Das ehemalige Kloster wird nachhaltig saniert. Bei einem Schausonntag gibt es einen Blick hinter die Kulissen.
In nachhaltiger Bauweise saniert der Freie Architekt Michael Bader aus Riedöschingen derzeit das Pfarrhaus seines Heimatorts. Wie es gelingt, das ehemalige Kloster mit natürlichen Baustoffen für die moderne Nutzung umzugestalten, zeigt Bader bei einem Schausonntag für ökologisches und nachhaltiges Bauen am 19. November.
Nach seinem Architekturstudium in Biberach an der Riß absolvierte er ein Masterstudium in Architektur in Berlin, während dessen er ein großes Interesse am ökologischen Bauen entwickelt hat. Nach seinem Studienabschluss machte sich Michael Bader als Freier Architekt selbstständig.
Sein Büro „Urban Clean Building“ mit Sitz in Berlin hat sich auf die Fahnen geschrieben, während des Planungsprozesses stets Alternativen zur konventionellen Bauweise im Blick zu behalten, um das Bauvorhaben durch den Einsatz natürlicher Baustoffe wie etwa Stroh, Lehm, Hanf oder Holz nachhaltig zu gestalten.
Natürliche Baustoffe
„Energieeffiziente, nachhaltige und ökologische Architektur lässt sich am besten mit natürlichen Baustoffen realisieren, so wie es früher auch üblich war“, so der umweltbewusste Architekt.
Wie man mit einfachen Mitteln und Materialien auch heute noch voll funktionsfähige Gebäude realisiert, erfuhr Bader am Anfang dieses Jahres aus erster Hand. Während eines dreimonatigen Freiwilligeneinsatzes war er für die Hilfsorganisation der Grünhelme im südostafrikanischen Malawi als Leiter beim Bau einer Vorschule tätig.
Die „Self-Made Baustelle“
Das Pfarrhaus in Riedöschingen nennt Michael Bader liebevoll seine „Self-Made Baustelle“. Seine Mutter und Pfarrgemeinderätin Kornelia Bader hat das 1532 erbaute Haus, ein ehemaliges Exerzitien-Kloster mit Krankenstation, vor zwei Jahren erworben. Nun unterstützt er sie bei der Planung und Ausführung der Sanierung des großen Komplexes. Vorgesehen ist zunächst der Ausbau einer Wohnung im ersten Obergeschoss, um Wohnraum im Ortskern zu schaffen. „Hier kann ich alle meine Ideen in die Tat umsetzen und selbst ausprobieren, ob und wie gut die gewählten natürlichen Baustoffe funktionieren“, so Bader.
„Mit der gesammelten Erfahrung kann ich meine Kunden in Sachen nachhaltiges Bauen künftig noch besser beraten“, betont er. Um dies zu gewährleisten, pendelt er aktuell zwischen Berlin und Riedöschingen hin und her. Eine Woche pro Monat verbringt er im badischen Heimatdorf, die restliche Zeit kümmert er sich um die Arbeit in der Bundeshauptstadt.
Blick hinter Klostermauern
Um auch der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, einen Blick hinter die einstigen Klostermauern zu werfen und den Fortschritt der ökologischen und nachhaltigen Sanierung zu verfolgen, veranstaltet Michael Bader am 19. November einen „Schausonntag für ökologisches und nachhaltiges Bauen“. Hier wird der junge Architekt vor Ort sein, Führungen durch die Baustelle anbieten und für alle Fragen Rede und Antwort stehen. Dabei können auch verwendete Baustoffe wie etwa Hanf-Kalk-Mauersteine, Hanf-Lehm-Schüttungen, Lehmbauplatten und Lehmgrundputze besichtigt werden.
Fachvorträge und Informationsstände
Daneben gibt es Fachvorträge und Informationsstände. Um 14 Uhr spricht Henry Pauly vom Büro Hanfingenieur über „Hanf als zukunftsweisender Baustoff“. Anschließend befasst sich Bernhard Held um 15 Uhr mit dem Thema „Lehm und seine Vorteile – Es muss nicht immer Estrich sein“. Den Abschluss der Vortragsreihe macht der Initiator der Veranstaltung selbst: Um 16.30 Uhr wird er in einem Bildervortrag mit dem Titel „Mission: Ehrenamtlich in Südostafrika – Kindergartenbau in Malawi“ über seinen Aufenthalt als Freiwilliger der Grünhelme berichten. Die Türen des Pfarrhauses öffnen sich um 13 Uhr.
Schausonntag
Ökologisches und Nachhaltiges Bauen
Am 19. November öffnen sich die Pforten des Pfarrhauses in Riedöschingen anlässlich eines Schausonntags für ökologisches und nachhaltiges Bauen. Der junge Architekt Michael Bader gibt einen Einblick in die laufenden Sanierungsarbeiten einer Wohnung mit natürlichen Baustoffen. Fachvorträge zu den Baustoffen Hanf und Lehm stehen ebenfalls auf dem Programm. Zum Abschluss zeigt er in einem Bildervortrag Eindrücke seines Freiwilligeneinsatzes als Bauleiter in Malawi.