Die Nachfolge von Evelyn Preuss bei der Schwenninger Diakonie treten Sara Löhe und Andrea Thies an.
Mit großen Engagement prägte Evelyn Preuss hauptamtlich die Projekte des Arbeitskreises Asyl in Schwenningen mit. Nach ihrem beruflichen Wechsel in diesem Jahr nach Berlin war die Stelle bei der örtlichen Diakonie eine Weile vakant.
Der Leiterin Angela Kreutter ist es gelungen, Nachfolgerinnen zu finden. Angela Thies und Sara Löhe werden künftig die verschiedenen Aspekte der Tätigkeit ausfüllen. Beim jüngsten Treffen des Arbeitskreises in der Friedenskirche stellten sich die beiden den Ehrenamtlichen vor.
Dank an Ehrenamtliche
„Schön, dass wir die beiden im Team haben“, freute sich Angela Kreutter. Sie nutzte die Gelegenheit, den Ehrenamtlichen für ihren großen Einsatz über Jahre hinweg zu danken – und das eben auch während der Vakanzzeit. „Was Sie hier im Ehrenamt leisten, das kenne ich sonst nicht.“ Bei dem Treffen ging es um ein erstes Kennenlernen. Andrea Thies lebt mit ihrer Familie in Aldingen und ist gelernte Erzieherin. Sie absolvierte eine Weiterbildung als Fachwirtin für Organisation und Führung im Sozialwesen. Die Kita Hochschule für Polizei in Schwenningen baute sie mit auf. Gebürtig ist sie aus Villingen. „Ich möchte neue Wege gehen“, sagte sie mit Blick auf ihr neues Aufgabengebiet. Als weiteres Standbein betreibt sie ein kleines Fotostudio. Andrea Thies wird 50 Prozent der Stelle ausfüllen, weitere 25 Prozent Sara Löhe (insbesondere das Frauenprojekt).
Was Neues wagen
Die Trossingerin war im kaufmännischen Bereich tätig und anschließend bei der Lebenshilfe in Schramberg im Personalwesen tätig. In diesem Bereich bildete sie sich weiter in Richtung Personalcoaching. Sara Löhe hat zwei Kinder und war in der mehrjährigen Elternzeit freiberuflich in der Erwachsenenbildung aktiv. Ihr Büro haben die beiden bei der Diakonie im Alten Pfarrhaus in Schwenningen.
Es kommt was zurück
Bei dem Treffen erhielten sie gleich einen Eindruck, wie vielfältig die Projekt sind, in denen sich die Ehrenamtlichen engagieren. Lucy Lachenmaier berichtete über drei Deutschkurse im Muslenzentrum für Geflüchtete. „Wir sind mit vier Interessenten angefangen, mittlerweile sind es über 30.“ Rund die Hälfte kommt auch noch, wenn sie einen Platz in einem der Deutsch-Integrationskurse ergattert haben – und das zusätzlich, weil es offensichtlich Spaß macht und was bringt. „Einige aus den Kursen helfen beim AWO-Sommerfest, um ihren Dank für dieses Angebot auszudrücken“, berichtete Lachenmaier. Digitale Hilfsmittel erleichtern den Unterricht, sogar ein Beamer konnte angeschafft werden.
Angebot Fußballspiel fehlt
Reinhold Hummel wies auf die Lotsenfunktion der Leiter der Deutschkurse hin, denn sie sind außerdem Ansprechpartner bei Fragen im Bemühen, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden.
Gudrun Baumann kümmert sich mit weiteren Mitstreitern um Kinderbetreuung in der Gemeinschaftsunterkunft Sturmbühlstraße. Aktuell sind allerdings nur noch wenige Familien mit Kindern dort untergebracht. „Ein Fußballangebot für Männer wäre sinnvoll“, regte sie an. Die Zusammenarbeit mit den beiden für die GU zuständigen Sozialarbeiter beschreibt sie als vorbildlich. Das sei gerade für Ehrenamtliche eine wichtige Unterstützung.
Was können Flüchtlinge?
Seit elf Jahren engagiert sich Ottomar Stamm für die Schreibstube, die montagnachmittags Anlaufstelle ist für Unterstützung im Umgang mit behördlichen Schreiben. „Hier wären wir über Personen froh, die mitarbeiten möchten.“
Über den Jobclub VS berichtete Klaus Meusel. Seitens des Vereins ist man dabei, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. „Es soll dabei helfen, sich einen Überblick zu verschaffen über die Qualifikation der Flüchtlinge, damit sie schneller in Arbeit oder Ausbildung kommen.“ Dabei unterstützen zehn Studierende der Hochschule Furtwangen (HFU), um entsprechende Interviews zu führen. „Das wird ein Marathonlauf“, so Meusel zu der Aktion. Aber dies ist aus seiner Sicht schon lange überfällig.