Der SGV Freiberg spielt meist vor unter 500 Zuschauern, braucht aber für die 3. Liga dennoch ein neues Stadion. Foto: Eibner-Pressefoto/Bernd Leitner

Der TSV Münchingen hat vorerst eine Lösung gefunden, nachdem fast alle seiner Spieler zurückgetreten waren. Und Regionalligist SGV Freiberg hat ein neues Stadion gefunden.

Großer Knall in der vergangenen Woche im Fußballbezirk Enz/Murr: Beim TSV Münchingen traten rund 90 Prozent der Spieler sowie mehrere Funktionäre zurück – obwohl man Tabellenführer war. Der Grund: Solidarität mit Erfolgstrainer Sahin Üste. Das Münchinger Eigengewächs hatte den Verein erst von der Kreisliga A in die Bezirksliga geführt und war auf dem besten Weg zum Durchmarsch in die Landesliga. Dass ihn die sportliche Leitung dennoch so kurz vor dem Ende der Winterpause überraschend entlassen hatten, sorgte für die Rücktrittswelle.

 

Vor dem Heimspiel am Wochenende gegen den SV Pattonville stand der TSV Münchingen somit zunächst ohne Team da. Doch der Verein fand eine Lösung und setzte Spieler aus der zweiten Mannschaft sowie A-Junioren ein. Die schlugen sich relativ wacker und holten gegen den Tabellenelften mit einem 2:2 immerhin einen Punkt. Die Tabellenführung sind die Münchinger allerdings bereits los, denn die übernahm Germania Bietigheim nach einem 3:0-Sieg im Stadtderby gegen Croatia Bietigheim.

Stadt baut Stadion nicht um

Viel Frust herrschte im Nachbarbezirk auch bei den Spielern eines anderen Vereins, nämlich bei Regionalligist SGV Freiberg. Der spielte vergangene Saison rein sportlich um den Aufstieg in die 3. Liga mit, hätte jedoch darauf verzichten müssen, weil er kein geeignetes Stadion hat – sehr zum Unmut der Spieler. Allerdings: Das Wasenstadion, das als Trainingsstätte für die belgische Nationalmannschaft während der EM 2024 diente, gehört der Stadt Freiberg. SGV-Chef Emir Cerkez würde sich zwar an den Umbaukosten beteiligen, doch im Rathaus glaubt man nicht an einen langfristigen Erfolg und lässt daher die Finger von dem Projekt.

Für die kommende Saison jedoch hat der Sport- und Gesangverein, der aktuell Regionalliga-Tabellenführer mit zwei Punkten Vorsprung vor der SG Sonnenhof Großaspach und ihrem aus Nagold stammenden Trainer Pascal Reinhardt ist, einen Lizenzantrag für die 3. Liga gestellt – und hat nun auch ein neues Stadion gefunden: Wie nun bekanntgegeben wurde, wird der SGV Freiberg seine Heimspiele ab der kommenden Saison im etwa 30 Kilometer entfernten Heilbronner Frankenstadion austragen – und zwar ligaunabhängig, also auch in der Regionalliga.

VfR-Fans sind dagegen

Allerdings formiert sich bereits erster Protest gegen den angedachten Umzug. So veröffentlichten die Fans des VfR Heilbronn eine Stellungnahme auf Facebook, in der es deutlich heißt: „Seit Wochen gibt es Gerüchte und Spekulationen um einen Umzug der SGV Freiberg nach Heilbronn. Grund hierfür ist aber keine emotionale Nähe der handelnden Akteure oder der Wunsche von irgendwem in Heilbronn, dass der SGV seinen Weg in die Käthchenstadt findet. Nein, allein infrastrukturelle Fragen und der Umstand, dass nicht mal die Stadt Freiberg sich für den eigenen Verein begeistern kann, der regelmäßig vor unter 500 Zuschauern in der Regionalliga spielt, wären Anlass für diesen Schritt. Für uns ist klar: Heilbronn verdient höherklassigen Fußball. Aber erarbeitet und nicht geschenkt.“