Das Interesse an Bauplätzen in Nagold ist weiter groß. Doch wo gibt es eigentlich noch städtischen Baugrund? Und was kostet das Grundstück? Hier ist der Überblick.
„Die Stadt Nagold ist ein attraktiver Standort zum Leben und Arbeiten“ – das weiß man auch im Nagolder Rathaus. Auf Nachfrage der Redaktion verdeutlicht die Stadt jedenfalls, dass es ihr und dem Gemeinderat ein großes Anliegen sei, für Interessenten fortlaufende Bauplätze in der Stadt Nagold und den Ortsteilen anbieten zu können.
Der Wunsch, sich in Nagold ein Eigenheim zu bauen, ist also offensichtlich ungebrochen groß. Deutlich kleiner dagegen ist das Angebot an wirklich verfügbaren Bauplätzen.
„Riedbrunnen“ und „Hasenbrunnen“ sind voll vermarktet
In der Kernstadt selbst gibt es derzeit kein Neubaugebiet mehr mit freien Plätzen. Die nach der Landesgartenschau entwickelten Baugebiete „Riedbrunnen“ und „Hasenbrunnen“ sind mittlerweile komplett vermarktet und zu großen Teilen auch bebaut.
Einzig auf dem Oberen Steinberg hat die Stadt ein Grundstück mit 596 Quadratmetern Größe zurückerworben, das in „naher Zukunft wieder dem Markt zur Verfügung gestellt werden soll“. Mehr städtischen Baugrund gibt es in der Kernstadt aber nicht. Und bis auf dem Oberen Steinberg neuer Baugrund erschlossen werden kann, das wird noch Jahre dauern.
Dafür hat sich die Stadt Nagold in den vergangenen Jahren vermehrt den Ortsteilen zugewandt. „Ziel war, nach Möglichkeit in allen Ortsteilen ein Angebot zu schaffen“, teilt die Stadt auf Anfrage der Redaktion mit. Unsere Übersicht zeigt allerdings, dass selbst in den Teilorten kaum noch kommunaler Baugrund zu haben ist.
Mindersbach: 20 Interessenten für zwei Bauplätze
In der Mindersbacher Ortsmitte wurden im Jahr 2022 nach Abbruch eines Gebäudes in der „Zimelerstraße“ zwei Bauplätze geschaffen und zwischen 2022 und 2025 auch verkauft. „Die Bewerberliste umfasste mehr als 20 konkrete Interessenten für die zwei Bauplätze“, teilt die Stadt mit. Der Preis lag bei 180 Euro pro Quadratmeter für Grundstücke in der Größe zwischen 328 und 359 Quadratmetern.
Emmingen: Seit 2022 wurden 22 Bauplätze erschlossen
In Emmingen ging einiges in den vergangenen Jahren. So wurde mit dem Gebiet „Obere Kirchenäcker“ ab 2022 ein attraktives Baugebiet mit insgesamt 22 Bauplätzen erschlossen. Der Verkauf erfolgte ab 2023 zum Preis von 275 Euro pro Quadratmeter für Grundstücke mit einer Größe zwischen 374 und 734 Quadratmetern.
Bemerkenswert findet Nagolds Pressesprecherin Julia Glanzmann: „Es gab trotz des Ukraine-Krieges und gestiegener Zinsen noch 70 Bewerbungen.“ Der überwiegende Teil der Plätze sei 2023 und 2024 verkauft worden – „der letzte wird in den kommenden Tagen veräußert“.
Vollmaringen: In der Oberen Röte ist alles verkauft
In Vollmaringen entwickelte die Stadt Nagold das Baugebiet „Obere Röte“, in dem die Stadt Nagold neben privaten Bauplätzen insgesamt aber nur vier städtische Plätze zum Preis von 290 Euro pro Quadratmeter bei Größen zwischen 397 bis 565 Quadratmetern anbieten konnte.
„Diese wurden alle 2024 verkauft“, teilt die Stadt mit. Beworben hatten sich auf diese vier Plätze insgesamt 26 Interessenten.
Pfrondorf: Drei Grundstücke auf dem Adler-Areal
In Pfrondorf ist gerade in der Ortsmitte Baugrund auf dem ehemaligen Adler-Areal entstanden. Für die drei städtischen Bauplätze gab es passenderweise drei Bewerber. Der Preis liegt bei 315 und 325 Euro pro Quadratmeter, die Größe der Grundstücke variiert von 401 bis 536 Quadratmetern. Das Vergabeverfahren läuft derzeit noch. Weiter teilt die Stadt Nagold mit: „Mit dem Verkauf ist bis Mitte 2026 zu rechnen.“
Schietingen: Ein Platz neben der Feuerwehr
In Schietingen steht neben der Feuerwehr noch ein 483 Quadratmeter großer Bauplatz zum Preis von 150 Euro pro Quadratmeter zum Verkauf. Perspektivisch gibt es für Schietingen auch Überlegungen zu einem Baugebiet „Wezenäcker II“ auf der Höhe.
Gündringen: Größe und Preis stehen noch nicht fest
In Gündringen hat die Stadt Nagold in der Alemannenstraße Flächen erworben und zur Baureife entwickelt. „Diese werden gerade noch durch den Ankauf eines benachbarten Grundstücks arrondiert, so dass dann hier einige Baugrundstücke angeboten werden können“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Nagold.
Die Größe und der Preis stünden zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest, zumal das Areal noch durch die Neugestaltung des Aufgangs zum Kreuzweg aufgewertet werden soll.