Verlässlicher Torgarant für den FC Auggen: Auch mit 41Jahren weiß Bastian Bischoff immer noch bestens, wo das Tor steht. Foto: Grant Hubbs (Archiv)

Im Interview spricht der Angreifer vom FC Auggen über seine aktuelle Situation, Cheftrainer Marco Schneider und Weiteres.

Im zarten Fußballer-Alter von 41 Jahren steht Angreifer Bastian Bischoff im zehnten Jahr für den Verbandsligisten FC Auggen auf dem Platz. Nach dem erneuten Rücktritt vom Rücktritt ist für den Ex-Profi im Sommer aber definitiv Schluss. Wie es zu einer weiteren Saison kam, verrät er im Interview.

 

Herr Bischoff, nach der Saison 2023/2024 hatten Sie beim FC Auggen eigentlich Ihre Karriere beendet. Wie kam es in der vergangenen Saison zum „Rücktritt vom Rücktritt“?

Das war dem Verbandspokal-Halbfinale geschuldet. Der Verein kam auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich unterstützen könnte. Das war für mich natürlich eine große Wertschätzung, die ich nicht ablehnen konnte.

Nun stehen Sie auch in dieser Saison wieder regelmäßig auf dem Platz.

Das ist ein Freundschaftsdienst an Marco Schneider und Matthias Dold (lacht). Tim Tiedemann hatte sich zu Saisonstart verletzt und sie haben einen Stürmer gebraucht. Matthias Dold hat mich jeden Tag angerufen, wir sind privat sehr gut befreundet. Irgendwann hat er dann sogar angefangen meine Frau damit zu nerven (lacht). Wenn ich fit bin, bin ich im Training bis zum Sommer. Unter einem neuen Trainer kommt das für mich aber nicht mehr in Frage. Mit 41 ist dann auch mal gut.

Mittlerweile stehen Sie im zehnten Jahr für den FC Auggen auf dem Platz. An welchen Moment erinnern Sie sich am liebsten zurück? An welchen am wenigsten gern?

Da muss ich die Aufstiegsrelegation zur Oberliga 2023/2024 nennen. Es war eine der schönsten Saisons, die ich je hatte. Das war super Fußball mit einer tollen Mannschaft. Wir haben dann einen Tag vor dem Rückspiel gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen im Hotel meines Bruders in Bad Urach übernachtet. In Urach bin ich groß geworden. Das war mein Highlight beim FC Auggen, aber natürlich schmerzt es gleichzeitig am meisten. Auch das Pokalfinale war schön, dort haben wir meiner Meinung nach das Meiste rausgeholt.

Wenn Sie sich eine Fähigkeit eines Mitspielers aussuchen dürften, welche wäre es?

Da kommen zwei für mich in Frage. Zum einen die Dynamik von Jonathan Ehret, zum anderen die Abschlusssicherheit von meinem ehemaligen Mitspieler Muhamed Aslan (jetzt VfR Hausen; Anm. d. Red.).

Für die Spielvereinigung Unterhaching waren Sie zwischen 2008 und 2010 in der dritten Liga aktiv. Inwiefern unterscheidet sich mittlerweile die Spielvorbereitung?

Das ist grundsätzlich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Bei Haching war ich 25 und man geht mit einer ganz anderen Nervosität an die Sache ran, wenn man plötzlich in Düsseldorf oder Paderborn in einem Stadion steht. In Auggen ist alles familiär. Ich habe immer noch eine leichte Nervosität, das ist gut. Aber ich lebe jetzt für meine Familie und die Arbeit, nicht wie damals nur für den Fußball.

Auch unter Ralph Hasenhüttl, der in der Folge RB Leipzig, Southampton und den VfL Wolfsburg trainierte, haben Sie bereits gespielt.

Genau. Er hat mich damals aus Reutlingen nach Unterhaching geholt. Man hat ihm die Geilheit auf den Fußball und sein Wissen schon früh angemerkt. Wir haben uns nicht immer so prickelnd verstanden, was zu einem großen Teil meiner rebellischen Art geschuldet war, aber er war damals schon ein guter Trainer.

Zurück zum Hier und Jetzt. Neben dem FC Auggen sind Sie auch noch für die Alten Herren des FC Steinenstadt im Einsatz. Wie kam es dazu?

Das ist mehr oder weniger eine Außenstelle des FC Auggen (lacht). Über Benjamin Back kam der Kontakt mit Trainer Thorsten Gerwig zustande. Das kam dann in meiner fußballfreien Zeit ganz gelegen. Es ist wirklich eine super Truppe. Ich bin immer noch aktiv, war aber aufgrund der Rückkehr beim FCA eine Zeit lang raus. Die Spiele versuche ich zu spielen, aber im Training bin ich aktuell nicht. Im nächsten Jahr bin ich dann wieder voll dabei.

Im Sommer verlässt nun Trainer Marco Schneider den FC Auggen und wechselt in die Sportliche Leitung des Bahlinger SC. Beim FC Auggen haben Sie seit eh und je mit ihm zusammengearbeitet. Wie haben Sie es aufgenommen?

Wenn ich mich verabschiede, werde ich Judas zu ihm sagen (lacht). Spaß beiseite, ich finde es nachvollziehbar und einen coolen Schritt. Er ist ein unfassbar guter Trainer. Manchmal etwas zu perfektionistisch, wenn ich es beschreiben müsste, aber in unserer Region gibt es kaum einen Trainer, der das, was er mit dem FC Auggen erreicht hat, nachweisen kann. Björn Giesel und er haben ohne finanzielle Mittel stets eine Mannschaft zusammengestellt, die kontinuierlich besser geworden ist. Ich muss zugeben, ich hätte ihn gerne weiter auf der Trainerposition gesehen.

Das Gespräch führte Hannes Brenneisen.