Erschreckender Anblick ein Tag nach dem Vollbrand der Schreinerei samt Wohngebäude auf dem Priorberg in Horb-Dettingen Foto: Wagner

Eigentümer der Schreinerei ist geschockt: "Das waren 30 Jahre Arbeit". Die Johanniter Horb richten für betroffene Familie ein Spendenkonto ein.

Horb-Dettingen - Am Tag nach dem Vollbrand stehen nur noch Brandruinen. Auf dem Priorberg – dem "Hausberg" von Dettingen – brannte eine Schreinerei samt Wohngebäude nieder. Dem Eigentümer der Schreinerei fehlen die Worte. "Das waren 30 Jahre Arbeit", stellt der Besitzer im Gespräch mit unserer Zeitung beim Anblick der Trümmer fest. Derweilen versucht die Familie das verbleibende Hab und Gut, welches von den Flammen verschont blieb, sicherzustellen. Wie es nun weiter gehen soll, weiß der Besitzer momentan nicht. "Abwarten, was die Versicherung sagt. Ich bin heute auch nicht sonderlich motiviert", gibt der Eigentümer zu verstehen.

Am Donnerstag um 16.54 Uhr wurde die Feuerwehr Horb mit den Abteilungen Dettingen, Dießener Tal, Horb Stadt und dem Einsatzleiter vom Dienst nach Horb-Dettingen, Ortsteil Priorberg, alarmiert. Zur weiteren Unterstützung wurde die Feuerwehr Sulz mit den Abteilungen Glatt und Dürrenmettstetten hinzualarmiert. Zusätzlich war der Kommandant der Feuerwehr Sulz mit an der Einsatzstelle.

Sachschaden von rund 400.000 Euro

Da bereits auf der Anfahrt eine deutliche Rauchentwicklung wahrgenommen wurde und die Wasserversorgung im Ortsteil sehr begrenzt ist, wurde die Feuerwehr Dornstetten mit einem Tanklöschfahrzeug nachalarmiert.

Bei Eintreffen der Abteilung Dettingen befand sich bereits die Schreinerei im Vollbrand. Die ersten Maßnahmen der Feuerwehr waren das Abschiebern eines Erdgastankes und den Aufbau einer Riegelstellung zum Wohngebäude.

"Innerhalb kürzester Zeit zündete der Dachstuhl auf voller Länge des gesamten Gebäudes durch und das Feuer griff auf das Wohnhaus über", schreibt der Pressesprecher der Feuerwehr Horb. Ein Innenangriff sei in Erwägung gezogen worden, musste aber aufgrund der raschen Brandausbreitung verworfen werden.

Die zwei Gebäudeteile konnten laut Feuerwehr trotz Einsatz mehrere C-Rohre und einem Löschangriff über ein Wenderohr der Drehleiter nicht mehr gerettet werden und brannten komplett aus. Im weiteren Verlauf des Einsatzes mussten Teile des Gebäudes mit einem Bagger eingerissen werden, um an die in den Zwischendecken steckenden Brand- und Glutnester zu kommen.

Die Wasserversorgung wurde über Pendelverkehre nach Dettingen und nach Dürrenmettstetten mit mehreren wasserführenden Fahrzeugen und eine vor Ort befindliche Zisterne sichergestellt. Durch den Brand kam es im gesamten Ortsteil Priorberg zu einem Stromausfall. Es kamen bei dem Einsatz keine Personen zu schaden. Durch den Brand entstand laut Polizei ein Sachschaden von circa 400.000 Euro. Über die Ursache des Brandes wird erst eine noch anstehende kriminaltechnische Untersuchung des Brandortes Aufschluss geben können.

Spendenkonto eingerichtet

Insgesamt waren zu Spitzenzeiten bis zu 100 Feuerwehrangehörige mit 19 Fahrzeuge im Einsatz. Zusätzlich war das DRK mit sechs Fahrzeugen und 15 Kräften (inklusive Notarzt) im Einsatz, die Polizei war mit mehreren Streifen vor Ort.

Die Johanniter Horb haben für die betroffene Familie ein Spendenkonto eingerichtet: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Württemberg-Mitte, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE47370205000004302400, Stichwort "Soforthilfe Hausbrand Familie Schurg"

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