Der Umzug ist vollzogen, die alte VHS am Villinger Münster gehört der Vergangenheit an. Die nächsten Schritte im alten Gebäude und die Bilanz des vergangenen Jahres.
Mitten im Herzen der Villinger Innenstadt hatte die VHS ihren Standort – allerdings am Ende ohne notwendige Entwicklungsmöglichkeiten, stark beengt und nicht nach den heutigen Vorgaben. Seit wenigen Wochen finden die Kurse nun im rundum sanierten Gebäude der französischen Schule in der Dattenbergstraße statt.
Direkt am Villinger Münster steht damit an einem attraktiven Standort eine städtische Immobilie leer – zumindest so halb. „Das Gebäude steht leer und irgendwie auch nicht leer“, so Stefan Assfalg, der Leiter des Amtes für Jugend, Bildung, Integration und Sport, jüngst in einer Ausschusssitzung gegenüber den Stadträten. Denn weiterhin befinden sich dort sowohl Einrichtungsgegenstände als auch jede Menge Technik.
„Der Rückbau der Technik wird noch etliche Zeit gehen“, macht er deutlich. Die noch vorhandene Präsentationstechnik sei für den neuen Standort nicht mehr zu gebrauchen, zum Entsorgen allerdings zu schade. Deshalb werde man diese nun versuchen zu veräußern. All das passiere jetzt Stück für Stück.
Während die Zukunft des alten Standorts noch offen ist, zeigt der Blick auf das vergangene Jahr, unter welchen Rahmenbedingungen die Volkshochschule zuletzt gearbeitet hat. In der Ausschusssitzung ging es daher nicht nur um die Perspektiven für das Gebäude, sondern auch um die Bilanz des Jahres 2025.
Unsicherheiten und Schließung
Wie VHS-Leiterin Ina Schweizer erklärte, war das Jahr von Unsicherheiten geprägt, insbesondere durch die bundesweite Debatte um die Freiberuflichkeit von Lehrkräften, die vor dem Hintergrund einer möglichen Scheinselbstständigkeit bei Kursleitenden wie Trägern für große Verunsicherung sorgt. Gleichzeitig machte sich die angespannte Finanzlage der Kommunen bemerkbar – etwa durch die Schließung der Außenstelle in Bad Dürrheim zur Jahresmitte aus Kostengründen.
Trotz dieser Rahmenbedingungen konnte sich die Einrichtung personell stabilisieren und zentrale Projekte vorantreiben – allen voran natürlich der Umzug in die neue Volkshochschule, in die auch das VHS-Atelier integriert ist. Parallel wurden Digitalisierung und Service ausgebaut, etwa durch Online-Vertragsprozesse, neue Kursplattformen und einen Newsletter.
Rückgang bei Teilnehmerzahlen
Die Entwicklung der Teilnehmerzahlen zeigt jedoch einen leichten Rückgang: 2025 nahmen 12.351 Menschen an Angeboten teil, bei rund 25.000 Unterrichtseinheiten – jeweils weniger als in den Vorjahren. Ein wesentlicher Grund dafür ist laut der Bilanz das Auslaufen des Förderprogramms „Rückenwind“, das während der Pandemie Lernrückstände und psychosoziale Folgen bei Schülern abfedern sollte und zuvor einen erheblichen Anteil an zusätzlichen Kursen und Unterrichtseinheiten ausmachte. Dieses Programm wurde durch das neue „Startchancen“-Programm ersetzt, das stärker direkt an Schulen ansetzt und damit zu einem geringeren VHS-Angebot in diesem Bereich geführt hat.
Weiterhin stark nachgefragt bleiben Sprach- und Integrationskurse, insbesondere im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Gleichzeitig bestehen hier weiterhin Wartelisten. Auch die VHS-Akademie Pädagogik wurde ausgebaut und qualifiziert verstärkt Personal für Kitas und die Schulkindbetreuung. Insgesamt setzt die Volkshochschule zunehmend auf Digitalisierung, Kooperationen und gezieltes Marketing, um ihre Angebote unter schwierigen Rahmenbedingungen zukunftsfähig aufzustellen.
Zahlen, Daten, Fakten zur VHS VS
Teilnehmer
2351
Unterrichtseinheiten
25.128
Kurse & Veranstaltungen
1065
Kursleiter
344
Festangestellte Mitarbeiter
21
Kooperationspartner
80
Teilnehmende an Deutsch-Prüfungen
1222
Anzahl Prüfungen
63
Newsletter-Abonnenten
535
Umsatz
2,4 Millionen Euro