Ein Serientäter zündete zwischen 2017 und 2019 Autos in der Ortenau an. Nun kam es innerhalb kurzer Zeit in Kippenheim wieder zu zwei Fahrzeugbränden.
Die aktuellen Geschehnisse dürften bei vielen ungute Erinnerungen wach werden lassen: In unregelmäßigen Abständen steckte ein unbekannter Feuerteufel in der südlichen Ortenau in der ganzen Region Fahrzeuge in Brand, teilweise mehrmals am Tag. Den bis dato letzten Autobrand, der auf sein Konto geht, datieren die Ermittler auf August 2019. Nun kam es – fast genau sechs Jahre später – zu zwei weiteren Vorfällen in Kippenheim, die an die Taten des Feuerteufels erinnern. Ein Überblick.
Das ist passiert: Die Feuerwehr Kippenheim wurde in der Nacht auf Mittwoch um 2.13 Uhr zu einem Brandeinsatz im Industriegebiet alarmiert. Gemeldet war ein brennender Bagger. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die Baumaschine bereits im Vollbrand, heißt es in einer Mitteilung. Unter Atemschutz wurde das Feuer rasch unter Kontrolle gebracht und schließlich gelöscht. Ein Übergreifen auf umliegende Gebäude oder weitere Maschinen konnte durch den schnellen Einsatz verhindert werden, heißt es weiter. Verletzt wurde niemand.
Deutlich schlimmer hätte der Brand Mitte August ausgehen können. Gegen 22 Uhr wurde ein auf einem Privatparkplatz abgestellter Peugeot mutmaßlich unter Verwendung eines Brandbeschleunigers entzündet. Laut damaliger Mitteilung der Feuerwehr war der Brand „so intensiv“, dass ein nahe gelegenes Wohnhaus vorsorglich evakuiert werden musste. Noch in der Nacht leitete die Kriminalpolizei erste Ermittlungen wegen Brandstiftung ein.
Das sagt die Polizei: Auf Nachfrage unserer Redaktion gibt Polizeisprecher Rüdiger Schaupp in Bezug auf den Bagger-Brand Entwarnung: „Derzeit deuten alle Ermittlungen auf einen technischen Defekt hin. Hinweise auf eine Brandstiftung ergaben sich bislang nicht.“ Einen Zusammenhang mit dem Feuerteufel hätte die Polizei in diesem Fall ohnehin ausgeschlossen, da er es bislang nie auf Baumaschinen abgesehen habe. Und wie sieht es bei dem abgebrannten Peugeot im Wohngebiet aus? Immerhin scheint es hierbei Parallelen zu den damaligen Taten zu geben. „Hierzu sind die Ermittlungen der Beamten der Kriminalpolizei noch nicht abgeschlossen und ein Tatverdächtiger noch nicht überführt“, hält sich Schaupp bedeckt. Heißt jedoch: Der Verdacht liegt weiterhin auf eine Straftat. Zwar könne man zum laufenden Verfahren keine weiteren Informationen und Täterwissen mitteilen, Schaupp betont jedoch: „Aktuell gehen wir nicht von Zusammenhängen aus.“
Das geschah damals: Erst ein Audi A3, kurz darauf ein Nissan: Am 1. September 2017 startete in Lahr eine beispiellose Brandserie, die die südliche Ortenau rund zwei Jahre lang in Angst versetzte. Nur einen Tag später traf es zwei Autos in Kippenheim. Insgesamt gingen in 47 Fällen zwischen Schwanau und Ettenheim mehr als 60 Fahrzeuge in Flammen auf. Den Gesamtschaden beziffern die Ermittler auf deutlich mehr als eine halbe Million Euro. Dabei ging der Täter immer gleich vor: Brandbeschleuniger auf einen vorderen Reifen, anzünden und flüchten. Hinweise zur Identität des Feuerteufels gibt es nicht – zumindest keine, die bislang zu Ermittlungserfolgen führten. Dabei gab es eine Zeugin, die ihn wohl kurz vor einem Brand in der Dinglinger Hauptstraße in Lahr gesehen haben soll. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach dem Mann blieb jedoch erfolglos. Auch die eigens dafür ins Leben gerufene Ermittlungsgruppe Mahlberg – benannt nach einem Schwerpunkt der Brandserie – tappte stets im Dunkeln.
Info – Brandserie in Kehl
Auch in der Stadt Kehl – genauer gesagt im Ortsteil Neumühl – trieb sich in den vergangenen Jahren ein Feuerteufel herum. Im Sommer 2022 verursachte ein damals 22-Jähriger in wenigen Tagen insgesamt acht Brände. Dabei nahm er unter anderem zwei Fahrzeuge, ein Garten, eine Wohnung und ein ganzes Ökonomiegebäude ins Visier. Geschnappt wurde der Täter Ende September, nachdem er kurz vor einem Lkw-Brand gesehen worden war. Anschließend musste er sich für seine Taten vor dem Offenburger Amtsgericht verantworten. Er räumte die meisten seiner Vergehen ein, ein Motiv habe er laut eigenen Angaben nicht gehabt. Das Urteil: Drei Jahre und fünf Monate Gefängnis.