Eine Regionalbahn kollidierte bei Nagold mit einem Anhänger. Zwei Rinder starben dabei. Foto: Salome Menzler

An einem Bahnübergang zwischen Schietingen und Gündringen ist am Donnerstagabend ein Zug mit einem Fahrzeug-Anhänger kollidiert. Zwei Rinder starben, Menschen wurden nicht verletzt. Die Deutsche Bahn erklärt, was Lokführer in so einer Situation tun können. Und wie es in Sachen Schäden an Zug und Schienen aussieht.

Die Erstmeldung der Polizei, die am Donnerstagabend gegen 20.20 Uhr bei unserer Redaktion einging, ließ Schlimmes vermuten. „Unfall zwischen Pkw (Anhänger) und Bahn“, hieß es dort. Und: „Zug entgleist“. Aber immerhin auch: „niemand verletzt“.

 

Wie sich herausstellen sollte, stimmte eine der Informationen nicht: „Entgegen der Erstmeldung entgleiste der Zug durch den Zusammenstoß nicht“, teilte die Polizei später mit.

Auf dem Gleis stehengeblieben

Nach Angaben der Behörden war ein 64-jähriger gegen 19.30 Uhr mit seinem Fahrzeug auf der B 463 von Hochdorf in Richtung Nagold unterwegs gewesen. Am Wagen war ein mit zwei Rindern beladener Viehanhänger angehängt.

Es schneite, die Fahrbahn war schneebedeckt, das Fahrzeug mit Allwetterreifen ausgestattet.

Der Fahrer, so die Polizei, habe auf der abschüssigen Strecke seine Fahrt verlangsamt und sich vergewissert, ob mit dem Anhänger und den Tieren alles in Ordnung ist.

Dafür hielt er den Angaben zufolge auch an – auch im Bereich des Bahnüberganges zwischen den Nagolder Teilorten Schietingen und Gündringen. Der Anhänger kam dabei auf dem Gleisbereich zum Stehen.

Fahrzeug-Anhänger zerbrochen

Ob der Bahnübergang zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen war, ist laut Polizei bislang unbekannt. Fest steht: Obwohl er noch versuchte, den Gleisbereich zu verlassen, erfasste ein aus Richtung Nagold herannahender Regionalzug den Anhänger. Der Anhänger wurde zerstört, die Rinder starben durch den Zusammenprall.

Der Lokführer leitete nach Angaben einer DB-Notfallmanagerin eine Schnellbremsung ein und kam wenige Hundert Meter entfernt zum Stehen. Der Fahrzeug-Anhänger zerbrach in zwei größere Teile, die einen Teil der Strecke mitgeschleppt wurden.

Schaden von rund 50 000 Euro

Menschen wurden bei dem Unfall hingegen nicht verletzt – weder der Fahrer des Fahrzeugs, das den Anhänger gezogen hatte, noch der Lokführer oder die sechs Fahrgäste in der Bahn.

Die Passagiere wurden von der Unglücksstelle größtenteils privat abgeholt. Für einen Fahrgast sei laut Informationen vor Ort von der Deutschen Bahn ein Taxi bestellt worden.

Am Triebwagen entstand laut Polizei Schaden von rund 45 000 Euro, am Anhänger 5000 Euro. Der Zug konnte seine Weiterfahrt später noch eigenständig fortsetzen.

Bis etwa 0 Uhr gesperrt

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag auf Anfrage erklärte, sei die Strecke, also etwa die Schienen, bei dem Unglück nicht beschädigt worden und bereits am Abend wieder befahrbar gewesen. Durch die Bergungsmaßnahmen blieb diese aber bis etwa 0 Uhr gesperrt.

Der Zug werde nun erst mal in eine Werkstatt gebracht, teilte der Sprecher weiter mit. Was genau gemacht werden müsse oder wie lange das dauere, sei noch unklar.

Bremsweg von etwa einem Kilometer

Der Lokführer sei, wie in solchen Fällen üblich, abgelöst worden. Da ein Zusammenstoß auch traumatisch sein kann, habe die Deutsche Bahn einen eigenen psychologischen Dienst, der sich bei Bedarf um den Betroffenen kümmern könne.

Viel tun kann ein Lokführer in einer solchen Unfall-Situation indes nicht. Eine Bahn habe einen Bremsweg von etwa einem Kilometer – „im günstigsten Fall“, sagte der Sprecher. Natürlich werde schnellstmöglich eine Notbremsung eingeleitet; trotz allem habe ein Zug aber eine große Masse. „Der kommt nicht so schnell wie ein Auto zum Halten“, gab der Sprecher zu bedenken.

Notfallmanagerin der Bahn am Unglücksort

Neben der Polizei waren am Abend auch die Bundespolizei, die Feuerwehr Nagold und eine Notfallmanagerin der Bahn am Unglücksort. Der Straßenverkehr konnte an der Unfallstelle vorbeigeleitet werden.