Eine gestiegene Nachfrage nach E-Fahrzeugen gibt es auch im Donaueschinger Honda-Autohaus Greuner. Geschäftsführer Robert Greuner (rechts) und Automobilverkäufer Daniel Iskandar beraten die Interessenten gern zu allen Fragen rund um die Technik. Foto: Dietmar Zschäbitz

Die Nachfrage bei den Händlern in Donaueschingen wächst. Vollelektrisch oder lieber ein Hybrid-Fahrzeug? Es gibt viele Fragen zu Technik, Reichweiten und Förderungen.

Täglich steigende Benzinpreise sorgen für viel Ärger bei den Autofahrern. Schmunzeln können jene, die vollelektrische Fahrzeuge besitzen. Zuletzt war die Liebe der Deutschen zu den E-Autos nicht ausgesprochen groß. Setzt nun vor dem Hintergrund der aktuellen Spritpreise ein Umdenken ein? Unsere Redaktion fragte dazu in Autohäusern nach.

 

Eine deutlich gestiegene Nachfrage nach vollelektrischen und Hybrid-Fahrzeugen hat in den vergangenen Wochen Jürgen Erndle, Geschäftsführer des Donaueschinger Mitsubishi-Autohauses Erndle, ausgemacht. Mitsubishi sei in der E-Mobilität immer ein Vorreiter gewesen, etwa mit dem 2011 weltweit erstmals vollelektrischen Fahrzeug.

„Zudem hatten wir an unserem Autohaus die erste Ladestation in ganz Donaueschingen. Diese Fakten haben Interessenten registriert und fragen jetzt verstärkt an“, betont Erndle. Vor allem Preise und Reichweite interessieren die potenziellen Kunden. „Einige kommen mit ganz konkreten Vorstellungen, die sie gut recherchiert haben. Sie kennen das Ladestellennetz. Der Trend, den eigenen Benziner abzulösen, ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen“, ergänzt Erndle.

Mit dem Electric Vehicle war Mitsubishi Vorreiter bei vollelektrischen Fahrzeugen. Noch heute ist das rund 15 Jahre alte Automobil im Donaueschinger Mitsubishi Autohaus Erndle voll einsatzfähig. Geschäftsführer Jürgen Erndle wartet mit einem großen Wissen rund um die E-Mobilität auf. Foto: Dietmar Zschäbitz

Auch im Honda-Autohaus Greuner werden E-Autos und Hybrid-Fahrzeuge jetzt deutlich öfter nachgefragt. „Wir haben einige Kunden, die lange an ihrem Diesel-Fahrzeug festgehalten haben und sich durch die gestiegenen Preise an den Tankstellen nun beispielsweise für Hybrid-Fahrzeuge interessieren. Da ist von unserer Seite manchmal auch noch etwas Aufklärungsarbeit nötig, die wir jedoch gerne leisten und helfen“, so Greuner.

Bei Neuinteressenten stehen vor allem Fragen nach der Reichweite oder nach Lademöglichkeiten im Mittelpunkt. „Für einige Interessenten ist der Sprung vom Verbrenner hin zum elektrischen Fahrzeug noch zu groß. Hier bieten wir die Hybridtechnologie an, die deutlich besser und günstiger als beim Verbrenner-Fahrzeug sind.“

„Für jeden Gelbeutel“

„Wir haben in den vergangenen Wochen eine verstärkte Nachfrage nach vollelektrischen Modellen“, sagt Michael Rüffer von der Autowelt Schuler in Donaueschingen. „Es kommen Interessenten, die bisher eher noch keine Berührungspunkte mit dieser Technologie hatten und sich nun erstmals intensiv damit beschäftigen. Konkret gefragt wird nach Reichweiten, Lademöglichkeiten oder einem Kostenvergleich, wobei wir in allen Dingen sehr gerne helfen und zudem in der Lage sind, für jeden Geldbeutel entsprechende Fahrzeuge in verschiedenen Klassen anzubieten“, so Rüffer.

Auch Steffen Albert, Geschäftsführer im Hüfinger Ford-Autohaus Albert, erkennt ein deutlich steigendes Interesse an E-Fahrzeugen. „Man merkt deutlich, dass die aktuellen Spritpreise die Menschen über Alternativen nachdenken lassen. Wir informieren gerne über die eher kalkulierbaren Preise bei den Stromanbietern, die sich vertraglich absichern lassen“, sagt Albert.

Vollelektrische Fahrzeuge, auch im Bereich der Nutzfahrzeuge, bietet natürlich auch das Hüfinger Ford-Autohaus Albert an. Geschäftsführer Steffen Albert (hinten) und Verkäufer Markus Gazda vermelden ebenfalls ein deutlich gestiegenes Interesse an E-Fahrzeugen. Foto: Dietmar Zschäbitz

„Einige kommen ohne jegliche Markenkenntnis und wollen sich im persönlichen Gespräch erst prinzipiell informieren. Andere kommen mit klaren Vorstellungen und großem Wissen über E-Fahrzeuge“, betont Albert. „Wir haben eine sehr gute Modellpalette für alle Wünsche. Stark sind wir zudem im Bereich der vollelektrischen Nutzfahrzeuge, der an Bedeutung gewinnt.“

Fragen nach den Preisen, Reichweiten, Aufladezeiten oder an förderfähigen Modellen werden besonders oft gestellt. Da die E-Mobilität zunehmen wird, wird das Autohaus Albert in Kürze mit Leapmotor eine Zweitmarke anbieten. „Mit den Leapmotor-Modellen sind wir in der Lage, unseren Interessenten sehr preisgünstige Fahrzeuge unter 20 000 Euro und mit einer Reichweite um die 300 Kilometer anzubieten“, so Albert.

Bidirektionales Laden interessiert

Mehr Interessenten zur E-Mobilität informieren sich aktuell auch bei Fabian Wolpert, Markenbeauftragter im Hyundai-Autohaus Bach in Donaueschingen. „Es kommen Interessenten, die schon länger mit elektrischen Fahrzeugen geliebäugelt haben, aber auch Menschen, für die die E-Mobilität bisher kein Thema war.“

Gerade das bidirektionale Laden, mit dem Elektroautos nicht nur Energie aufnehmen, sondern auch wieder abgeben, etwa für das eigene Heim, sei für viele sehr interessant.

Staatliche Förderung

E-Autos
Die Bundesregierung hat eine Förderung von bis zu 6000 Euro für Elektroautos verabschiedet. Sie gilt rückwirkend ab Januar 2026 auch wieder mit einer Kaufprämie. Die Zuschusshöhe hängt von Einkommen, Familienstand und Fahrzeugtyp ab. Die Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos wurde bis zum 31. Dezember 2035 verlängert. Zudem wurde die Preisgrenze der Steuervorteile für E-Dienstwagen angehoben. Ab 2026 stellte der Bund rund drei Milliarden Euro zur Verfügung.