Die Nachwirkungen des Villinger Großbrandes sind unverkennbar – jetzt hat der erste Abriss begonnen. Beim Reinigungszentrum Heinzmann sind die Lichter hingegen endgültig ausgegangen.
Aufbruch und Aufgabe liegen in der Goldgrubengasse nur wenige Meter auseinander. Denn nach dem dortigen historischen Großbrand beginnen am ersten abgebrannten Gebäude die Abrissarbeiten – und damit der Aufbruch in die Zukunft, während das Reinigungszentrum den Kampf um einen Neustart aufgegeben hat.
Das Feuer hatte die Scheiben am Lieferanteneingang in der Goldgrubengasse bersten lassen – Rauch drang in die Räumlichkeiten ein, Löschwasser sorgte ebenfalls für Schäden. In der Folge wurde der Großteil der Geräte zerstört. Die Versicherung hätte nur einen Teil der Schäden sowie der notwendigen Arbeiten im Reinigungszentrum übernommen, wie Geschäftsführerin Tugce Raife Ünal Atik erklärte.
Fast eine Million Euro wären notwendig gewesen, um den Betrieb dauerhaft zu sichern und fit für die Zukunft zu machen. Über die initiierte Spendenaktion kam jedoch nur ein niedriger vierstelliger Betrag zusammen. Was letztlich den Ausschlag gegeben hat, den Kampf zu beenden, erklärte Tugce Raife Ünal Atik nicht. Ein versprochenes Gespräch zu den Hintergründen kam nicht zustande.
Zuversichtlich schauen hingegen die Eigentümer des Gebäudes in die Zukunft. Das Haus in der Niederen Straße wurde durch den Brand ebenfalls im Wohnbereich an der Fassade in Mitleidenschaft gezogen. Die Sanierungsarbeiten sind jedoch nahezu abgeschlossen, sie sollen im Frühjahr beendet sein.
Historische Scheune wird abgerissen
Weniger Glück hatte derselbe Eigentümer mit seinem Gebäude in der Goldgrubengasse 23. Auf die historische Scheune griffen die Flammen quasi unmittelbar nach dem Brandausbruch auf einem Balkon eines Wohngebäudes in der Gerberstraße über. Sie brannte bis auf die Grundmauern ab. Diese Woche nun hat dort der Rückbau begonnen. Die ersten Schritte, um wieder etwas Normalität in die Gasse zu bringen, seien damit getan, erklärte der Eigentümer gegenüber unserer Redaktion.
Kurz vor der Fasnet habe die zuständige Baufirma die nötigen Genehmigungen erhalten – inzwischen hat der Abrissbagger dort Tatsachen geschaffen. „Und auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, sind wir und alle weiteren Nachbarn froh darum, wenn die Straßensperrung in diesem Bereich aufgehoben werden kann“, heißt es gegenüber unserer Redaktion.
Sanierungsarbeiten im ehemaligen TeeMa
Man hoffe deshalb, dass die Arbeiten anschließend an der Hausnummer 21 – einem Wohnhaus – weitergehen können, um den Blick in Richtung Wiederaufbau zu richten. Nach Angaben der Stadtverwaltung liegen aktuell jedoch noch keine Unterlagen im Baurechtsamt vor, sodass bislang keine Abrissgenehmigung erteilt werden konnte. Das erklärt die städtische Pressesprecherin Madlen Falke auf Anfrage.
In der Gerberstraße gibt es zumindest im Gebäude mit der Hausnummer 50 (ehemals TeeMa) eine positive Entwicklung. Dort laufen bereits seit einigen Wochen die Sanierungsarbeiten. Falke: „Zur Gerberstraße 50 ist ein Baugenehmigungsverfahren anhängig.“ Es sei deshalb „erfreulich, dass es im betroffenen Gebiet vorangeht“.
Weiter warten in der Gerberstraße
Das trifft jedoch augenscheinlich nicht auf die Gebäude 52 (MP-Club) und 54 (Balkangrill) zu. Die beiden Häuser sind durch den Brand derart beschädigt worden, dass sie abgerissen werden müssen. Inwieweit entsprechende Rückbauarbeiten bereits angestrebt werden, scheint bislang offen. Die Stadtverwaltung berichtet zumindest nichts über laufende Verfahren. Demnach scheint dort weiterhin Geduld gefragt.