Nach einem Hangrutsch ist der Bajerhüttenweg im Schopfheimer Entegast-Wald seit Monaten gesperrt. Ob er 2026 überhaupt repariert wird, ist fraglich.
Am 25. November hat ein Hangrutsch eine breite Schneise in den Entegast gerissen, der Bajerhüttenweg ist dabei auf einer Länge von etwa 20 Metern zur Hälfte mit in die Tiefe gestürzt. Der für Waldarbeiten, Erholungssuchende und den Waldkindergarten wichtige Weg „bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt“, hieß es damals von Seiten der Stadt.
Reparatur 2026 unsicher
Dieser reichlich undefinierte Zeithorizont wird von der Rathausspitze nun zwar nicht direkt konkretisiert, aber doch mit einer Zahl hinterlegt, die eine Ahnung von den Dimensionen gibt, in denen gedacht wird: „Ob der Bajerhüttenweg noch in 2026 instandgesetzt werden kann, kann nicht garantiert werden“, heißt es in einer der Vorlage für den Gemeinderat, der kommende Woche über das Thema berät.
Prognose: 100 000 Euro
Großes Hindernis ist wie so oft das Geld: Eine Kostenprognose veranschlagt die Kosten für den Wiederaufbau des Wegabschnittes auf 100 000 Euro – Kostenabweichungen zwischen 30 und 40 Prozent sind möglich. Die Verwaltung hält eine Förderung in einer Größenordnung zwischen 15 000 und 30 000 Euro für „nicht ausgeschlossen“.
Als Referenz dient der letzte Hangrutsch im Jahr 2021, nur weniger Meter neben dem aktuellen, etwas kleiner damals, und mit großem Aufwand für etwa 55 000 Euro repariert. Zum Einsatz kam eine sogenannte „Krainerwand“, bei der ein Gitternetz aus Baumstämmen zu einem stabilen Fundament verbaut und im Felsen verankert wird. Entwickelt wurde diese Technik in den Alpen.
Hangrutsche als Normalität
Dass Hänge und Wege im Entegast abrutschen, ist in Schopfheim beinahe schon Normalität: Sieben Vorfälle verzeichnet die Stadt allein seit 2021, insgesamt listet die Stadt in einer Übersicht zwei Dutzend Hangrutsche auf, teils schon in den 1960er-Jahren, verstärkt dann wieder seit den 2000ern.
Gut möglich, dass mögliche Vorfälle in der vermeintlichen Pause dazwischen nicht den Weg in die Aufzeichnungen fanden. Betroffen sind vorwiegend die Bereiche Bajerhütten-, Schützenhaus- und Wiesentalweg. Schuld ist die Geologie des Schopfheimer Hausbergs, insbesondere das „Rotliegend“ – roter Sandstein, der bei Nässe seine Stabilität verlieren und buchstäblich zu Brei werden kann.
Macht Sanierung Sinn?
Angesichts der Kosten und Wiederholungsgefahr stellt die Stadt in der Vorlage die Frage „inwieweit es sinnvoll ist, den Weg wieder nutzbar zu machen – um diese wenige Zeilen weiter immerhin mit einem „grundsätzlich ja“ zu beantworten. Dabei verweist sie auf die Bedeutung der Verbindung – für die die Bewirtschaftung des Waldes ebenso wie für Erholungssuchende. Eine Holzabfuhr wäre alternativ über den Maienberg (Richtung Hausen) möglich – „ jedoch mit erheblichen zusätzlichen Fahrwegen.“
Große Bedeutung
Auch sei der Weg „für einen großen Teil des Entegasts die kürzeste Verbindung, die insbesondere im Notfall wichtig sein kann“. Weiter heißt es in diesem Zusammenhang: „Wege in ausreichender Breite sind, aufgrund der stetig steigenden Waldbrandgefahr, wichtig für Einsatzfahrzeugen zur Bekämpfung von Waldbrände.“
Vor diesem Hintergrund legt die Verwaltung den Gemeinderäten nahe, die Instandsetzung des Bajerhüttenwegs zu beschließen. Nicht garantiert werden könne indes, dass diese Instandsetzung noch 2026 möglich ist.
Info: Der Gemeinderat tagt am Montag, 16. März, ab 18.30 im Ratssaal. Auf der Tagesordnung stehen neben dem Bajerhüttenweg unter anderem der Antrag SPD-Fraktion zur Ausweitung der Feuerwerkverbotszone, das neue Uehlin-Haus (Aufstellung der Uehlin-Druckmaschine) sowie die Verkehrssituation in der Reibematt, dem Neubaugebiet am Gündenhauser Kreisel.