In Sachen Abwassergebühr ist die Gemeinde Bösingen Spitzenreiter im Landkreis. Grund ist die anstehende Modernisierung der Kläranlage. Jetzt gibt es eine Finanzspritze vom Land.
Weihnachten ist zwar noch einige Wochen entfernt. Für die Gemeinde Bösingen war jedoch bereits am Freitag Bescherung. Regierungspräsident Carsten Gabbert war zusammen mit Michael Fackler aus der Umweltabteilung nach Herrenzimmern gekommen. Mitgebracht hatten die beiden einen symbolischen Scheck über 1,01 Millionen Euro.
Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) hat diesen Betrag als Landeszuschuss zur Modernisierung und Erweiterung der Bösinger Kläranlage bewilligt – und zwar für den ersten Bauabschnitt, dessen Gesamtkosten bei rund 3,7 Millionen Euro liegen.
Große Maßnahme
Während die Bösinger Kläranlage im Rahmen dieser Großmaßnahme in fünf Schritten an die aktuellen technischen und ökologischen Standards angepasst wird, reduziert sich der Betrieb in der Herrenzimmerner Anlage letztendlich auf das Sammeln des Abwassers aus dem Ortsteil. Von dort werden die Abwassermengen über eine Druckleitung in das Bösinger Klärwerk gepumpt.
In Bösingen wird im ersten Bauabschnitt das Zulaufhebewerk erweitert, eine Kompaktanlage zur mechanischen Reinigung errichtet und ein neues Betriebsgebäude erstellt.
Nachhaltigere Reinigung
Der Regierungspräsident lobte die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat für deren Engagement. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich die kommunale Seite in solchem Maße bei der Abwasserentsorgung einbringe, meinte Gabbert und erinnerte an den beachtlichen Eigenanteil der Gemeinde. Es sei wichtig, dass das Land diese Maßnahme fördere. Bösingen gehe einen großen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Abwasserreinigung, betonte der Regierungspräsident.
Bürgermeister Peter Schuster sprach von einer „finanziell großen Herausforderung“ für die Gemeinde. Diese Aufgabe sei nur in mehreren Schritten zu stemmen. Aktuell beläuft sich der errechnete Gemeindeeigenanteil für die gesamten Abwassermaßnahmen auf 14,4 Millionen Euro. Über höhere Förderquoten bei den nächsten Bauabschnitten könnte sich dieser Betrag noch verringern. Darauf hofft jedenfalls die Gemeinde.
Abwassergebühren mehrmals erhöht
Um eine höchstmögliche Förderung zu bekommen, habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren die Abwassergebühren mehrmals erhöht, informierte Schuster den Regierungspräsidenten. Damit verbessere sich die Zuschussquote für die künftigen Abschnitte.
Mittlerweile sei man bei der Abwassergebühr Spitzenreiter im Landkreis. Die Bauarbeiten müssten – so der weitere Hinweis des Bürgermeisters – im laufenden Betrieb erfolgen.