Ein Kreuz erinnerte nach dem Unfall direkt an der Abzweigung auf den Parkplatz an den tödlich verunglückten Motorradfahrer. Mittlerweile steht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite. (Archivfoto) Foto: Markus Reutter

Nach einem tödlichen Unfall auf der Landesstraße 177 bei Königsfeld, ist die Diskussion rund um verkehrsberuhigende Maßnahmen an dieser Stelle in vollem Gange. Die Gemeindeverwaltung setzt sich dafür ein, kann die Entscheidung aber nicht treffen.

Bei einem tragischen Unfall an der Abzweigung von der Landesstraße 177 auf den Parkplatz von Aldi und Rossmann verlor Anfang Februar ein junger Motorradfahrer sein Leben. Was folgte, war die Diskussion darüber, wie man die Stelle sicherer machen könnte – mit Anwohnern der Jahnstraße, in einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr (AUTWV) sowie darüber hinaus mit den zuständigen Behörden.

 

Viel Sichtbares ist bislang an der Stelle nicht passiert, obwohl die Gemeindeverwaltung bereits im Oktober 2021 – also noch vor dem Unfall – einen Antrag auf Reduktion der Geschwindigkeit gestellt hatte. Infolge des Unfalls hatte die Verwaltung sich nun abermals um eine Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bemüht. Bürgermeister Fritz Link berichtete jüngst in der Sitzung des Gemeinderats über den aktuellen Stand in dieser Sache.

„Umfassende“ Abwägung bei Sonderverkehrsschau

Link ging auch auf das Schreiben einer Anliegerin der Jahnstraße bezüglich dortiger verkehrsberuhigender Maßnahmen und einer Geschwindigkeitsbeschränkung bei Aldi und Rossmann ein. Er erklärte, dass auf Antrag der Gemeinde bereits eine Sonderverkehrsschau stattgefunden habe, bei der „umfassend“ alle Aspekte einer Senkung der Geschwindigkeit von 70 auf 50 Stundenkilometer abgewogen worden seien. Diese lege der Bereich wegen der vielen Einmündungen, Querungen und der Nähe zum Kreisverkehr aus Sicht der Gemeindeverwaltung nahe.

Ansicht „merkwürdig“ und „nicht nachvollziehbar“

Allerdings habe er den Eindruck, dass die Straßenverkehrsbehörde sich diesem Argument nicht anschließen wolle und in den Verhältnissen vor Ort keine Kausalität für den Unfall mit tödlichen Ausgang sehe, erklärte Link .

Die Argumentation, dass es im Bereich keine Unfallhäufung gebe nannte Link „merkwürdig“ und fragte, ob man abwarten müsse, bis es mehr Tote gebe. Er hielt die Ansicht der Behörden für „nicht nachvollziehbar“. Dennoch mahnte der Bürgermeister zur Geduld: Man müsse den zuständigen Behörden nun Zeit geben, die Argumente sorgfältig abzuwägen. Die Gemeinde sei auf der Landesstraße nicht zuständig.

Wohl Vorfahrtsverletzung des Autofahrers

Link erklärte im Zuge der Sitzung zudem, dass das Gutachten zum Unfall noch nicht vorliegt, dass dieser aber wohl nicht nur auf überhöhte Geschwindigkeit des Motorradfahrers, sondern auch auf eine Vorfahrtsverletzung des Autofahrers zurückzuführen sei. Auch wies er darauf hin, dass die Abzweigung so ausgeführt wurde, wie es ein vorab erstelltes Verkehrsgutachten gefordert hatte.

Bernd Möller (CDU) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei der Ausfahrt eine weiße Haltelinie fehle. Roland Meder, Ortsvorsteher von Buchenberg, schilderte seinen Eindruck, dass Autofahrer aus der Ausfahrt oft zu weit auf die Straße fahren.

Beschilderung soll noch verändert werden

Ausschilderung und Beschriftung seien bei der Verkehrsschau ebenfalls ausführlich diskutiert worden, und es werde noch Korrekturen geben, erklärte Link.