Der Abriss der Zellerschule schreitet voran. Foto: Thomas Fritsch

Schweres Gerät rückt derzeit dem Altbau der Zellerschule in Nagold zu Leibe. Für Verzögerungen sorgten anfangs unter anderem „unvorhergesehene Schadstoffe“ bei den Abrissarbeiten. Auch die veränderte Verkehrsführung bereitet Probleme.

Mit 35 Millionen Euro an Gesamtkosten ist die Sanierung und der Teil-Neubau der Zellerschule das Nagolder Mega-Projekt. Aktuell stehen die Abrissarbeiten an. Doch weiter Gebäudeteile sind bereits verschwunden.

 

Nach Anlaufschwierigkeiten kommt die Baustelle mittlerweile gut voran. Hier ein Überblick über den aktuellen Stand der Dinge auf Nagolds größter städtischer Baustelle.

Wie laufen die Abrissarbeiten?

„Zu Beginn liefen die Bauarbeiten schleppend an, da - wie bei einem Abriss üblich - immer wieder kleinere Probleme gelöst werden mussten“, informiert die Stadt Nagold auf Anfrage der Redaktion. Als Beispiel wird genannt, dass „unvorhergesehene Schadstoffe – trotz Voruntersuchungen – beim Abriss hervortraten“. Inzwischen gingen die Abrissarbeiten aber gut voran, ein zweiter Bagger ist im Einsatz. Weiter heißt es: „Die Bohrpfähle zur Baugrubensicherung sind hergestellt und müssen dann im Zuge des Baugrubenaushubs mit Ankern gesichert werden.“

Woran wird derzeit genau gearbeitet?

Nord- und Ostflügel sind inzwischen abgerissen. Der Verbindungsbau am Westflügel wird noch entfernt. Die Vorbereitungen für den Baugrubenaushub werden getroffen, dazu gehört laut Angaben der Stadt zum Beispiel das Einrichten einer Wasserhaltung. Als Wasserhaltung bezeichnet man im Bauwesen Verfahren, die den Zweck haben, die Baugrube zeitweise oder auch dauerhaft trockenzulegen.

Wo stehen wir beim Zeitplan?

Hinsichtlich des Zeitplans liegt der Bau bei einem Monat Verzug. Dies sei aber – teilt die Stadt Nagold weiter mit – im Vorfeld einkalkuliert gewesen. Ein wenig baut man nun auch auf das Wetterglück: „Wenn der Winter mild bleibt, ist dies schnell aufzuholen.“

Wie ist die Entwicklung der Kosten?

Laut Angaben der Stadt sind bis jetzt „keine wesentlichen Mehrkosten“ entstanden. Etwas mehr werde allerdings für die Entsorgung der Schadstoffe anfallen. Dazu heißt es: „Diese werden beprobt und eindeutig deklariert, aber auch das war eingeplant.“ Bezüglich des Gesamtbudgets für das Projekt sei der aktuelle Stand sogar besser als geplant. Allgemein stehen Kosten von insgesamt rund 35 Millionen Euro im Raum.

Funktioniert die neue Verkehrsführung?

Verbunden mit der Baumaßnahme sind auch Veränderungen bei der Verkehrsführung. Unter anderem darf die Lange Straße nicht mehr in Richtung Fluss befahren werden. Wie gut funktioniert die neue Verkehrsführung also? „Sie funktioniert soweit, nur das Einfahrtsverbot in Richtung Schiffsbrücke wird oft missachtet“, heißt es dazu. Das Verbot wurde zum Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte eingerichtet. Daher kündigt die Stadt weiterhin verstärkt Kontrollen in diesem Bereich an. Zum Hintergrund: Die Lange Straße verläuft nicht nur an der Großbaustelle, sondern zur anderen Seite hin stehen auch die Schulcontainer und der Interims-Pausenhof. Dort herrscht also viel Leben.

Was kommt als nächstes?

Dazu teilt die Stadt Nagold mit: „Als nächstes folgt der Baugrubenaushub, ebenfalls durch die Abbruchfirma. Dann beginnen die Rohbauarbeiten durch die Firma Brodbeck, die Vorbereitungen laufen bereits.“ Je nach Witterung und Fertigstellung der Baugrube komme die Rohbaufirma im Januar 2025 hinzu. Und: „Darüber hinaus laufen die Vorbereitungen für Ausschreibungen weiterer Gewerke.“