Das Fitnessstudio G1 ist derzeit aufgrund des Lockdowns geschlossen. Doch es soll trotz des Todes des Geschäftsführers weitergehen. Foto: Eich

Der Schock nach dem Tod von Gaetano sitzt noch tief – doch der Blick soll sich nach vorne richten: Carmen Cristilli möchte das G1 weiterführen. Das hat sie im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten deutlich gemacht.

Villingen-Schwenningen - "Die Leute sind momentan verunsichert", so Cristilli, die unter anderem als Yoga-Lehrerin im Studio arbeitet. Sie habe sich deshalb dazu entschlossen, früh mit den Plänen für die Zukunft an die Öffentlichkeit zu gehen: "Und es ist ganz klar, dass wir weitermachen!"

Mehrere Möglichkeiten für Mitglieder

In den vergangenen Tagen habe sie eine unglaubliche Welle der Solidarität von Freunden, aber auch Gönnern und Mitgliedern des G1 erfahren. Viele Nachrichten seien eingetrudelt, zahlreiche Telefonate habe sie geführt – dabei wurde klar: Die Mehrzahl möchte dem G1 weiterhin die Treue halten. Insbesondere in dieser schweren Zeit.

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Auch deshalb ist Cristilli derzeit von morgens bis abends unterwegs, um zahlreiche organisatorische Dinge zu klären, "ich bin voller Adrenalin", erzählt sie – schließlich sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Die Mitglieder des G1 seien darüber informiert worden, dass ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung stehen, wie sie in Zeiten des geschlossenen Fitnessstudios mit den Zahlungen verfahren können. Dabei machte Cristilli klar: "Sie und wir stehen in dieser Zeit vor einer großen Herausforderung. Gemeinsam mit Ihnen werden wir sie meistern."

Über diverse Modelle – angefangen bei Gutscheinen, bei denen Freunde die gezahlten Monate im Studio mittrainieren können, über Beitragsfreiheit am Ende der Mitgliedschaft und Aussetzen der Beiträge bis hin zum G1-Engel, bei dem die Beiträge normal weiter gezahlt werden – soll nun geregelt werden, was mit den Beiträgen der Mitglieder während der behördlichen Schließung getan wird.

Alleine gelassen hat das Fitnessstudio seine Mitglieder ohnehin nicht, wie Cristilli betont. Ihr Mann habe nämlich die Fahrräder und Gewichte, die sonst ungenutzt im Studio stehen würden, an Mitglieder ausgegeben, damit diese genutzt werden. Eine Aktion, die für das Wesen des verstorbenen Geschäftsführers spricht. "Das war einfach sein Leben hier", betont Cristilli.

Auch deshalb sei für sie klar, dass es für das Studio eine Zukunft geben wird. Bereits während der vergangenen zwei Monate, als ihr Mann aufgrund der Erkrankung im Klinikum gelegen sei, habe sie erste wegweisende Entscheidungen getroffen, um das Studio weiter zu führen.

Neubaupläne auf Eis gelegt

Neben den stattfindenden Online-Kursen hatte man sich Gedanken über weitere Neuerungen gemacht. "Ich habe mich auch mit dem Vermieter getroffen, um das Studio aufzufrischen und teilweise neu zu gestalten", erzählt sie. Mit dem überraschenden Tod habe man das nun etwas zurückgestellt, "momentan ist noch die Zeit der Trauer".

Auf Eis gelegt sind darüber hinaus die Neubau-Pläne. Sie traue sich ein solches Projekt nicht zu, deshalb werde der Neubau nach derzeitigem Stand nicht vorangetrieben.

Stattdessen konzentriert man sich auf die Weiterführung des Betriebs in der Gottlieb-Daimler-Straße. Cristilli: "Mit dem Studio sind wir verbunden, wir lieben das Studio!"

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