Nachdem ein Brand im Edeka-Markt in den Calwer Kimmichwiesen im Juli großen Schaden angerichtet hatte, folgte die aufwendige Sanierung. Nun stehen wieder erste Waren in den Regalen.
Noch hängen im Edeka-Markt in den Calwer Kimmichwiesen an manchen Stellen Kabel von der Decke. Reinigungsutensilien und Putzmaschinen stehen in den Gängen.
Aber: Auch die ersten Kisten mit Konserven und Co. sind angekommen. Und in vielen Regalen stehen wieder die ersten Waren. Fest steht: Die Wiedereröffnung des E-Centers wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Der Brandschaden
Fast fünf Monate sind vergangen, seit am 25. Juli ein Feuer die monatelange Schließung des Ladens erzwungen hatte. Schuld daran war der Brand eines Leergutautomaten im Eingangsbereich gewesen. Binnen kürzester Zeit waren die Flammen auch durch das Dach geschlagen.
Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz gewesen. Stadtbrandmeister Marcus Frank ging noch am Tag des Feuers von einem verheerenden Schaden aus; sprach davon, dass der Markt „total verwüstet“ sei – insbesondere aufgrund des Rauchs, der alles „von vorne bis hinten kontaminiert“ hatte. Er sollte Recht behalten.
Schon kurz darauf bestätigte Marco Saile im Gespräch mit unserer Redaktion diese Einschätzung. Saile ist Vorstandsvorsitzender der Verbrauchergenossenschaft (VGC) Calw eG, die unter anderem den Edeka-Markt in den Kimmichwiesen betreibt.
Nicht zuletzt durch die Zusammensetzung der PET-Flaschen, die bei dem Unglück verbrannten, sei eine Art Säurefilm entstanden, der sich auf alles gelegt habe – bis hin zu den Metallen.
Der Eröffnungstermin
Am Montagmorgen in dieser Woche gab Saile vor Ort einen Überblick zum aktuellen Stand. Denn in den vergangenen Monaten hat sich einiges getan.
Eigentlich, berichtet der Vorstandsvorsitzende, hätte die VGC gerne noch vor Weihnachten wieder geöffnet. Das reiche leider nicht. Allzu lange dürfte es dennoch nicht mehr dauern. Als Termin werde jetzt Anfang Januar angepeilt. Um dieses Ziel zu erreichen, verzichteten sogar viele Mitarbeiter und Handwerker auf ihren Urlaub zwischen den Jahren.
Die ersten 70 Paletten mit Waren seien mittlerweile bereits eingetroffen. Manches davon steht sogar wieder in den Regalen.
Die Sanierung
Es riecht sauber im E-Center, fast steril. Angesichts der umfangreichen Reinigungsarbeiten eigentlich kein Wunder.
Im Zuge der Brandsanierung wurde vom Boden bis zum Dach alles gründlich geputzt. Nicht zuletzt Möbel, Kühlregale und dergleichen mussten dazu auseinandergebaut, gereinigt und wieder zusammengesetzt werden – bis zur letzten Schraube.
Spezialisten behandelten die Holzbalken zur Brandreinigung vor einem neuen Anstrich mit Laser; alternativ wäre Hobeln angesagt gewesen.
Die Hauptkabeltrasse, die unglücklicherweise direkt über dem Leergutautomaten verlief, musste komplett neu verkabelt werden.
Und nicht zuletzt galt es auch rund 300 Quadratmeter Dach zu erneuern, die durch den Brand zerstört wurden.
Die Schwierigkeiten
Als eine der Schwierigkeiten bei der Sanierung stellte sich unter anderem der Ablauf heraus. Denn die Arbeiten machten nur in der richtigen Reihenfolge Sinn. Ein Beispiel: zuerst das Dach, dann die Balken, dann die Kabel.
Was simpel klingt, ist alles andere als einfach – denn Material und Handwerker müssen jeweils zur richtige Zeit verfügbar sein. Wobei gerade die Handwerker wirklich immer versucht hätten, zur Stelle zu sein, wenn sie gebraucht wurden, würdigt Saile.
Und doch: „Wir haben immer mal wieder Kleinigkeiten, die fehlen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Etwa ein Rauchabzug, der nicht so geliefert wird, wie er gebraucht würde. Der aber aus Brandschutzgründen unverzichtbar ist. „So war das von Anfang an“, sagt Saile. Immer wieder kam dann eins zum anderen und die Sanierung teils ins Stocken.
Doch es gab auch gute Nachrichten. Etwa ein neuer Leergutautomat, der inzwischen wieder an seinem Platz steht. Eigentlich hätte das noch Wochen dauern sollen.
Der Endspurt
Der wichtigste Punkt sei aktuell die Elektrik, die müsse noch fertig werden. Und es sei möglich, dass zur Eröffnung noch nicht alle Kleinigkeiten erledigt sein werden. Auf die Sicherheit oder den Einkauf der Kunden habe das dann aber keinen Einfluss.
Den Gesamtschaden, der durch den Brand und die finanziellen Folgen der Betriebsunterbrechung entstanden sind, schätzt Saile derzeit auf mehr als 2,5 Millionen Euro.