Kein Jahr nach dem verheerenden Großbrand in der Villinger Innenstadt sind die ersten Abrissprojekte beendet – in der Goldgrubengasse herrscht nun freie Fahrt. So geht es dort weiter.
Es ist ein gänzlich ungewohntes Bild, das sich seit wenigen Tagen in der Goldgrubengasse in der historischen Innenstadt zeigt – denn seit neuestem klafft dort eine große Baulücke. Die beiden Häuser, die dem Großbrand im Juni vergangenen Jahres zum Opfer fielen, sind nun zurückgebaut.
Betroffen vom Abriss war eine historische Scheune, auf die das Feuer nach dem Brandausbruch auf dem Balkon eines Wohnhauses in der Gerberstraße in Windeseile übergriff. Das Gebäude in der Goldgrubengasse 23 stürzte infolge des Feuers ein.
Auch das danebenliegende Wohnhaus – die Goldgrubengasse 21 – wurde durch den Großbrand schwer beschädigt. Die dortigen Bewohner verloren ihr Zuhause. Schnell war klar, dass es abgerissen werden muss.
Der Rückbau der beiden Gebäude ist Anfang des Jahres in die Wege geleitet worden. Nach der Fasnet standen schließlich die Abrissbagger bereit und rückten zunächst der historischen Scheune zu Leibe. Anschließend erfolgte der Abriss des Wohngebäudes. Nun, nach rund zwei Monaten, sind die Arbeiten vollständig erledigt.
Auftrag für Wiederaufbau vergeben
Der Schutt musste nach Material sortiert werden, um ihn anschließend abzutransportieren. Mittlerweile ist zudem die Freifläche geschottert worden. Gleichzeitig heißt es in der Goldgrubengasse endlich wieder: freie Fahrt.
Wie geht es an dieser Stelle nun weiter? Für den Eigentümer der niedergebrannten Scheune steht fest, dass die Baulücke nicht dauerhaft Bestand haben soll. Seinen Angaben zufolge ist bereits ein lokales Bauunternehmen mit dem Wiederaufbau beauftragt worden. Dieselbe Firma hat sich auch federführend um die Organisation rund um den Abriss gekümmert und die Baustelleneinrichtung sowie Absicherung übernommen.
Stillstand in der Gerberstraße
Bis wann der Wiederaufbau beginnt, „ist noch zu klären beziehungsweise abzuwarten“, berichtet der Eigentümer. Unklar scheint demnach außerdem, ob auch das danebenstehende Wohnhaus wieder aufgebaut werden soll oder ob die Fläche in anderer Weise genutzt wird. So erklärt der städtische Pressesprecher Patrick Ganter, dass diesbezüglich noch kein konkreter Bauantrag vorliegt.
Stillstand herrscht hingegen bei den beiden abrissreifen Gebäuden in der Gerberstraße. „In der Gerberstraße fehlt noch der Antrag für einen Abriss“, weiß Ganter hierzu. Auffällig ist an dieser Stelle: Der dortige Zustand scheint sich deutlich zu verschlechtern. Denn offensichtlich ist im Haus Gerberstraße 54 – ehemals Balkan Grill – der Dachstuhl mittlerweile ein Stück weiter abgesackt.
Diesen Eindruck haben auch Anlieger gewonnen. Geschehen sein muss dies unabhängig von den Abrissarbeiten. Klar ist damit aber: Die Sperrung des Straßenbereichs aufgrund der konkreten Einsturzgefahr der Gebäude wird sicherlich so lange andauern, bis die Abrissarbeiten dort vollzogen sind.