In der sehr gut besuchten Infoveranstaltung im Theater am Ring in Villingen ist das Interesse für eine Gründung zur Nachbarschaftshilfe VS groß. Foto: Rainer Bombardi

„Das Herzstück eines starken Miteinanders bedeutet, füreinander dazu sein, so wie es gute Nachbarn tun“, so OB Jürgen Roth bei der zweiten Veranstaltung zur Nachbarschaftshilfe VS.

Nach dem erfolgreichen Auftakt in Schwenningen war auch die Informationsveranstaltung im Theater am Ring in Villingen nahezu bis auf den letzten Sitzplatz belegt.

 

Nachbarschaftshilfe stärkt den sozialen Zusammenhalt, verbindet Menschen unkompliziert im Alltag, verringert die Einsamkeit“, erläuterte Roth, dass die Stadt sich als Wegbereiter sieht, die den Entwicklungsprozess einer Vereinsgründung finanziell und ideell anstößt.

„Wir schaffen die Rahmenbedingungen mit dem Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport (JuBIS) als Anlaufelle, für die Umsetzung benötigt es die Bevölkerung,“ fuhr er fort, dass die Helfenden für den hohen Aufwand an Kraft und Zeit auch viel zurück bekommen.

„Viel Zeit verbringen“

Susanne Maier von der Stabstelle Sozialraumplanung im Landratsamt beschrieb im Hinblick auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel, die bürgerschaftliche Nachbarschaftshilfe als unverzichtbare Bereicherung und Ergänzung zu den professionellen Diensten. „Vorrangiges Ziel für die Helfenden sollte es sein, mit ihren Klienten möglichst viel Zeit gemeinsam zu verbringen und soweit möglich Aufgaben zusammen erledigen,“ führte sie als Beispiele Gespräche, Unterstützung bei Korrespondenz, Bankgeschäften oder Einkaufs-, Besuchs- oder Arztfahrten an. Die Betonung legte sie dabei auf das Miteinander. Maximal die Hälfte der Nachbarshafthilfe sollten die Helfenden in die Hausarbeit investieren, die keinesfalls als Konkurrenz zu Hausmeister oder Handwerksunternehmen zu verstehen ist.

Kostenlose Grundausbildung

Optimal ist es, wenn Klienten in den Helfenden eine Bezugsperson bekommen. Doch grundsätzlich sind alle willkommen, die sich vorstellen können, in einer Nachbarschaftshilfe mitzuwirken und Aufgaben zu übernehmen. In jeder Nachbarschaftshilfe sollte eine Pflegekraft als Ansprechperson präsent sein. Helfende ab 16 Jahren haben die Möglichkeit zur kostenlosen Grundausbildung und den regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen teilzunehmen.

Aus der Praxis berichtete Martin Straßacker, Vorsitzende der Pfaffenweiler Nachbarschaftshilfe „Vergiss-mein-nicht.“ „Helfende zu finden war nicht schwer, Vorstandsmitglieder zu akquirieren indes eine Herausforderung“, berichtete er davon, dass aufgrund regelmäßiger Treffen die Gemeinschaft inzwischen stetig wächst.

Die JUBIS-Mitarbeiterin Cosima Tischler von der Fachstelle Ehrenamt informierte, dass die Gründung eines Vereins VS unter einem Dach mit zwei Einsatzleitungen geplant ist. Sie sprach von einer dynamischen Entwicklung, die sich am ersten Interessierten-Treffen am Donnerstag, 26. Februar, 18 Uhr, im Klosterhof weiter konkretisieren soll.

Willkommen sind alle, die sich vorstellen können, mitzuhelfen. Anmeldungen und Info gibt es unter www.ehrenamt.villingen-schwenningen.de oder Telefon 07721/82 21 57.