Manchmal begegnet sie einem überraschend: Die D-Mark taucht auch im Kreis Rottweil oft noch aus alten Schränken auf. Was macht man eigentlich damit? Es gibt auch kuriose Lösungen.
Es überkommt einen doch ein gewisses nostalgisches Gefühl, wenn man beim Ausräumen oder Umräumen dieses Relikt aus alten Zeiten findet: Die D-Mark schlummert immer noch in vielen Schränken und Schubladen und taucht gerade zum Jahresende, wenn manch einer die Zeit zum Aus- oder Umräumen nutzt, plötzlich wieder auf.
Doch was tun, wenn man im Kreis Rottweil nicht nur ein paar Münzen, sondern vielleicht sogar einen lohnenswerten Betrag der alten Währung findet? Klar ist: Die Mark hat bereits seit 2002 im normalen Zahlungsverkehr ausgedient und auch bei den Hausbanken vor Ort ist man damit an der falschen Stelle.
Die Bundesbank ist gar nicht so fern
Diese informieren auch im Kreis Rottweil meist schon auf der Homepage, dass der Umtausch nicht möglich ist. Das geht nur in einer der 31 Bundesbank-Filialen in Deutschland – und davon gibt es immerhin eine direkt im Nachbarlandkreis, nämlich in Villingen, am Hoptbühl 4.
Wir fragen dort nach, wie viel D-Mark denn heutzutage, mehr als 20 Jahre nach deren Aus im Zahlungsverkehr, noch umgetauscht werden?
Von Seiten eines Sprechers der Bundesbank-Zentrale heißt es, im gesamten Gebiet der Bundesbank-Hauptverwaltung Baden-Württemberg – mit den Filialen Freiburg, Karlsruhe, Reutlingen, Stuttgart, Ulm und Villingen-Schwenningen seien im Jahr 2024 rund 7,8 Millionen Mark umgetauscht worden. Und von Januar bis November 2025 waren es 6,4 Millionen Mark. Das sind enorme Summen.
Man könne leider keine Zahlen zu einzelnen Filialen bereitstellen, heißt es – doch das war vor einigen Jahren noch anders. So sind im Jahr 2022 in der Bundesbank-Filiale in Villingen-Schwenningen mit ihrem Einzugsgebiet auch in den Kreis Rottweil hinein mehr als 300 000 Mark umgetauscht worden, wie es damals auf Nachfrage unserer Redaktion hieß.
Bis zu fünfstellige Summen
Damals wie heute, so ist zu erfahren, gibt es dabei eine große Bandbreite von Kleinstbeträgen bis hin zu Summen im niedrigen fünfstelligen Bereich, die die Bürger bei der Bundesbank umtauschen. Letzteres seien aber Einzelfälle. Auch auf dem Postweg an die Bundesbank ist ein Umtausch übrigens möglich. Mit dem Geld muss auch ein ausgefüllter Antrag mitgeschickt werden. Infos dazu gibt es hier.
Wie viel gibt es für eine Mark?
Einen Mindesttauschbetrag gibt es übrigens nicht, erklärt der Bundesbank-Sprecher auf Nachfrage. Und mancher mag nun grübeln: Wie viel bekomme ich eigentlich genau für eine Mark? Die Antwort: „Der offizielle DM/Euro-Umtauschkurs seit der Einführung des Euro – zum 1. Januar 1999 im Rechnungswesen, als Bargeld dann zum 1. Januar 2002 – lautet 1 EUR = 1,95583 DM – daraus folgt: 1 DM = 0,51 Euro“.
Weintrauben in Schokolade für 10 Mark
Wer seine D-Mark eher originell einsetzen will, hat dazu auch Möglichkeiten. Zum Beispiel im kommenden Jahr bei einem Weihnachtsmarkt-Besuch in München. Ein Standbetreiber dort – von „Früchte Krug“ – hat einfach nie damit aufgehört, die alte Währung anzunehmen. Im Weihnachtsdorf im Kaiserhof am Odeonsplatz kosteten Weintrauben in Schokolade in diesem Jahr 5 Euro – oder 10 Mark.
Mehr als 12 Milliarden sind im Umlauf
Laut Bundesbank sind übrigens immer noch rund 12,3 Milliarden D-Mark in Form von Münzen und Scheinen in Umlauf. Entweder mag sich mancher also wohl einfach nicht davon trennen, oder die alte Währung schlummert irgendwo ein bisschen zu gut versteckt.