Philipp Hahn (links) und Johann Senner (rechts) ließen die ersten Schifflein fahren. Dorothee Müllges und Thomas Jauch schauten gespannt zu. Foto: Stopper

Es ist vollbracht." Den Begriff "eingeweiht" benutzte Philipp Hahn zwar nicht, aber zumindest "freigegeben und in Betrieb genommen" sei der neu gestaltete Obertorplatz in Hechingen nun, sagte der Bürgermeister am Mittwochvormittag.

Hechingen - An ein Einweihungsfest ist in Coronazeiten nicht zu denken, aber verschieben geht in diesem Fall auch nicht, denn pure Ungeduld und "die unglaublich große Freude" der Hechinger über den neu gestalteten Platz lasse keine andere Wahl, als noch vor Ostern die Anlage frei zu geben, so Hahn.

So kamen Vertreter der Gemeinderatsfraktionen zusammen, ebenso Planer Johann Senner, Stadtbaumeisterin Helga Monauni und Erste Beigeordnete Dorothee Müllges, um ein Flatterband zu durchtrennen und den Platz komplett für die Öffentlichkeit frei zu geben.

Und dann kannte die kleine Festgesellschaft kein Halten mehr. Bunten-Rätin Almut Petersen kurbelte am Wasserrad, Jürgen Fischer kletterte am Sportgerüst, pädagogisch fachkundig beobachtet durch Stefan Hipp. Werner Beck verfolgte mit strahlendem Lächeln den Wasserlauf, Kai Rosenstock hatte den Sohnemann dabei und Philipp Hahn und Johann Senner ließen es sich nicht nehmen die in den Ansprachen zuvor gemachte Behauptung zu prüfen, dass das Wasser im Bach genau so schnell plätschert, dass ein Kind hier bequem neben seinem Papierschiffchen herlaufen kann. Tatsächlich! Das ist so, wurde festgestellt. Und wenn schon die Erwachsenen einen solchen Spaß an der Anlage haben, mag man sich kaum ausmalen, wie Kinder hier erst loslegen werden.

17 Monate Baustelle - und im Kostenrahmen

Und alles wird noch schöner, wenn die 75 Bäume, 20.000 Blumenzwiebeln und 4000 Stauden erst von der Frühlingssonne noch vollends zum Leben erweckt worden sind, und wenn der Brunnen in wenigen Tagen oder Wochen noch montiert wird. Beim Zeitraum wollte Hahn sich nicht festlegen.

In seiner Rede hob er aber die unglaubliche Präzision der Planungs- und Bauarbeiten hervor. Der Kostenrahmen von 6,5 Millionen Euro wurde eingehalten, für die 1,2 Millionen Euro Förderung daran durch das Land bedankte sich Hahn. Und dass die gesamten Bauarbeiten in nur 17 Monaten über die Bühne gegangen seien, sei fast unglaublich.

Hahn lobte neben Planer Johann Senner auch ausdrücklich seine Stadtbaumeisterin Helga Monauni und den Gemeinderat – hier besonders den Gestaltungsbeirat –, die dieses Vorhaben sehr aufmerksam und kompetent begleitet hätten.

Ebenfalls gelobt wurde die Baufirma Stotz aus Balingen, die hier teilweise an sechs Tagen pro Woche im Einsatz gewesen sei und hervorragende Arbeit geleistet habe.

Ebenfalls gedankt wurde der Sparkasse, der Volksbank, dem Freien Wählern sowie Thomas und Ulrike Bogenschütz, die als Sponsoren Parkbänke finanziert haben.

"Jetzt kennet mir sogar als Bisinger wieder gern noch Hechinge komme"

Auch Planer Johann Senner, der den Obertorplatz von Kindheit an kennt, freute sich sichtlich über den gut gelungenen Platz. Sieben Jahre Vorplanung habe es dazu gebraucht, wenn man die Zeit dazu rechne, als noch die Tiefgarage angepeilt wurde. Was jetzt geschaffen worden sei, sei nun wirklich "ein Wohnzimmer für die Stadt".

Und die zufälligen Passanten, die mit einem erwartungsfrohen Strahlen im Gesicht die Szene beobachteten, fielen in das Lob ein. "Jetzt kennet mir sogar als Bisinger wieder gern noch Hechinge komme", meinte einer zum Bürgermeister. Ein höheres Lob ist kaum möglich.

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