Sie erläutern die anstehenden Bauarbeiten auf der B 462 direkt vor Ort (von links): der stellvertretende Leiter des Straßenbauamts Joachim Hilser, Georg Sauter von der unteren Straßenverkehrsbehörde und Sigmund Villing, Leiter der Straßenmeisterei Schramberg. Foto: Otto

Nach vielen schweren und tödlichen Unfällen gilt die B 462 bei Dunningen als berüchtigte und gefürchtete Strecke. Viele forderten Veränderungen für mehr Sicherheit auf dem Abschnitt. Das wird jetzt umgesetzt. Die Folge: Vier Wochen Vollsperrung.

Kreis Rottweil - Noch immer ist nicht ganz geklärt, was die B 462 im Bereich der Dunninger Umgehung bis nach Zimmern so gefährlich macht. Klar ist: Es wird gerast, es wird gefährlich überholt. Die Ursache der schweren Unfälle liegt aber oft woanders – oder bleibt im Dunkeln. "Aus ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn geraten", heißt es häufig im Polizeibericht. Handykontrollen haben zudem desaströse Ergebnisse gebracht.

Gefahren sollen weiter minimiert werden

Nach einem Sicherheitsaudit und Gesprächen zwischen Regierungspräsidium, Polizei und Straßenbauamt soll nun baulich etwas auf der Strecke geschehen, um die Gefahren zu minimieren. Auf Nachfrage unser Redaktion, was genau geplant ist, erklären Joachim Hilser, stellvertretender Leiter des Straßenbauamts Rottweil, Sigmund Villing, Leiter der Straßenmeisterei Schramberg, und Georg Sauter von der unteren Straßenverkehrsbehörde die Lage vor Ort.

Gegenverkehr auf Abstand

"Die Ergebnisse des Sicherheitsaudits werden jetzt auf dem gesamten Abschnitt umgesetzt", so Joachim Hilser. Dabei gebe es zwei Zielsetzungen: Zum einen soll der Gegenverkehr durch eine doppelte Mittelmarkierung auf der gesamten Strecke – ab der langen Geraden von Sulgen kommend bis zur Abzweigung nach Zimmern – weiter auseinander gebracht werden, zum andern wird das Überholverbot mittels der neuen Doppel-Markierung ausgeweitet.

Wir haben uns die STrecke bereits in der Vergangenheit angeschaut:

Zwei Bauabschnitte geplant

"Dazu muss die Strecke voll gesperrt werden, dazu gibt es leider keine Alternative", erklärt Hilser. Die Sperrung erfolgt von 11. Juli bis voraussichtlich 6. August. Vorgesehen sind zwei Bauabschnitte:

Bauabschnitt eins läuft von 11. Juli bis längstens 23. Juli. Er beginnt von Schramberg-Sulgen her gesehen am Ende der langen Geraden schon vor der "Stampfe" und geht bis zur Abfahrt Dunningen-Mitte. Die Umleitung in Fahrtrichtung Rottweil führt über Dunningen-West durch Dunningen hindurch. Für das Stück vom Baustellenbeginn bis zur Abfahrt West wird ein Ampelbetrieb eingerichtet. Hier ist mit Wartezeiten bis zu zehn Minuten zu rechnen. Es werde geschaut, dass man mit diesem Abschnitt schnell fertig wird, sodass der Verkehr dann ohne Ampel durch Dunningen und weiter Richtung Rottweil fließen kann, betont Sigmund Villing.

In der Gegenrichtung von Rottweil nach Schramberg wird der Verkehr im ersten Abschnitt von Dunningen-Mitte über Seedorf, Waldmössingen, Heiligenbronn und Sulgen umgeleitet.

Zweiter Abschnitt von Dunningen-Mitte bis Zimmern

Bauabschnitt zwei läuft – je nach Fortschritt und Witterung – im Zeitraum von frühestens 19. Juli bis längstens 6. August von der Abfahrt Dunningen-Mitte bis zur Abzweigung nach Zimmern. Die Umleitung erfolgt in Richtung Rottweil über Dunningen, Lackendorf, Stetten und Zimmern bis zur Anschlussstelle A 81. In der Gegenrichtung wird der Verkehr von der Anschlussstelle A 81 über Villingendorf, Herrenzimmern, Bösingen und Dunningen-Mitte geleitet.

Da die Arbeiten in der Mitte der beiden Fahrbahnen erfolgen, könne der Verkehr nicht an der Baustelle vorbeigeleitet werden, betonen Hilser und Villing mit Blick auf den Arbeitsschutz. Dazu sei einfach zu wenig Platz.

Alte Markierung wird herausgefräst

Zunächst muss die alte Mittelmarkierung komplett herausgefräst werden, bevor die neue Doppelmarkierung im Abstand von 25 Zentimetern als so genannte Agglomeratmarkierung aufgebracht wird. Diese soll durch die Geräuschentwicklung zusätzlich die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöhen. An einigen Stellen werden die Linien zur Erweiterung des Überholverbots durchgezogen sein. Auch die Randmarkierung wird im Zuge der Vollsperrung gleich erneuert.

Die Kosten, die der Bund trägt, liegen laut Joachim Hilser "im niedrigen sechsstelligen Bereich". Er erklärt, dass es durch die Umleitungen natürlich Beeinträchtigungen für die Autofahrer geben wird. Das Verkehrsaufkommen sei hoch. "Da gibt’s nichts schönzureden", so Hilser.

Letztlich hoffen aber alle Beteiligten, dass durch die Maßnahme mehr Sicherheit auf der berüchtigten Unfallstrecke geschaffen wird.