Maurizio Mammato schlägt beruflich neue Wege ein. Foto: eddi films

Man kennt ihn als „Mister Party“: Maurizio Mammato war 32 Jahre lang das Gesicht der Balinger Partyszene. Als DJ legte er im „Treffpunkt“ und später im „Top 10“ auf, als Eventmanager prägte er die Feierszene. Jetzt erfindet der 55-Jährige sich neu.

Er müsse sich erst mal sortieren, nach dem auch für ihn überraschenden Aus der Diskothek „Top 10“, gibt Mammato zu. Jetzt hat er – auch gedanklich – einen dicken Schlussstrich gezogen und neue Pläne im Visier.

 

Corona und Lockdown waren für den „Party-Macher“ ein harter Einschnitt und gleichzeitig „ein Gamechanger“, wie er rückblickend sagt. Damals entschied er sich dazu, bei „Street Food Casa“ zu investieren. Den Food-Truck und Catering-Service betreibt er gemeinsam mit seinem Freund Uwe Müller.

„Ich wollte immer DJ sein“

„Ich wollte immer DJ sein“, sagt Mammato und seine Augen blitzen. Der Mutter zuliebe machte er eine Ausbildung vom Chemielaborant. Kaum hatte er die Prüfung bestanden, heuerte er im damaligen „Treffpunkt“ an. „Ich habe mein ganzes Leben lang nichts anderes gemacht und gewollt.“

Was er heute könne, sagt der 55-Jährige, habe er sich selbst beigebracht. „Ich habe aus der Praxis gelernt, das war eine gute Schule.“

Beim Musikauflegen allein blieb es nicht. Mammato ist einer, der tausend Ideen im Kopf hat und diese dann umsetzt. Bei der Gartenschau 2023 zum Beispiel, als er eine Open-Air-Disco an den Start brachte.

„Ich wollte erst alles sauber beenden“

Als klar war, dass das „Top 10“ schließt, hätte es ihm den Boden unter den Füßen wegziehen können. Aber „Mister Party“ ist keiner, der den Kopf in den Sand steckt. Zumal ihn „unendlich viele Leute“ angesprochen hätten, er habe Angebote von Reutlingen bis Donaueschingen gehabt.

Er habe sie ausgeschlagen. „Ich wollte erst alles sauber beenden“, erklärt Mammato beim Besuch in unserer Redaktion. Jetzt sei alles geklärt, im Frühherbst geht er auf Kurs Richtung Selbstständigkeit.

„Lasst uns einfach mal quatschen“

„Lasst uns einfach mal quatschen“ – damit fing das an, was am Samstag, 19. Juli, als „Electric Garden Festival“ am ehemaligen Gartenschaugelände beim Jugendhaus steigt. Daniel Coscovic, Louis Wessner und Sandro Weckenmann sind zusammen „Dreiklang Events“ und die Macher, Mammato hat die Jungs beraten.

Die drei sind auch die Köpfe hinter der Barkulturnacht. Die steigt am 2. Oktober in den Bars und Kneipen in der Innenstadt. Wenn diese schließen, sei aber noch lange nicht Schluss mit Feiern, verrät Mammato.

„Die Stadt hatte für den Tag die Volksbankmesse geblockt“, berichtet er. „Für irgendein Event.“ Das „irgendein“ untermalt er mit in die Luft gemalten Anführungszeichen. Niko Skarlatoudis leitet bei der Stadt Balingen die Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus und habe Mammato gefragt, ob er nicht eine Idee hätte für das „irgendein“.

Das wird in der Volksbank-Messe geboten

Er hatte eine – eine Party für Ü30 soll es geben. Wie das geht, weiß Mammato, schließlich hat er seinerzeit die ersten Ü30-Parties im „Top 10“ an den Start gebracht.

Über das Event im Oktober will er noch nicht zu viel verraten. So viel kann man ihm dann doch entlocken: Die Volksbank-Messe wird sich in eine Art Manege verwandeln, in der DJs an verschiedenen Pulten auflegen. Für jeden Geschmack soll etwas dabei sein.

Das Party-Machen kann Mammato nicht an den Nagel hängen. „Ich war nie profitgeil“, sagt er. Was ihn antreibt? „Ich möchte den Menschen besondere Momente bieten.“