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Nach Überfall 85-Jähriger nimmt Arbeit in Donaueschingen wieder auf

Von
Foto: Singler

Donaueschingen - "Mir geht es gut", sagt der 85 Jahre alte Geschäftsmann aus Donaueschingen. Am 22. September wurde er nachmittags Opfer eines Überfalls - in seinem Schreibwarenladen in der Mühlenstraße.

Schon aus einigen Metern Entfernung sind vor der Eingangstür mehrere Zeitungsständer zu sehen. Und der eine oder andere Kunde kommt mit Zigaretten, Tabak oder Süßigkeiten aus dem Laden in der Mühlenstraße heraus. Das Schreibwarengeschäft hat geöffnet. Selbstverständlich ist das nicht. Denn erst vor einigen Wochen ist genau hier Ladenbesitzer Bruno Morath überfallen worden – mitten am Tag und mitten im Stadtgebiet von Donaueschingen.

"Mir geht es gut"

Der 85-Jährige ist rüstig. Und robust. Genau deshalb lässt er sich von dem unschönen Vorfall im September auch keineswegs aus der Ruhe bringen. "Mir geht es gut", sagt Morath heute. "Ich habe das Ganze gut weggesteckt." Einen Schock habe er nicht erlitten, lediglich seine Sprache habe kurz nach der Tat etwas gestockt. "Obwohl mir die Polizei sagte, die ersten Nächte könnten für mich etwas schwierig werden, konnte ich von der ersten Nacht an gut schlafen", erzählt der Geschäftsmann im Gespräch mit der Presse.

An den Tag des Überfalls erinnert sich Bruno Morath gut. Nachdem der Täter den Laden betreten hatte, sei der 85-Jährige von ihm in ein kleines Zimmer – direkt im Kassenbereich – geschmissen worden. Dabei sei er mit dem Knie und dem Schenkel gegen einen Tisch gestoßen: "Das gab ein paar blaue Flecken."

Schlimmer habe es ihn dagegen an einem Arm getroffen. Weil Morath an einer Corona-Schutzscheibe hängengeblieben sei, zog er sich eine Schnittwunde zu. Später wurde er deswegen länger in einem Krankenwagen behandelt. In seinem Laden blieben Blutspuren zurück.

Geistesgegenwärtig agiert - und das Nummernschild notiert

Trotz aller Blessuren war Morath nicht davon abzubringen, die Verfolgung des Räubers aufzunehmen. "So schnell komme ich mit meinen 85 Jahren nicht mehr hoch. Aber der Täter hatte sein Auto unmittelbar vor dem Laden geparkt. Ich bin dann, als ich wieder stand, hinterher und habe mir das Kennzeichen notiert", schildert er.

Zuvor habe der Räuber die Kasse geöffnet und geleert. Doch vorbei war der Schrecken dann noch immer nicht. Denn der Täter kam noch einmal zurück, wie Morath berichtet: "Er hatte in der Hektik einige Scheine auf den Boden geworfen und diese beim Abhauen vergessen. Dass er noch mal da war, habe ich gar nicht wirklich mitbekommen. Alles ging sehr schnell."

Vorfall bestens weggesteckt und wieder voll im Geschäft tätig

Auf das einschneidende Erlebnis wird der Senior mehrfach angesprochen – von Kunden genauso wie von der Familie. "Mein Sohn zum Beispiel hat zu mir gesagt: Ich wusste von Anfang an, dass du das gut wegstecken wirst", kann Morath schon wieder schmunzeln. Der Täter wurde unmittelbar nach der Straftat von der Polizei geschnappt, doch über Hintergründe wie etwa zum Motiv oder zur Person wisse der Geschäftsmann nichts. Von der Polizei jedenfalls habe er bisher keine näheren Infos erhalten.

Was jetzt folgt? Für Bruno Morath ist klar: "Ich mache weiter, solange ich kann. Was soll ich den ganzen Tag nur zuhause sitzen." In den vergangenen Jahren sei der 85-Jährige bereits kürzergetreten. Doch seine Arbeit mache ihm Spaß, mittlerweile sehe er den Job als Hobby.

Und somit werden in der Mühlenstraße auch zukünftig Zeitungsständer vor der Eingangstür stehen oder Kunden Tabakwaren kaufen können.

Die Polizei wurde am Dienstagnachmittag des 22. Septembers in die Donaueschinger Mühlenstraße gerufen. Dort war das Schreibwarengeschäft Morath überfallen worden. Die Ordnungshüter bestätigten schnell, dass es sich um einen Raub handelte. Bereits kurz nach der Tat wurde ein 39-jähriger Mann als dringend verdächtig festgenommen – zuhause an seiner Wohnadresse. Laut Polizei hatte er den Laden von Bruno Morath gegen 15.30 Uhr betreten. Unter Vorhalten einer Waffe forderte er demnach Bargeld; es kam zu einer kurzen handgreiflichen Auseinandersetzung. Der Mann soll bereits weitere Straftaten begangen haben.

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