Innerhalb weniger Wochen wurden gleich zwei Pferde des Ehepaars Bührle vergiftet. Foto: Stefan Sauer/dpa

Gabriele und Herbert Bührle aus Ettenheim sind erschüttert: Ein Unbekannter hat offenbar Giftanschläge auf zwei ihrer Pferde verübt und sie dadurch getötet. Die Polizei und die Tierschutzorganisation Peta sind nun auf der Suche nach Zeugen.

Das Entsetzen bei Gabriele und Herbert Bührle ist groß: Innerhalb weniger Wochen hat das Ehepaar aus Ettenheim zwei seiner Pferde verloren. Der Grund: Ein Unbekannter hat die beiden Tiere offenbar vergiftet (wir berichteten).

 

Der Täter sei ein „Feigling“, betont die 66-Jährige am Mittwochmittag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Der Spinner weiß jetzt: Wir sind auf der Suche nach ihm“, sagt sie. Denn die beiden Vorfälle – der erste ereignete sich am 13. Mai dieses Jahr, der zweite am 8. Juli – hat das Paar den Beamten des Polizeipostens Ettenheim am Montag zur Anzeige gebracht.

Der Unbekannte soll im Obermattenweg (Erlenwäldle Gewann Obermatten), wo sich die Koppel der Bührles befindet, den beiden Tieren eine giftige Substanz verabreicht haben. In beiden Fällen führte dies offenbar zum Verenden der Pferde. „Das erste Pferd ist gestorben, obwohl es fit und gesund war“, berichtet Gabriele Bührle von dem ersten Fall.

Besitzer vermutenNeid als Grund

Der Tierarzt habe schon damals von einer Vergiftung gesprochen. Bei dem zweiten Pferd, dem es etwa seit einer Woche nicht gut gegangen sei, kam dann am vergangenen Freitag durch eine tierärztliche Untersuchung die Bestätigung: „Im Labor wurde festgestellt, dass das Blut vergiftet war“, so Bührle. Zunächst habe man versucht, dem Vierbeiner mittels Bluttransfusionen zu helfen, doch am Montag habe man das Pferd dann einschläfern müssen. Beide Tiere seien zwar etwas älter, jedoch sehr gesund gewesen, erklärt die Besitzerin.

„Wir haben seit über 30 Jahre Pferde, auf der Koppel sind wir seit 20 Jahren“, führt Gabriele Bührle aus. Das Ehepaar nimmt bei sich Tiere auf, die aufgrund von Verletzungen oder wegen des Alters nicht mehr arbeiten können – etwa Turnier- oder Polizeipferde. „Sie dürfen bei uns ihr Rentendasein genießen.“ Nun steht auf der Koppel nur noch ein Pferd, das das Paar nach dem ersten Vorfall im Mai angeschafft hat, damit das andere Tier nicht alleine war. „Solange sich das jetzt noch auf der Koppel befindet, machen wir uns natürlich Sorgen“, betont Bührle. Als Grund für die Vergiftung der Tiere vermutet das Paar Neid: „Das ist eine schöne Koppel, die viele haben, wir aber nicht hergeben wollen“, mutmaßt Bührle. Viel Hoffnung in das Aufgeben der Anzeige steckt die 66-Jährige nicht: „Ich denke, da kommt nichts raus. Ich hoffe einfach, dass es jetzt aufhört.“ Sie und ihr Mann würden nicht aufgeben, betont sie.

Ähnliche weitere Fälle sind bislang nicht bekannt

Neue Hinweise seien zwischenzeitlich bei der Polizei noch nicht eingegangen, erklärt Polizeisprecher Wolfgang Kramer am Mittwochnachmittag auf Nachfrage. Ähnliche Fälle „weder in Bezug zu Pferden noch zu anderen Tieren“ seien nicht bekannt. „Tatsache ist, dass sich beide Fälle auf der gleichen Koppel ereignet haben und in beiden Fällen dieselbe Pferdebesitzerin betroffen war. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass beide Vorfälle miteinander in Verbindung stehen“, so Kramer weiter. Pferdebesitzer sollten nun aufmerksam und sensibel sein, besonders bei freilaufenden Pferden auf einer Koppel. „Möglicherweise empfehlen sich Überwachungskameras. Wir haben derzeit allerdings keine Anhaltspunkte dafür, dass weitere Taten folgen werden.“

Auch die Tierschutzorganisation Peta hat sich dem Fall angenommen und nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Wer etwas beobachtet hat, soll sich bei der Polizei (siehe Info) oder unter Telefon 0711/8 60 59 10 oder per E-Mail an whistleblower@peta.de bei der Organisation melden. „Wer auch immer die beiden Pferde vergiftet hat, muss gefunden werden, bevor weitere Tiere verletzt oder getötet werden“, heißt es.

Zeugen gesucht

Die Beamten des Polizeipostens Ettenheim haben Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet und bitten die Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit. Mögliche Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden unter Telefon 07822/44 69 50 um Kontaktaufnahme gebeten.