Sie freuen sich auf den Start von „hilver“, links Thomas Walter, der Gründer der App, und Dritte von links Aileen Wehle Foto: Morlok

Die städtische Projektverantwortliche Aileen Wehle informierte über das Nachbarschaftsprojekt „hilver“und die dazugehörige Plattform „hilver-App“.

Mit „hilver“, der Hilfevermittlung bei Alltagsleistungen, möchte die Stadtverwaltung Horb in Kooperation mit dem Nachbarschaftsverein „NanuNa Horb“ (Nachbarn nutzen Nachbarn) im Herbst dieses Jahres für unterstützungsbedürftige und ältere Menschen ein Helfernetzwerk zur Hilfevermittlung von Alltagsleistungen einführen.

 

„Das funktioniert nur, wenn möglichst viele Menschen darüber informiert und in Kenntnis gesetzt werden“, betonte Wehle im Gespräch mit unserer Redaktion und ergänzte, dass die Stadt Horb mit diesem Projekt hier in der Raumschaft eine Vorreiterrolle einnimmt.

Nichts ganz Neues

„In Städten wie Baden-Baden oder Heidelberg gibt es ,hilver’ schon seit einiger Zeit, bei uns hier in der Gegend noch nicht“, machte sie deutlich. Thomas Walter aus Ötigheim hatte die Idee dieser Vermittlung von niederschwelligen Alltagshilfen, die nach und nach ausgebaut werden soll.

Wehles Vorgängerin im Amt, Conny Schäfer, hatte die Anregung zu diesem Nachbarschaftsprojekt von einem Seminar nach Horb mitgebracht, und seit einiger Zeit laufen nun schon die Vorbereitungen zum Start, der für den 21. November geplant ist.

Start steht bevor

„An diesem Tag findet das Forum ,Aktiv älter werden’ um 15.30 Uhr in der Mensa des Martin-Gerbert-Gymnasium statt“, erinnerte Wehle.

Ziel sei es, die ältere Generation bei der Seniorenarbeit zu beteiligen und gemeinsam herauszufinden, wie die Situation der älteren Menschen in der Gesamtstadt verbessert werden könne, hob sie hervor.

Sechs Themenfelder

Sechs Themenfelder sind unter Leitung von Moderator Thomas Haigis vorgesehen. Diese sind: Angebote speziell für den einzelnen Stadtteil, Allgemeine Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten, Gesundheit, Bewegung, Sport, Angebote speziell für Männer und Unterstützung und Entlastung für pflegende Angehörige. Weitere Ideen sind willkommen.

Eine gut besuchte Infoveranstaltung zum Nachbarschaftsprojekt „hilver“ fand bereits am 2. Oktober statt, und aktuell stehen 66 Namen auf der Liste der ehrenamtlichen Helfer, die sich bereiterklärten für die Zielgruppe – also unterstützungsbedürftige und ältere Menschen – Aufgaben unterschiedlicher Art kostenfrei zu übernehmen.

Sicherheit für Teilnehmer

„Gut die Hälfte der Freiwilligen sind bereits durch das Genehmigungsverfahren durch und könnten starten, beim Rest warten wir noch auf das erweiterte Führungszeugnis, das wir für die Vermittlung unbedingt brauchen“, machte die Sachbearbeiterin deutlich. Zum Thema Führungszeugnis erklärte sie, dass man verstehen müsse, dass man der Zielgruppe durch diese behördliche Prüfung die Sicherheit an die Hand gebe, dass sie sich seriöse und gut gemeinte Hilfe ins Haus holen, ohne Angst haben zu müssen, dass sie auf irgendeine Art von Gauner hereinfallen.

Mitmachen ist einfach

Wie kann man sich an der Aktion beteiligen? Ganz einfach. Wer Helferin oder Helfer werden möchte, sollte bitte wie folgt vorgehen:

Helfer-App von „hilver“ über den Google Play Store oder den Apple App Store kostenlos auf das Smartphone laden. Die Helfenden können in ihrem Profil definieren, für welchen Hilfsdienst sie sich bereit erklären und zu welchen Zeiten sie zur Verfügung stehen. Es gibt die Auswahl zwischen Haus und Garten, Einkaufen, Begleitung, Technik-Hilfe, Geselligkeit und Sonstiges.

Man muss das beigefügte Anmeldeformular für das erweiterte Führungszeugnis ausfüllen und an die Stadtverwaltung weiterleiten. Das Führungszeugnis bekommt die Person dann nach Hause geschickt und man muss es dann bei der Stadtverwaltung abgeben. Die Kosten dafür werden von der Stadt Horb übernommen.

So funktioniert die Nutzung

Wie geht es dann weiter? Wer Hilfe braucht, stellt für eine bestimmte Aufgabe einen Antrag. Beispielsweise Laub zusammenrechen, Möbel aufbauen, Großeinkauf zu Weihnachten erledigen oder ähnlich. Diese Anfrage wird an die Helfenden weitergeleitet, die die Aufgabe entweder annehmen oder ablehnen können. Eine Verpflichtung, eine Aufgabe zu übernehmen besteht nicht.

Es fließt kein Geld

Alles geschieht ehrenamtlich und unentgeltlich. „Ein Entlohnungssystem gibt es nicht – Gutes zu tun, ist hier der Anreiz für die freiwilligen Helfer“, das ist das Prinzip von „hilver“. Damit keine Routine hineinkommt, kann man lediglich eine Anfrage pro Auftrag stellen. Es ist also nicht möglich, beispielsweise einen Helfer, der einem alle 14 Tage den Rasen mäht, mit einem einzigen Antrag um Hilfe zu bitten. „Das geht nicht“, betonte Aileen Wehle im Pressegespräch.

Versicherungsfragen

Während die Helfer im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit beschäftigt sind, sind sie über die Ehrenamtsversicherung Baden-Württemberg abgesichert, und falls sie mit ihrem Auto unterwegs sind, über die Dienstreise-Kaskoversicherung. Auch diese Kosten werden von der Stadt Horb übernommen.

Nun hofft man von verantwortlicher Seite, dass das Nachbarschaftsprojekt „hilver“ gut angenommen wird und älteren, unterstützungsbedürftige Mitbürger länger selbstbestimmt zuhause wohnen können.

Bei Fragen kann man sich an Aileen Wehle, Telefon 07451/90 11 42, a-wehle@horb.de, bei der Stadt Horb wenden.