Riza Solak ist der neue Pächter des „Starken Cafés“ in Hechingen, Mehmet Cevik (links) sein Mitarbeiter. Foto: Badura

Das Zwischenspiel des Vorbetreibers dauerte kurz. Nachfolger Riza Solak übernimmt.

​Im vergangenen März gaben Achmed und Türkan Bakir ihr „Starkes Café“ an der Hechinger Neustraße 21 in andere Hände, um sich mit voller Kraft ihrem Übernachtungsbetrieb „Hechinger Hof“ an der „Staig“ widmen zu können. Bei der Entscheidung, die dem Paar nicht leicht fiel, spielten vor allem Alters- und Gesundheitsgründe eine Rolle.​

 

Das Zwischenspiel des Nachfolgers im „Starken Café“ dauerte nur kurz. Jetzt hat es Riza Solak als Pächter übernommen. Im Wesentlichen bleibt alles, wie es die Gäste und Kunden gewohnt sind, es hat sich aber auch einiges verändert: Auf der Speisekarte werden neben Pizza, Yufka, Pide, Pommes oder Döner jetzt Teigtaschen (Gözleme) und zwei süße Nachspeisen angeboten (Baklava und Künefe). Ach ja, eine leichte Namensänderung wurde ebenfalls vorgenommen: Die Gaststätte heißt jetzt „Starkes Café 27“!

7-Euro-Döner für Schüler

Wichtig ist es dem neuen Betreiber, zu betonen, dass sein Döner Kebab ausschließlich aus Rindfleisch besteht. „Das möchten die Leute so haben, viele fragen nach“, sagt er. Wie bestellt, nähert sich in dem Augenblick ein Kunde der Theke, und möchte eben das erfahren: Aus welchen Fleischsorten der Döner hier gemacht wird? „Reines Rindfleisch? Prima, dann nehme ich einmal vom Drehspieß.“

Die Preise entsprechen dem gängigen Level, Schüler erhalten den 7-Euro-Döner dagegen zwei Euro billiger. Bei einer großen Bestellung werden Speisen ins Haus geliefert. Anfrage unter: (07471) 3428. Die Getränkeauswahl ist von Sprudel über Säfte bis zum Bier dieselbe geblieben.

Der neue Pächter stammt aus Tübingen, wo er wohnt. Er führte in Hirschau, Dußlingen und Reutlingen Döner-Geschäfte, alle über mehrere Jahre hinweg, keine Eintagsfliegen. Den Standort in Hechingen erkannte er als optimal, auch wegen des Biergartens, der zu der Gaststätte gehört, zudem wegen der vor dem Haus vorhandenen Parkplätze. Nachdem der Imbiss vor seiner Übernahme nur noch unregelmäßig geöffnet hatte, habe sich ein Teil der Laufkundschaft verloren, weiß er. „So was geht dann immer schnell.“ Das soll wieder anders werden: „Wir haben von Montag bis Sonntag täglich von 10.30 bis 22 Uhr geöffnet.“ So soll es das kommende Jahr über bleiben, anschließend könne man über einen Ruhetag nachdenken.

Lange Zeit der Proberaum

Sein Mitarbeiter Mehmet Cevik lebt seit über 20 Jahren in der Zollernstadt. Ihm gefällt es hier. „Wenn ich von Verwandtenbesuchen heimkomme und sehe beim Hereinfahren auf der B 27 die Burg, dann geht mir das Herz auf.“ Auch seinem Arbeitgeber behagt die Stadt schon nach wenigen Wochen. „Die Menschen sind sehr freundlich“, ist er überzeugt, sagen zu dürfen.

Und als ob es zum Lobpreis des neuen Pächters und seines Mitarbeiters inszeniert wäre, erscheint kurz vor Abschluss des Gesprächs ein weiterer Kunde zum Bezahlen seiner Mahlzeit am Tresen. Er meint: „Das war sehr, sehr lecker, ich komme wieder.“ Mehmet Gerik grinst den Mann von der Zeitung an: „Sehen, Sie, da haben Sie schon unsere erste positive Bewertung.“

Das „Starke Café“ ist seit dem Jahr 2003 eine Institution in Hechingen. Als Achmed Bakir den damaligen, leicht abgewirtschafteten Imbiss erwarb, wusste man nicht so recht, ob sein Konzept funktionieren würde. Doch es hat funktioniert. Neben hungrigen Gästen verkehrten hier beständig Nachmittagseinkehrer, die auf ein Getränk vorbeischauten. Teils versammelten sich auch Stammtische. Eine geraume Zeit – bis zur Auflösung des Chores – fungierte die Galerie der kleinen Gaststätte sogar als Proberaum für die „Eintracht Friedrichstraße“.