2022 krachte ein 20-jähriger Autofahrer auf die Sandsteinmauer des Talfriedhofs und zerstörte diese. Bei der Untersuchung des Schadens wurden jedoch weitere Probleme entdeckt. Foto: Cools

Ein schwerer Unfall im Juni 2022 offenbarte massive statische Probleme bei der Oberndorfer Friedhofsmauer. Jetzt, fast vier Jahre später, ist der Weg für eine Sanierung frei.

Ein 20-jähriger Autofahrer unter Alkoholeinfluss rammt am 30. Juni 2022 die Friedhofsmauer in der Rosenfelder Straße und verursacht damit mehrere Tausend Euro Schaden. Erst recht problematisch wird es, als die Mauer genauer untersucht wird. Jetzt, vier Jahre später, soll sie endlich wiederhergestellt werden. Warum es so lange gedauert hat, und wann es losgeht, war im Gemeinderat zu erfahren.

 

Die Friedhofsmauer, die letztlich verhinderte, dass der Autofahrer in die Tiefe stürzte, stützt an dieser Stelle den bis zu 2,5 Meter hohen Geländesprung zwischen der Rosenfelder Straße und dem tieferliegenden Talfriedhof. Sie besteht aus einer 30 Zentimeter dicken Stahlbetonwand, die in den 1990er-Jahren mit Erdnägeln rückverankert wurde, mit einem Mauerwerk aus Natursteinen.

Unfall deckt weitere Schäden auf

Nach dem Unfall wurde die Natursteinmauer zurückgebaut. Dabei offenbarte sich, dass die Tragfähigkeit der verbauten Erdnägel nicht mehr gewährleistet war. Unter anderem fehlten erforderliche Ankerplatten, und die Stahlbetonwand wies Risse auf.

Zeitliche Verzögerungen ergaben sich einerseits aus Versicherungsgründen, andererseits aus verschiedenen notwendigen Untersuchungen, wie die Stadtverwaltung bereits 2025 erklärt hatte. An der Planung der Sanierung beteiligt waren nun das Ingenieurbüro Plocher aus Aistaig und die Ingenieurgruppe Geotechnik aus Kirchzarten.

Von vier erarbeiteten Sanierungsvarianten sprachen sich die Planungsbüros für jene aus, bei der die Stützmauer durch eine mit Bodennägeln rückverhängte Spritzbetonschale gesichert wird – vor allem, weil bei dieser kein Eingriff in den angrenzenden Straßenkörper erforderlich sei. „Wir müssen da ordentlich nachverankern“, meinte Stephan Ruff vom Hochbauamt in der Gemeinderatssitzung. Für die Verkleidung werden dann die ursprünglichen Natursteine wiederverwendet. Die Natursteinmauer sei entkoppelt vom restlichen System.

Die anderen Varianten sahen beispielsweise den kompletten Rückbau der Stützmauer und den Ersatz durch eine Winkelstützwand vor oder eine Anböschung des Geländes.

Noch dieses Jahr fertig?

Nach dem Zeitplan erkundigte sich SPD-Stadträtin Ruth Hunds. Noch vor der Sommerpause soll die Vergabe erfolgen, so Ruff. Auch soll die Sanierung noch in diesem Jahr beginnen. Wenn das Wetter mitmache, sei eine Fertigstellung Ende 2026 denkbar.

Die Kosten liegen bei 180.000 Euro. Die Versicherung übernehme die Kosten für den Schaden, der durch den Unfall entstanden sei, hieß es. Die Mauer habe aber auch schon vorher Probleme aufgewiesen.

Wolfgang Hauser (CDU) fragte, ob die Mauer an der Teckstraße ähnliche Schäden aufweise. Ruff meinte, dort habe man immer mal wieder Ausbesserungen vorgenommen.