Durch die Rauchgasentwicklung nach dem Einsatz von Pyrotechnik sind bei einem Spiel des Karlsruher SC elf Menschen verletzt worden. Ermittlungen haben die Polizei auch nach Offenburg geführt. Foto: Deck

Beamte des Polizeipräsidiums Karlsruhe haben mit Unterstützung von Beamten des Polizeipräsidiums Einsatz am Dienstagmorgen mehrere Wohnungen in Offenburg untersucht.

Offenburg - Das teilen die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und das Polizeipräsidium Karlsruhe mit. Hintergrund sind Ermittlungen, nachdem im November bei einem Spiel des Karlsruher SC elf Menschen durch Rauchgas verletzt wurden.

Kurz vor Spielbeginn der Zweitligabegegnung zwischen dem Karlsruher SC und dem FC St. Pauli am 12. November wurden auf der Südtribüne des Fußballstadions bengalische Fackeln, Rauchtöpfe, Böller und Silvesterraketen aus selbstgebauten Abschussvorrichtungen gezündet, heißt es in der Mitteilung. Infolge der damit verbundenen großflächigen Freisetzung von Rauchgasen verletzten sich mindestens elf Stadionbesucher, darunter auch ein Kind. Die Geschädigten erlitten unter anderem Atemprobleme, Augenbrennen, starke Hustenanfälle, Halskratzen, Kopfschmerzen und Übelkeit. Bei einem Stadionbesucher führte das Einatmen der Rauchgase mutmaßlich zum Verlust von sieben Prozent der Lungenkapazität.

Staatsanwaltschaft sichtet Fotos und Videos

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe leitete nach diesen Ereignissen mehrere Ermittlungsverfahren ein. Dabei wurden auch Foto- und Videoaufnahmen gesichtet, die belegen, dass sich der von den pyrotechnischen Gegenständen freigesetzte Rauch in hoher Konzentration unter dem Stadiondach sammelte, teilen die Behörden weiter mit. Mehrere tausend Stadionbesucher waren insbesondere auf der Südtribüne den freigesetzten Rauchgasen mit den darin enthaltenen brandfördernden, ätzenden, hochentzündlichen und somit giftigen Stoffen und Stoffverbindungen ungeschützt ausgesetzt- darunter auch viele Kinder und Jugendliche.

Die Bewohner der Wohnungen gerieten im Rahmen der Ermittlungen in Verdacht, sich gemeinschaftlich handelnd an der unkontrollierten Freisetzung der gesundheitsschädigenden Stoffe beteiligt sowie eine konkrete Gefährdung der Stadionbesucher zumindest billigend in Kauf genommen zu haben.