Der Vorsitzende Thomas Mutschler und sein Stellvertreter Tobias Schaub treten beide nicht mehr zur Wahl an. Nachfolger gibt es bisher keine – wie es weitergeht, ist unklar.
Mit seinen rund 800 Einwohnern gehört Wallburg zu einer der kleineren Orte der Umgebung – was die Vereinsarbeit angeht, war er bisher dennoch gut aufgestellt. Beim SC Wallburg kommen Fußball, Wandern, Gymnastik und Selbstbehauptungskurse unter ein Dach. Nun stehen jedoch schwere Zeiten bevor.
Der Grund: Vorstand Thomas Mutschler und sein Stellvertreter Tobias Schaub haben angekündigt, sich bei der Hauptversammlung im März nicht mehr zur Wahl zu stellen und ihr Amt abzugeben. Jetzt droht dem Verein eine ungewisse Zukunft. „Ich muss einfach dein Kopf frei bekommen und mich auf diese neue Herausforderung konzentrieren“, erklärt Mutschler, der zum 1. Februar eine neue Arbeitsstelle antritt, im Gespräch mit unserer Redaktion.
Um das Vereinsschiff nicht führerlos zurück lassen zu müssen, hatte Mutschler die Idee, durch eine Infoveranstaltung für die vakanten Vorstandsposten Kandidaten zu finden. Auch sollte Interessierten die mögliche Angst vor einem Ehrenamt genommen werden.
Die Aufgaben werden gerecht verteilt
Mutschler stellte zunächst die Strukturen des SC Wallburg vor. Die Aufgabenverteilung innerhalb der Vorstandschaft regelt sich über ein Organigramm, das die anfallenden Aufgaben auf 22 Köpfe verteilt, von denen derzeit jedoch nur 16 Positionen besetzt sind. Der Vorstand stehe keinesfalls alleine da, versicherte Mutschler den etwa 45 interessierten Gästen. Bei drei festgeschriebenen Veranstaltungen im Jahr sei der Terminkalender und die damit verbundenen Aufgaben überschaubar. Mit einem Kassenbestand in Höhe von 39 621 Euro stehe der Sportclub zudem auf soliden finanziellen Grund. Fördermittel zur Sanierung der Sanitäranlagen und Umkleiden sind bewilligt und Angebote zur Ausführung der Arbeiten liegen vor, so Mutschler.
Um ihn in seinem Amt des Vorsitzenden abzulösen, solle man vor allem eines mitbringen: Offenheit. „Man sollte zuhören können, für die Anliegen der Vereinsmitglieder und der Menschen im Ort zugänglich sein“, erklärt Mutschler im Gespräch. Auch die Gefahr von Überarbeitung schätzt er gering ein – man könne verschiedene Ansätze wählen, um sich um Dinge zu kümmern. „Die Aufgaben sind klar verteilt, man muss nichts allein machen. Beide Posten sind bei uns gleichberechtigt.“
Verein motiviert Nachwuchs, Verantwortung zu übernehmen
Stefan Hunn, der im Jugendbereich des SC Wallburg engagiert ist, gab zu bedenken, dass vom Verein 36 Prozent der Zielgruppe „abgeholt werden“ und sich diese Jugendlichen auch aktiv in das Vereinsleben einbringen und nicht nur zum Fußballspielen anwesend sind. Simon Hunn, Vorstand des SV Ettenheimweiler, griff dies auf und appellierte gerade an die jüngeren Vereinsmitglieder, Verantwortung zu übernehmen. „Man ist nie zu jung, um Vorstand zu werden.“ Klaus Föhrenbacher, der selbst lange Jahre Vorstand des SC war, hatte das Amt auch ohne Vorkenntnisse übernommen. „Ich wusste auch nicht, wie das geht und musste es lernen. Und das können andere auch. Gerade jetzt, wo der Verein sportlich und finanziell so gut läuft wie seit 30 Jahren nicht mehr, sollte es keine Schwierigkeit sein, einen Vorstand zu finden.“
Keine Nachfolger bedeuten nicht das Ende des Vereins
Da auch Mutschlers Stellvertreter sein Amt nicht weiterführen will, drängt sich in Verein und Dorf durchaus die Frage auf: Was passiert, wenn sich für das Amt niemand findet? Der Vorsitzende versichert gegenüber unserer Redaktion, dass dies nicht das Ende des Vereins bedeute. Wenn nach der im März anstehenden Hauptversammlung noch niemand zur Verfügung stehe, werde man erst einmal mit einem Schreiben an das Registeramt weitermachen. Das Amt könne dann im Zweifelsfall einen Notvorstand ernennen, dieser müsse dann erneut eine Versammlung einberufen. „Der Verein läuft währenddessen aber auf jeden Fall normal weiter“, so Mutschler. Man bleibe auch handlungsfähig, solle nur in diesem Zeitraum keine weittragenden Entscheidungen für den Verein treffen.
Mutschler betonte abschließend: „Es ist wichtig, dass unser Verein weiterhin nach innen und außen vertreten wird, dass jemand ihn lenkt und koordiniert – jemand muss den SC Wallburg in die Zukunft führen.“
Info – So geht es weiter
In den kommenden Wochen soll innerhalb der Vorstandschaft ein „Brainstorming“ stattfinden, in dem die Ansätze aus der Infoveranstaltung diskutiert und weiter verfolgt werden sollen. Die Ergebnisse werden in einer weiteren Infoveranstaltung am 20. Februar vorgetragen. Wer sich vorstellen kann, ein Amt im Vorstand des SC Wallburg zu übernehmen, kann sich unter Telefon 07822/ 7 89 06 04 melden. Der Verein fasst aktuell 270 Mitglieder.