Der Mittelfeldregisseur des VfB Stuttgart verletzt sich bei einem Foul des Augsburgers Samuel Essende und wird mit Tränen in den Augen ausgewechselt. Trotzdem ist er zuversichtlich, in zwei Wochen in Berlin spielen zu können.
Nach dem 4:0-Sieg gegen den FC Augsburg gab es beim VfB Stuttgart nur eine Frage: Wie schwer ist Angelo Stiller verletzt? Eine genaue Diagnose gibt es zwar erst an diesem Montag – trotzdem war die Zuversicht in den Katakomben der MHP-Arena groß.
Die Szene, nach der das gesamte VfB-Team geschockt war, hatte sich in der zehnten Minute abgespielt. Der Gastgeber führte durch einen Treffer von Atakan Karazor (8.) mit 1:0, als der Augsburger Samuel Essende sich einen üblen Tritt gegen Angelo Stiller leistete. Er traf den VfB-Regisseur von hinten oberhalb des Knöchels, der VfB-Profi knickte um und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen liegen.
Während der Augsburger von Schiedsrichter Timo Gerach erst die Gelbe und nach Intervention des VAR die Rote Karte sah, wurde Angelo Stiller minutenlang behandelt – und konnte trotzdem nicht weiterspielen. Schwer humpelnd ging er an der Cannstatter Kurve vorbei in Richtung Bank, wo ihn VfB-Trainer Sebastian Hoeneß mit ernster Miene in Empfang nahm. Als Angelo Stiller das Stadion in Richtung Kabinentrakt verließ, schlug er sich noch einmal die Hände vors Gesicht. Die Fans auf der Tribüne, die ihm lautstark applaudierten, werteten dies als schlechtes Zeichen.
Auch Angelo Stiller ist optimistisch
In der 62. Minute kehrte Angelo Stiller mit Krücken zurück auf die VfB-Bank, am Ende freute er sich mit den Kollegen über den 4:0-Heimsieg. „Er hat schon wieder gelächelt“, sagte VfB-Kapitän Atakan Karazor, „Ange ist ein positiver Typ.“
Ob dieser Optimismus berechtigt ist, wird endgültig erst die MRT-Untersuchung an diesem Montag zeigen. Fabian Wohlgemuth wollte am Sonntagabend zwar nicht spekulieren, aber auch der Sportvorstand des VfB verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Verletzung nicht ganz so schlimm sein könnte wie im ersten Moment befürchtet. Mit einem tragbaren Ultraschallgerät sei Angelo Stiller in der Kabine untersucht worden, dabei habe sich gezeigt, dass „der Bandapparat beschädigt ist“. Wohlgemuth meinte aber auch: „Ich habe kurz mit Angelo Stiller gesprochen. Er ist zuversichtlich, und der Arzt ist es auch. Wir müssen schauen, dass er so behandelt wird, dass er in dieser Saison noch zur Verfügung steht.“
Trainer Sebastian Hoeneß richtete seinen Blick ebenfalls schon auf das Pokalfinale am 24. Mai. „Wir müssen davon ausgehen, dass er eine Bänderverletzung erlitten hat. Wie schwerwiegend diese sein wird, werden wir am Montag erfahren“, sagte der VfB-Coach, „wir werden alles dafür tun, dass Angelo in Berlin dabei ist. Wenn es eine Chance gibt, wird er diese ergreifen.“
Beste Genesungswünsche gab es derweil von Jess Thorup. „Das Foul war keine Absicht, sondern eine unglückliche Situation“, sagte der Trainer des FC Augsburg, „ich hoffe, dass Angelo Stiller spätestens im Pokalfinale wieder dabei sein kann.“