Am Montagmorgen ist ein Zug bei Calw mit Felsen auf der Strecke kollidiert. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Foto: Klormann

Experten der DB InfraGO als Streckenbetreiber eilen in die Hesse-Stadt. Die Strecke der Kulturbahn ist zwischen Pforzheim und Wildberg derzeit gesperrt.

Nach dem Bahnunglück auf der Kulturbahnstrecke in Calw ist diese zwischen Pforzheim und Wildberg bis auf Weiteres gesperrt. Nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Derweil wird am Unfallort gearbeitet.

 

Gegen 5.30 Uhr am Montagmorgen war es laut eines Bahnsprechers zu dem Zwischenfall gekommen. Der Zug war unterwegs gewesen von der Goldstadt nach Eutingen im Gäu, heißt es weiter.

Bahn ist nicht fahrbereit und wird „abgeschleppt“

Etwas hinter dem alten Calwer Bahnhof, in Fahrtrichtung Nagold, lagen Felsen auf den Gleisen. Mit diesen kollidierte die Kulturbahn. Der Zug kam nach einer Notbremsung im Tunnel zum Stehen. Der Lokführer und die laut Bahn fünf Reisenden an Bord blieben unverletzt. Die Feuerwehr hatte zuvor von sechs Passagieren gesprochen.

Zunächst war unklar, wie stark der Zug beschädigt wurde und ob er noch fahrbereit ist. Wie sich herausstellte, war dies nicht der Fall. Eine Lok zog die betroffene Kulturbahn aus dem Unfallbereich heraus, wie der Pressesprecher erklärt. Am Nachmittag war das Gespann unterwegs ins Werk nach Tübingen. „Das ist eine relativ langwierige Fahrt.“ Weil die Abschleppaktion den getakteten Schienenverkehr nicht beeinträchtigen darf, muss das Gespann immer wieder anhalten und Platz machen für die regulär verkehrenden Züge auf der Strecke.

Der Zug kam nach einer Notbremsung im Tunnel zum Stehen. Foto: Klormann

Ebenfalls unterwegs zum Unglücksort war am Vormittag ein Bergezug. Mit dessen Hilfe untersuchen die Mitarbeiter das Gleis auf mögliche Schäden. Sie schauen, „ob da irgendwas gemacht werden muss“. Zu möglichen Schäden konnte die DB auch am Nachmittag noch nichts sagen.

Dasselbe gilt für die Buntsandsteinwand, die sich an den Hängen des Nagoldtals erhebt. Ein Mitarbeiter der DB InfraGO werde prüfen, ob es sich bei den Steinblöcken, die auf den Gleisen lagen, tatsächlich um herabgestürzte Felsen handelt. So hieß es am Vormittag.

Netze können Sicherheit schaffen

Am Montagnachmittag erklärte dann auch der Bahnsprecher, dass der Steinblock aus der Felswand auf die Gleise gestürzt sei. Zudem „muss jemand untersuchen, ob weitere Steine locker sind“. Diese Untersuchungen dauern. Bis klar ist, ob eine Gefahr besteht oder nicht, können keine Züge verkehren.

Die DB InfraGO ist ein Tochterunternehmen der DB und unter anderem fürs Schienennetz zuständig. Als Betreiber der Strecke kontrolliere sie regelmäßig die Felswände entlang der Trasse. Notfalls werden solche steilen Stellen mit Netzen abgesichert. Doch nicht alle drohenden Felsstürze lassen sich lange im Voraus erkennen. So erläutert der Pressesprecher, dass das Wetter Auswirkungen auf die Stabilität der Felswände haben kann. Regen könne Stellen aushöhlen, in der Folge lockern sich Steine. Doch das seien bislang alles Mutmaßungen.

Nach Angaben des DB-Sprechers ist die Strecke im Unfallbereich und damit zwischen Pforzheim und Wildberg voraussichtlich noch bis Donnerstagmittag, 22. Januar, gesperrt. „Das ist erstmal eine grobe Prognose.“