Der Espen-Parkplatz nördlich des Ettenheimer Bauhofs bietet Platz für rund 130 Fahrzeuge. Er liegt zentral und ist kostenlos – dennoch haben manche Autobesitzer derzeit kein gutes Gefühl, ihren Wagen dort abzustellen. Foto: Bildstein

Ruf nach Videoüberwachung wird in Ettenheim laut. Stadt war damit schon einmal gescheitert.

Ettenheim - Wiederholte Fälle von Vandalismus auf dem Espen-Parkplatz sorgen für Beunruhigung in der Ettenheimer Bevölkerung – und lassen den Wunsch nach einer Videoüberwachung laut werden. Dass es die nicht längst gibt, liegt nicht an der Stadt.

Einmal mehr waren Beamte Montagfrüh auf dem Parkplatz im Osten der Stadt im Einsatz. Ein Zeuge hatte kurz nach 5 Uhr zwei Jugendliche gemeldet, die in "verdächtiger Weise" um ein Auto herumgeschlichen seien, wie Polizeisprecher Wolfgang Kramer auf LZ-Nachfrage berichtet. "Es wurden weder Personen angetroffen noch Schäden am Fahrzeug festgestellt." Der Ettenheimer Polizeiposten habe Kontakt zum Halter aufgenommen und darum gebeten mitzuteilen, ob etwas gestohlen worden sei – "der Wagen war nicht abgeschlossen".

Großer Aufschrei in den sozialen Medien

Bürgermeister Bruno Metz erfuhr am Dienstag von der LZ von den polizeilichen Ermittlungen. Er nahm sofort Kontakt zu Postenleiter Peter Scholz auf. "Nach den Schilderungen könnte es dieses Mal glimpflich ausgegangen sein." Der Aufschrei in den sozialen Medien ist freilich dennoch groß. Der zentrumsnahe Espen-Parkplatz ist nicht nur bei Pendlern beliebt, sondern wird gleichermaßen von Anwohnern und Firmen genutzt. Neben verzweifelten Kommentaren wie "Nicht schon wieder" oder "Wo kann man eigentlich noch sicher sein Auto parken?" ist im Internet vor allem eine Forderung zu lesen: nach einer Videoüberwachung.

Der bis dato letzte Vorfall auf dem Espen-Parkplatz ist den Ettenheimern noch gut in Erinnerung: In einer Nacht Anfang Februar waren neun Autos und eine Infotafel mit Farbe beschmiert worden – Gekritzel, Schimpfworte, rassistische Symbole (wir berichteten). Der Schaden, den die Sprayer anrichteten, dürfte im fünfstelligen Bereich liegen. Zum aktuellen Ermittlungsstand in diesem Fall konnte der Polizeisprecher nichts Näheres sagen, weil die zuständige Kollegin am Dienstag dienstfrei hatte. Aber: "Möglicherweise gibt es mittlerweile Tatverdächtige."

Erleichterte Arbeit für die Polizei

Eine Kamera, das weiß Rathauschef Metz, würde die Arbeit der Polizei erleichtern. "Ich kann den Wunsch der Bürger absolut nachvollziehen." Vor rund zwei Jahren sei das Thema bereits im Gemeinderat besprochen und für gut befunden worden. Damals war das Fahrzeug eines Handwerkers aufgebrochen worden. Weil es nur eine Ein- und Ausfahrt gibt – über die Straße "Auf den Espen" –, "wäre die Installation sowohl technisch als auch, was die Kosten betrifft, kein Problem". Dass der Parkplatz trotzdem noch unbewacht ist, liegt laut Metz am Gesetz: "Uns wurde bei der Prüfung damals gesagt, dass eine Kamera auf öffentlichen Flächen nur bei Kriminalitätshotspots zulässig sei – und das waren die Espen zu dem Zeitpunkt wohl nicht."

Ob sich an dieser Einschätzung durch die jüngsten Ereignisse etwas geändert hat, vermag der Bürgermeister nicht zu sagen. Klar scheint: Nicht nur die geschädigten Autobesitzer stellen in diesem Fall den Eigentumsschutz über das Persönlichkeitsrecht. Metz jedenfalls verspricht, am Ball zu bleiben: "Wir beobachten die Entwicklung genau und werden da gegebenenfalls noch einmal aktiv werden. Wenn es nach mir geht, würde sofort eine Kamera aufgehängt."

Der Parkplatz "Auf den Espen", direkt beim Bauhof gelegen, wurde kurz vor Ostern 2003 nach fünfwöchiger Bauzeit in Betrieb genommen. Auf 3200 Quadratmetern stehen rund 130 kostenlose Stellplätze zur Verfügung. Das zentrumsnahe Gelände – etwa 200 Meter von der Altstadt entfernt – sollte helfen, den Parkdruck in Ettenheim zu verringern. 120.000 Euro hat sich die Stadt das Anlegen der Fläche vor 18 Jahren kosten lassen.

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