2015 wurde der VW-Bus gekauft, der seitdem für Feuerwehr und den gemeindlichen Schulbusbetrieb genutzt wurde. Im neuen Schuljahr will die Gemeinde Schuttertal den Schulbusbetrieb nun einstellen. Foto: Feuerwehr Schuttertal

Weil die betroffenen Kinder bald die Grundschule verlassen, fährt in Schuttertal ab Sommer wohl kein Gemeindebus mehr in die Seitentäler.

Es ist das Ende einer Ära: Zum 31. Juli will die Gemeinde den Schulbusbetrieb für Grundschüler aus Schweighausen, die am Hinteren Geisberg, Harmersbach oder dem Loh wohnen, einstellen. Seit Jahrzehnten wird den Kindern, die dort wohnen, die Beförderung durch die Gemeinde angeboten. Seit 2015 geschieht das mit dem Mannschaftstransportwagen (MTW) der Feuerwehr, der für rund 44 000 Euro gekauft wurde und der den in die Jahre gekommenen Gemeindebus und den damaligen MTV ersetzte.

Die morgendlichen Fahrten aus dem Loh fielen schon zu Beginn des laufenden Schuljahres weg, so die Verwaltung. Der Grund: dort wohnende Kinder wechselten auf eine weiterführende Schule beziehungsweise erlangten eigene Mobilität, etwa durch ein Auto oder ein Moped. „Seither finden morgens zwei Fahrten und mittags eine Fahrt statt“, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage für die Gemeinderatssitzung am Dienstag, 14. März.

Im laufenden Schuljahr werden demnach noch vier Grundschulkinder mit dem VW-Bus zur Schule – und Mittags wieder nach Hause – gefahren. Im neuen Schuljahr wechseln die vier Kinder laut Vorlage auf eine weiterführende Schule außerhalb der Gemeinde Schuttertal. Im neuen Schuljahr müssen also keine Schüler mehr aus den entfernten Gebieten in die Schuttertäler Grundschule gebracht werden, weshalb der Gemeinderat am Dienstag der Einstellung des Schulbusbetriebs der Gemeinde zustimmen soll.

Gemeinde bezahlte für die Leistung in vier Jahren rund 11 000 Euro

Für den Weg zu den weiterführenden Schulen – etwa in Seelbach oder Lahr – ist dann der jeweilige Schulträger zuständig. Also nicht mehr die Gemeinde Schuttertal, die bislang für die Beförderung der Grundschulkinder Zuschüsse vom Ortenaukreis bekommen hatte. In den vergangenen vier Jahren (2019 bis 2022) gab es vom rund Kreis 30 000 Euro, 9890 Euro waren Nutzungsgebühren der Eltern. Dem gegenüber standen Gesamtkosten in Höhe von 51 500 Euro – die Gemeinde bezahlte für die „freiwillige Leistung“ in vier Jahren knapp 11 5000 Euro.

Auch eine Wiedereinführung des Schulbusbetriebs, der in Schuttertal eine lange Tradition hat, scheint zumindest in der nahen Zukunft keine Option zu sein. Aus den entsprechenenden Außenbereichen der Gemeinde seinen in den kommenden Jahren keine beziehungsweise zu wenige Kinder grundschulpflichtig. „Damit entfällt eine Bezuschussung durch den Ortenaukreis“, so die Vorlage. Das würde bei einem Festhalten der Gemeinde an dem Angebot zu „erheblichen Mehrkosten führen“, erklärt die Verwaltung.

Denn der Kreis beteilige sich grundsätzlich erst ab einer Entfernung von zwei Kilometern und bei der Beförderung von mindestens drei Schulkindern. „Deshalb finden nur Fahrten mit dem Schulbus statt, die auch bezuschusst werden“, so die Verwaltung, die darauf verweist, dass ein Schulbus der SWEG ab der Haltestelle Hallenwasen um 6.40 Uhr und von der Haltestelle Georg Kürz um 6.42 Uhr nach Seelbach „mit einer direkten Verbindung nach Lahr fährt“. Die Fahrtkosten bis zur Bushaltestelle könnten dann beim jeweiligen Schulträger eingereicht werden, so die Verwaltung.

Info – Gemeinderat tagt am Dienstag

Der Schuttertäler Gemeinderat wird sich am Dienstag, 14. März, ab 19.30 Uhr mit dem Thema befassen. Außerdem steht eine Erhöhung der Nutzungsgebühren für die Prinschbachhütte auf der Tagesordnung. Ab dem 1. April sollen vier Stunden 25 Euro kosten, für bis neun Stunden werden 50 Euro fällig, bis 13 Nutzungsstunden kosten 70 Euro. Wer die Hütte länger als 13 Stunden nutzen will, soll künftig 85 Euro bezahlen.