Die Ergebnispräsentation des Projekts "Der ländliche Raum für Zukunft" findet online statt. (Screenshot) Foto: Helbig

Zwölf Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse zu "Der ländliche Raum der Zukunft" und damit ihre Ideen zur nachhaltigen Entwicklung Straubenhardts. Manche Teilnehmer fürchten, ihre Ideen könnten schnell versanden.

Straubenhardt - Nach acht Wochen Arbeit der Straubenhardter Projektgruppen wurde jetzt die Ergebnispräsentation zum Projekt "Der ländliche Raum für Zukunft" mit Perspektiven zur Umsetzung vorgestellt.

Sandra Holzherr vom Gemeindenetzwerk Bürgerliches Engagement moderierte die Videokonferenz. Im Verlauf der Auftaktveranstaltung am 8. Juni hatten sich vier Themenbereiche herauskristallisiert. Diese waren in Workshops weiter herausgearbeitet worden.

Viel zitierter bunter Strauß wird sichtbar

Bürgermeister Helge Viehweg stellte in seiner Begrüßung fest, man sei auf der Zielgeraden eines sehr bunten Ideenspektrums, und der viel zitierte bunte Blumenstrauß an Ideen sei tatsächlich sichtbar geworden. Insgesamt gab es zwölf Projektskizzen.

Musikschulleiter Christian Knebel stellte die erste Projektskizze, "Musik für alle, ein Auftaktprojekt zur Gewinnung von Kindern für die Musik", vor. Weitere Projekte im Bereich Nachhaltigkeit sind Gemeindemarketing, die Wasserversorgung mit Optimierung der Regenwassernutzung zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs und Sensibilisierung der Nutzer zum schonenden Umgang mit dem Trinkwasser.

Projektidee vier beschäftigt sich mit der verbesserten Raumnutzung des Hauses der Familie und der Villa Kling auch als Bildungsort für "Cradle to Cradle" (C2C). Eine weitere befasst sich mit der Stärkung und Weiterentwicklung der Begegnungsstätten, Vernetzung der Vereine, Kleinkultur und Inklusion. Projekte sind auch "Gesund leben auf dem Land" und "Wohnortnahe Versorgung".

Die Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs ist eine umfangreiche Geschichte, die Andreas Bley vortrug. Kurzfristig sollen die Optimierung der Haltestellen angegangen werden, der Tarif­dschungel beseitigt und die Umsteigesituation in Ittersbach verbessert werden, längerfristig auch Entwicklungen wie autonomes Fahren als Alternative zu Straßenbahnen bedacht werden.

Michael Karg verglich in seiner Skizze den privaten Personenverkehr mit dem ÖPNV und forderte sichere Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer, barrierefreie Wegführung und einen energieeffizienten, nachhaltigen ÖPNV.

Die Projektskizze "Insektenparadies Straubenhardt" erläuterte Klaus Faaß. Und Bernd Gewiese will eine Beratungsinitiative zu klimaneutralem Heizen starten. Ökologisches und Umweltfreundliches Bauen in seiner ganzer Bandbreite mit Verwendung ökologischer Baustoffe, C2C, Regenwasserrückhaltung und dezentrale Strom- und Wärmeversorgung thematisierte Michael Karg.

Es gab zwölf Projektskizzen mit unterschiedlichsten Themen, die teils untereinander verzahnt sind. Insgesamt geht es dabei um nachhaltige Entwicklung sowohl in ökologischer, wie auch in gesellschaftlicher und ökonomischer Hinsicht. Wichtig sei bei der Umsetzung die Vernetzung untereinander und auch mit den Partnerorganisationen, betonte Moderatorin Holzherrn. Über die Ergebnisse werde eine Dokumentation erstellt, und alle Ergebnisse sollen auf Fördermöglichkeiten geprüft werden.

Andreas Bley wollte wissen, wie es nun weitergeht mit den Projektskizzen und wie man die Projekte tatsächlich voranbringen könne. Danach fragten auch Michael Schäfer und Angela Gewiese. Letztere betonte, es sei die entscheidende Frage, wie das umgesetzt werden könne. "Ich finde, wir werden jetzt wieder allein gelassen", bedauerte sie.

Erst bündeln, dann nach Fördermittteln schauen

Erna Grafmüller forderte, die Projektideen, verbunden mit einem Aufruf zur Mitarbeit, sollten jetzt nochmals veröffentlicht werden. Die Projektgruppen sollten mindestens mit drei bis vier Leuten bestückt sein. Holzherr sagte, es gebe Projekte, die allein durch bürgerliches Engagement umgesetzt werden könnten und andere, die einen größeren Rahmen und die Beteiligung der Gemeinde benötigten und spielte den Ball weiter an Bürgermeister Viehweg.

Dieser meinte, das sei jetzt das "Schwarzer Peter"-Spiel. Die Kommune Straubenhardt könne nicht alle Ideen aufgreifen, koordinieren oder umsetzen. Zunächst werde alles nochmals gebündelt, aufbereitet, dann geschaut, wo es Förderprogramme gebe. In manchen Bereichen würden auch Dinge genannt, an denen die Gemeinde schon dran sei und wo man jetzt neue Impulse bekommen habe. Das unterstütze die Verwaltung sehr gerne, es dürfe nur nicht die Erwartungshaltung entstehen, die Gemeinde mache das jetzt alles und sofort.

Und eins dürfe nicht passieren, dass man das Gefühl habe, jetzt haben wir wieder darüber geredet, und dann bleibt’s liegen. Aus den Projekten müsse sich ein roter Faden entwickeln. Auch er würde sich einen Programmteil zwei zur konkreten Umsetzung der Projekte mit Hilfestellung wünschen. Es gebe viele initiierende Förderprogramme, aber nur wenige, die das aufgriffen, was dabei herauskomme.

Für das Engagement dankte Viehweg allen Beteiligten und zeigte sich abschließend optimistisch: "Da wird schon was G’scheits dabei rauskommen."