitteilung.
Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Konstanz, prüft die Hochschule regelmäßig die Machbarkeit weiterer Photovoltaikanlagen auf den Gebäuden, insbesondere bei Sanierungen und Neubauten.
Neue Klimabeauftragte
Für die neue Klimaschutzmanagerin Katherine Krause, die im Juni an der Hochschule begonnen hat, ist die neue PV-Anlage ein Projekt, über das sie sich ganz besonders freut. Das Miterleben der finalen Umsetzung und Inbetriebnahme der PV-Anlage gibt ihr einen motivierenden Start in ihre neue Aufgabe nach dem Abschluss ihres Studiums in Klima- und Umweltwissenschaften.
Ihre Stelle wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative für zwei Jahre zu 70 Prozent gefördert – ein Programm, das Kommunen und öffentliche Einrichtungen dabei unterstützt, Klimaschutz vor Ort voranzubringen.
Energiebilanz ist Grundlage
Zu ihren Aufgaben gehört es nicht nur, bauliche Projekte wie die neue Solaranlage zu begleiten, sondern auch einen umfassenden Überblick darüber zu gewinnen, wie viel Energie die Hochschule verbraucht und welche Treibhausgase dabei entstehen. Grundlage dafür ist eine Energie- und Treibhausgasbilanz, die sichtbar macht, in welchen Bereichen besonders viel Energie benötigt wird – etwa in den Gebäuden, bei der Beleuchtung, der technischen Ausstattung oder der Mobilität – und wo folglich die meisten Emissionen entstehen.
Auf dieser Grundlage kann anschließend ein konkreter Plan entwickelt werden, wie die Hochschule ihre Emissionen Schritt für Schritt reduzieren kann. Erste Ansätze dafür gibt es bereits: Im Bereich der Energieeffizienz sind verschiedene Maßnahmen in Vorbereitung. So soll die automatisierte Heiz- und Lüftungssteuerung in zwei Gebäudeabschnitten erweitert und die Beleuchtung sukzessive auf LED-Technik umgestellt werden. Beides hat das Potenzial, den Energieverbrauch spürbar zu reduzieren.
Eigenes Verhalten beeinflusst
Darüber hinaus spielt auch das Verhalten der Hochschulangehörigen eine wichtige Rolle – ihr alltäglicher Umgang mit Energie kann erheblichen Einfluss auf die Gesamtbilanz haben. Besonders die Studierenden möchte die Klimaschutzmanagerin stärker einbeziehen.
Mit motivierenden und spielerischen Elementen sollen sie dafür gewonnen werden, ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu entdecken.
Durch Gamification-Ansätze oder musikalische Projekte können sie erleben, dass nachhaltiges Handeln nicht nur notwendig ist, sondern auch inspirierend und gemeinschaftsstiftend wirkt. Nun wird die PV-Anlage noch die letzten Sonnenstrahlen des Jahres aufnehmen – und zeigt gleichzeitig, dass die Hochschule mit Ihrer Klimaschutzmanagerin auf einem guten Weg ist, in den kommenden Jahren noch mehr für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Verantwortung zu bewegen.