Der Landkreis Pavillon aus dem "Tal X" wurde zerlegt und auf dem Gelände der Entsorgungsanlage Bengelbruck wieder aufgebaut – als künftige Fahrzeughalle. Nun wurde Richtfest gefeiert.
Die Gartenschau im „Tal X“ mag beendet sein, doch der Landkreis-Pavillon, der im Gartendorf in Baiersbronn mit seiner immersiven Ausstellung über die Natur des Schwarzwalds ein Publikumsmagnet war, schreibt seine Geschichte weiter, wie das Landratsamt berichtet. Er wird künftig vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises genutzt.
Aus dem temporären Ausstellungsgebäude entsteht derzeit am Standort Bengelbruck eine dauerhaft genutzte Fahrzeughalle – ein Projekt, das jetzt mit allen beteiligten Firmen und Handwerkern sein Richtfest gefeiert hat.
Landrat Andreas Junt begrüßte die Gäste und betonte die Bedeutung der Nachnutzung: „Unser Pavillon war auf der Gartenschau ein echter Hingucker und ein Ort, an dem viele Menschen den Schwarzwald neu erlebt haben. Uns ging es jedoch nicht darum, ein Erinnerungsstück zu bewahren, sondern darum, Materialien weiter zu nutzen und Abfall zu vermeiden. Der Pavillon war von Anfang an so geplant, dass er ein zweites Leben haben kann – jetzt erfüllt er genau diesen Zweck.“
In Einzelteile zerlegt
Die Zimmerleute begleiteten die Zeremonie mit dem traditionellen Richtspruch. Ein besonderer Dank des Landrats galt auch dem Team des Abfallwirtschaftsbetriebs für die Unterstützung vor Ort.
Der Pavillon wurde nach dem Ende der Gartenschau in seine Einzelteile zerlegt, transportiert und auf einem ein Meter hohen Betonsockel wieder aufgerichtet. Die Öffnungen für Garagentore waren auf der Gartenschau bereits vorhanden, hinter der Holzfassade jedoch nicht sichtbar.
Die Mehrfach-Nutzung sei nachhaltig, so das Landratsamt weiter, die Materialien seien es ebenfalls: Holz eigne sich hervorragend für Montage und Demontage und bestehe als Baustoff weiter. Die Fassade besteht laut der Mitteilung aus Lärchenholz, die Konstruktion aus Nadelholz, die Wandflächen sind mit OSB bekleidet.
Um ein Feld verlängert
Der Pavillon wurde für den Einsatz als Fahrzeughalle um ein zusätzliches Feld verlängert. Die Halle schützt künftig Maschinen und Fahrzeuge wie Radlader, Häcksler, Lastwagen-Anhänger und Siebmaschinen vor widrigen Wetterbedingungen. Neben der Fahrzeughalle wurde eine Waschplatte zur Reinigung der Maschinen und Fahrzeuge eingerichtet.
Im ehemaligen Eingangsbereich des Gartenschau-Pavillons entsteht das Labor der Kompostanlage sowie eine Sanitäreinrichtung mit Dusche und WC. Darüber befindet sich das neue Kleinteilelager. Im Jahr 2026 soll das Dach der Fahrzeughalle mit einer Photovoltaik-Anlage belegt werden. Vor dem Gebäude sind zwei Regenwasserzisternen mit je 12,5 Kubikmeter Volumen installiert; das gespeicherte Wasser wird für Fahrzeugreinigung und zur Bewässerung des Komposts genutzt.
Landrat Junt fasste zusammen: „Dieser Bau zeigt, dass Handwerk, Planung und Nachhaltigkeit zusammengehören. Wir stärken unsere Infrastruktur, sparen Ressourcen und setzen ein sichtbares Zeichen für verantwortliches Bauen.“